Präfektur in Personalunion

Reaktivierter Ex-Präfekt vertritt die Regierung im Banater Bergland

Dienstag, 15. Mai 2012

Reschitza - Die Absetzungswelle der Präfekten und Vizepräfekten, die allen Regierungswechseln in diesem Land folgt, hat auch Karasch-Severin erreicht. Ioan Sabo, der nicht einmal zwei volle Wochen im Amt war, nachdem die Ungureanu-Regierung mittels eines Misstrauensantrags gestürzt wurde, wurde schon zu Beginn der abgelaufenen Woche abgesetzt.

Per Regierungsbeschluss vom vergangenen Freitagabend wurde auch sein Stellvertreter, Nicolae Verindeanu, trotz offensichtlicher politischer Kehrtwende der Partei, die ihn eingesetzt hatte (UNPR), abgesetzt.
An beider Stelle setzte die Ponta-Regierung durch den selben Beschluss vom letzten Freitag „zeitweilig“ den Ex-Präfekten (2006-2009) aus Zeiten der Regierung von Călin Popescu-Tăriceanu (PNL), Ioan Anton Paulescu, als Vizepräfekt ein, der in Personalunion auch die Funktion des Präfekten auszufüllen hat.

Dass Paulescu nicht ohne eine vorherige Konsultation mit den lokalen Leadern der gegenwärtigen Regierungskoalition USL wieder beamtet wurde, deutet eine Aussage des Karansebescher Bürgermeisters Ion Marcel Vela (Kreis-Chef der PNL) an, der zwar keinen Namen nannte, aber klar auf des Rätsels Lösung hingewiesen hat: „Der künftige Präfekt wird ein öffentlicher Beamter sein, der kommende Woche eingesetzt wird. Er hat schon mal diese Funktion innegehabt und wurde von der PDL-Regierung abgesetzt.“

Für den PNL-Partner in der USL-Koalition, die PSD, dürfte die Ernennung Paulescus ein ziemlicher Schock gewesen sein, denn die ganze vergangene Woche über kochte die Reschitzaer Gerüchtküche diverse Namen aus den Reihen mehr oder weniger prominenter PSD-Mitglieder auf, die als „sichere“ Inhaber des Präfektenstuhls gehandelt wurden.

Der aus der selbstbewussten Großgemeinde Domaşnea im Banater Bergland stammende Paulescu (38) begann ein Jura-Studium an der Reschitzaer „Eftimie Murgu“-Universität und beendete dieses, nach Auflösung der Rechtsfakultät in Reschitza, zusammen mit fast seinem gesamten Jahrgang an der Universität in Craiova, um nachher als Jurist in Staatsdienste zu treten und, mit mäßigem Erfolg, auch in die Politik aufseiten der Liberalen einzutreten. Als Präfekt war er eher blass bzw. zurückhaltend, galt aber allgemein im landesüblichen Sinn als „anständig“.

Zwischen 2009 und 2012 war Paulescu – gleich vielen Ex-Präfekten und Ex-Vizepräfekten vorheriger Regierungen – als Regierungsinspektor eingesetzt worden.

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