Porsche finanziert deutsche Studien- und Forschungsabteilung

Klausenburger „Babeş-Bólyai“-Universität fand starke Ausbildungspartner

Dienstag, 11. März 2014

Gruppenfoto nach der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags (v.l.): Dr.Daniel Meets (CEO von EBS), Rektor Ioan-Aurel Pop, Dr.Oliver Oswald (MHP), Dipl.-Wirtschaftsingenieur Bernd O. Hörmann (MHP), Vizerektor Rudolf Gräf und Adrian Petruşel, Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik der UBB
Foto: Pressedienst der UBB

Die Fakultär für Mathematik-Informatik der Klausenburger „Babeş-Bólyai“-Universität (UBB) wird ab dem Hochschuljahr 2014-15 eine neue Abteilung mit 30 Studenten haben, die in deutscher Sprache unterrichtet werden. Ein Großteil der nötigen Zusatzfinanzierung hat sich die Universitätsleitung durch einen einstweilen auf drei Jahre angelegten Vertrag mit dem Porsche-Konzern und dessen Partnern gesichert, der am Mittwoch in Klausenburg/ Cluj Napoca unterzeichnet wurde und den Vizerektor Rudolf Gräf, der Leiter der deutschen Studienlinie, ausgehandelt hat.

Ausgebildet in Informatik werden an dieser neuen Abteilung in deutscher Sprache Studenten, denen nach Studienabschluss ein Arbeitsplatz in der Autoindustrie oder Komplementärindustrien auf der Horizontalen gesichert wird, einschließlich im Versicherungs- und Finanzwesen. Partner der UBB sind dabei die Porsche AG, MHP Consulting Romania SRL und EBS Romania SA, die einen Vertrag über die Finanzierung des ersten Studienprogramms und zur Spezialisierung in der Informatik in deutscher Sprache an der Fakultär für Mathematik-Informatik unterschrieben haben. Die 30 Studienplätze des ersten deutschsprachigen Jahrgangs an dieser Fakultär werden im ersten Jahr mit insgesamt 60.000 Euro subventioniert.

Dazu Vizerektor Rudolf Gräf, der neben der deutschen Linie im Rahmen der Universitätsleitung auch für die Zusammenarbeit mit dem wirtschaftlichen und kulturellen deutschen Umfeld, mit Verlagen und fürs Joint Degree verantwortet: „Der Arbeitsmarkt in Rumänien und im Raum Klausenburg befindet sich in einem betonten Reindustrialisierungsprozess und wir, als UBB, sind uns der positiven Rolle bewusst, welche die Universitäten spielen können im Rahmen dieses einschneidenden ökonomischen Änderungsphänomens. Daher unsere Demarche.“

Deutsch gehört zur Vielsprachigkeit Siebenbürgens

Die deutschsprachige Studienrichtung an der Fakultät für Mathe und Informatik der UBB bietet theoretisches und praktisches Wissen in den Bereichen Grundlagen der Informatik (Programmierung und formelle und kompilatorische Programmiersprachen, Daten- und Algorithmusstrukturen usw.), aber auch Software-Engineering, künstliche Intelligenz und Robotik, Multimedia-Anwendungen oder Web-Programmierung. Rektor Ioan-Aurel Pop: „Dieser Vertrag ist in meinen Augen eine große Leistung für die Universität, denn zusammen mit dem Consultingunternehmen Mieschke, Hofman und Partner (MHP), Porsche und EBS schaffen wir die Grundlagen für das rumänienweit erste einschlägige Studienprogramm mit Spezialisierung auf Unterricht in deutscher Sprache. Wir verfügen über noch ein Programm, mit Siemens, allerdings in englischer Sprache. Und natürlich, seit Längerem schon, auch in Ungarisch, aber das ist schon Teil unserer siebenbürgischen Vielsprachigkeit.“

Das Curriculum der neuen Studienrichtung wurde bereits von Dr.Cristian Secarea seitens der Fakultär ausgearbeitet, der sich dabei auf eine gleichermaßen enge wie vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen stützen konnte und der die Leitung der hier entstehenden deutschen Studienlinie anvertraut bekommt. Er wird auch Hauptgesprächspartner der ARACIS-Kommission sein, die demnächst Klausenburg zwecks Homologierung der neuen Studienrichtung besuchen wird.
Rektor Pop unterstrich, dass solcherart Verträge auch Teil seines Mandats als Rektor seien, denn bereits 2012, als er seinen Führungsweg an der UBB begann, hatte er erklärt: „Eines der Ziele meines Rektormandats ist es, die UBB stärker unter den Bürgern, vor allem aber unter den Firmen präsent werden zu lassen, denn für die Unternehmen bilden wir junge Menschen aus.“

