Populismus und Rassismus könnten wieder aufkeimen

Präsident Klaus Johannis zum Holocaust-Gedenktag

Samstag, 10. Oktober 2015

Aurel Vainer, der Vorsitzende der Föderation der Jüdischen Gemeinschaften in Rumänien (links im Bild) begrüßt Staatspräsident Klaus Johannis bei der Gedenkveranstaltung.
Foto: Agerpres

Bukarest  (Mediafax/ADZ) - Zum rumänischen Holocaust-Gedenktag, der bei der Holocaust-Gedenkstätte in Bukarest begangen wurde, unterstrich Präsident Klaus Johannis, dass Rumänien sich die Lehren seiner jüngsten Geschichte angeeignet habe. Es sei zwar ein schwieriger Prozess gewesen, doch sei die Verantwortung des rumänischen Staates bezüglich der Maßnahmen, die während des Zweiten Weltkriegs gegen Juden und Roma gerichtet waren, angenommen worden.

Rumänien sei heute soweit, dass derartiges nicht mehr geschehen kann. Angesichts der Flüchtlingskrise bestünde jedoch die Gefahr, dass Populismus und Rassismus in Europa wieder auftauchen. Dem müsste entgegengewirkt werden. Johannis hält es auch für nötig, dass diese Lehren der Geschichte in den Schulbüchern der Jugend nahegebracht werden.

Bei der Gedenkstunde bei der Holocaust-Gedenkstätte waren der  Sprecher  der   Knesset aus Israel, Juli-Joel Edelstein, und der Vorsitzende der Abgeordnetenkammer, Valeriu Zgonea, zugegen. Zahlreiche Diplomaten waren anwesend, darunter der Botschafter der USA in Bukarest, Hans Klemm.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 19.10 2015, 22:03
@harbachus: Integration in eine bürgerlich-aufgeklärte Mehrheitsgesellschaft funktioniert, wenn die auf Dritt-Welt-Niveau-lebende Minderheit 10, 20 oder auch 30 Prozent ausmacht, nicht aber wenn sie an einem Ort, in einer Stadt 50 Prozent oder mehr ausmacht. In meinem Dorf sind etwa gleich viel Rumänen wie Roma, dazu noch ein paar alte Sachsen (1% von der Bevölkerung). Die Roma-Kinder gehen in die Dorfschule, die Lehrerin bemüht sich wirklich aufopfernd, aber es sind schon mehr als 80% Romakinder. Die Situation ist gekippt, die Rumänen fahren ihre Kinder jeden Tag in eine Schule in der Stadt, damit sie nur ja nicht im Dorf gehen müssen. So sind die Roma-Kinder in der Schule ganz unter sich, haben sich gegenseitig als Vorbild und eine weitere Generation wird sich nicht integrieren. P.S.: in die Schule gehen sie alle, es kann aber vorkommen, dass ein Kind einmal eine Woche oder sogar einen Monat fehlt. Was soll der Lehrer dann machen, wenn die Verwandten aus dem Clan sagen, die Eltern sind ausgewandert, oder auf Arbeit im Ausland mit dem Kind. Interpol einschalten?
harbachus, 18.10 2015, 14:21
@Ottmar... weil sie das müssen um weiter abkassieren zu können.
Ottmar, 16.10 2015, 22:10
An alle hier. Warum gehen dann Roma Kinder in Berlin in die Schule und in Rumänien nicht. Kann mir das einer hier erklären wie in Rumänien Romakinder diskriminiert werden
Manfred, 13.10 2015, 20:57
Bert und Walter-Die " Roma-Bevölkerung" zu verallgemeinern,geht irgendwie nicht,da hat Bert recht-ich kenne unverheiratete kinderlose 30-jährige.Viele mögen ihre totale Unabhängigkeit,vom Land,von ihrer eigenen Minderheit...Untereinander sind sie sich auch nicht richtig einig,die Macht vieler Clan-Chefs ist regional begrenzt...So lange sie selbst keine effektive Einheit bilden,kann jedes Land der Welt nicht wirklich positiv einwirken.
Bert, 13.10 2015, 09:56
Lieber Walter,

und wann übernimmt die Roma-Bevölkerung (Ich weiß, dass es völlig verschiedene Gruppen gibt, die oft miteinander nichts zu tun haben.) für sich selbst Verantwortung? Sich planlos zu vermehren ist auch keine Lösung, besonders wenn man ohne staatliche Hilfe nicht überlebensfähig ist.
Tourist, 12.10 2015, 12:23
@Walter: sicher, der Staat könnte mehr tun. Aber die Roma sind vor dem Gesetz vollkommen gleichberechtigte Bürger, die sogar gegenüber der Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich mehr Transferleistungen bekommen (Kindergeld, Krankenversorgung ohne jemals eingezahlt zu haben, Sozialhilfe, Lebensmittelbons, bis zu gratis Baugrundstücken). Es reicht halt nicht, aber der rumänische Staat hat nicht mehr. Es gibt sowieso schon ein Dauerdefizit und der Staat hantelt sich von einem IWF-Kredit zum nächsten. Auch die Roma könnten einmal Verantwortung für ihre eigene Volksgruppe nehmen. Reiche Roma - und die gibt es - könnten zB Sozialprojekte starten, statt protzige Villen zu bauen und Nicolae Guta für eine Hochzeit mit dem Helicopter einfliegen zu lassen (ja, das passiert!).
Walter, 10.10 2015, 12:00
Und wann übernimmt Rumänien die Verantwortung für die Roma-Bevölkerung in Rumänien?
Schöne Worte und betretenes Schweigen helfen nicht!

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