Arbeitsplätze als demografischer Stabilisierungsfaktor

Die Absolventen der neuen Abteilung können in erster Linie von den Firmen der neuen Universitätspartnerschaft angestellt werden, natürlich aber auch von anderen Firmen, die vorwiegend im IT-Bereich aktiv sind. Auch das Bankwesen, Technologiezentren, Forschungsinstitute und –abteilungen, Schulen und Universitäten dürften mit diesen Absolventen bedient werden. „Klausenburg gehört glücklicherweise zu den wenigen Ortschaften Rumäniens, die kaum etwas an Bevölkerung verloren haben. Aber wenn wir nicht aufpassen und das Bildungswesen nicht laufend anpassen, dann riskieren wir unwiederbringbare Bevölkerungsverluste. Das ist ein Aspekt, dem ich hohen Wert beimesse“, sagte Rektor Pop.

Um sich eine entsprechende Qualität der Studenten der neuen Abteilung zu sichern, werden die Vertreter der UBB –  einschließlich der Verein „Gutenberg“ deutschprachiger Studenten – sich in der kommenden Zeitspanne an möglichst alle deutschen Lyzeen Rumäniens begeben und (auch) für die neue Abteilung werben. Denn laut Dr. Daniel Meets, CEO von EBS, der den Partnerschaftsvertrag unterzeichnete, „gibt es in Klausenburg sehr viele Studenten, welche die deutsche Studienrichtung besuchen, aber bisher überhaupt keine im IT-Bereich. Wir jedoch brauchen sehr viele Informatiker, die das Deutsche gut beherrschen. Deshalb werden wir zusammen mit der Universitätsleitung dafür sorgen, dass ein Teil der Lehrkräfte, die an diesem Studiengang unterrichten werden, das Deutsche beherrschende Praktiker aus dem IT-Bereich der Automotive-Industrie und des Finanzwesens sein werden.“ Meets, der schon seit mehreren Jahren eng mit der UBB zusammenarbeitet und viele der Hochschulabgänger der UBB zu seinen heutigen Mitarbeitern zählt, war mit Vizerektor Gräf eine der Tiefkräfte für diesen Partnerschaftsvertrag.

Ränge in der ersten Hälfte

Die Fakultät für Mathematik und Informatik der Klausenburger „Babeş-Bólyai“-Universität ist die einzige Rumäniens, die in zwei prestigevollen Rankings des internationalen Universitätswesens auftaucht. Laut Academic Ranking of World Universities in Mathematics liegt die Klausenburger Fakultät auf Rang 101-150 im Top Shanghai des Jahres 2012, der weltweit anspruchsvollsten Bewertung von Mathematik-Universitäten. Die Rangordnung ist auf 200 Fach-Universitäten und –Fakultäten begrenzt und jene aus Klausenburg ist die einzige aus Rumänien, die hier aufgenommen wurde.
QS World University Rankings by Subject veröffentlichte vor ein paar Tagen ihr Ranking der weltweit 3000 Fach-Studienrichtungen des Bereichs Mathematik/Informatik. Hier liegt die Fakultät der UBB auf Rang 251-300 (unter den hier aufgenommenen 689 Universitäten).

Die Porsche AG hat nun versprochen, „je nach Zahl der Studenten eines jeden Jahrgangs“ der UBB mit materiellen Ausstattungen unter die Arme zu greifen. Diese seien im Rahmen des Verfügbaren auch bisher finanziert worden, sagte Rektor Ioan-Aurel Pop, aber „aus universitätsinternen Mitteln, aus Krediten oder mittels EU-Finanzierungen“. Der IT-Consulter Mieschke, Hofmann und Partner, Teil des Porsche-Konzerns, der Ende Februar eine Vertretung in Klausenburg eröffnet hat, arbeitet in der Automobil-Branche und sucht nach Optimierungen des Prozessmanagements und nach IT-gestütztem Business-Management. MHP beginnt in Klausenburg mit 40 Arbeitnehmern, sucht aber weiterhin nach jungen Mitarbeitern. Bernd O. Hörmann, der seitens MHP den Partnerschaftsvertrag unterzeichnete, sagte, dass die Firma gegenwärtig insgesamt 950 Mitarbeiter habe und vor allem in der Schweiz, den USA und China tätig sei. Der Umsatz der Firma liege bei 133,3 Millionen Euro.
An der Klausenburger Fakultät für Mathematik und Informatik studieren gegenwärtig 500 Studenten.

Kommentare zu diesem Artikel

MitsenkoTex, 21.09 2018, 19:26
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