Präsident François Hollande: Frankreich unterstützt Rumäniens Schengen-Beitritt

Französischer Präsident zu Staatsbesuch in Rumänien

Mittwoch, 14. September 2016

Staatschef Klaus Johannis empfing seinen französischen Amtskollegen François Hollande am Dienstag auf Schloss Cotroceni. Bei den anschließenden Gesprächen wurden ein „substanzieller Ausbau und die Intensivierung“ der bilateralen Beziehungen beschlossen, ab sofort will Frankreich zudem auch Rumäniens Beitritt zum grenzkontrollfreien Schengenraum unterstützen.
Fotos: presidency.ro

Bukarest (ADZ) – Frankreichs Staatspräsident François Hollande hat am Dienstag einen Staatsbesuch in Rumänien unternommen – der erste seit jenem Jacques Chiracs im Jahr 1997. Im Fokus der Gespräche mit Staatschef Klaus Johannis und Premier Dacian Cioloş standen die Zukunft der EU nach dem Brexit-Votum, die Harmonisierung der Standpunkte beider Länder in weiteren europapolitischen Fragen sowie der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Nach Angaben von Agence France Presse reiste Hollande in Begleitung einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation nach Bukarest.

Das offizielle Programm des französischen Staatschefs, der bereits am späten Montagabend in Bukarest eingetroffen war, begann mit einer Kranzniederlegung am Denkmal des Unbekannten Soldaten im hauptstädtischen Parcul Carol, anschließend traf Hollande mit seinem rumänischen Amtskollegen Klaus Johannis zusammen – zunächst für ein Vieraugengespräch, danach auch unter Einschluss der Delegationen. Bei einer gemeinsamen Presseerklärung sagte Hollande, dass „Klaus Johannis und ich die gleiche Priorität haben: den Schutz der Europäer“, Hollande kündigte zudem eine Kehrtwende in puncto Rumäniens Schengen-Beitritt an: Frankreich unterstütze die Aufnahme des Landes in den grenzkontrollfreien Schengenraum, so das französische Staatsoberhaupt. Präsident Johannis hob seinerseits hervor, gemeinsam „den Ausbau und die Intensivierung“ der strategischen Partnerschaft und der Wirtschaftskooperation beschlossen zu haben.

Im Anschluss begaben sich die Staatschefs nach Măgurele, zum rumänischen Standort des europäischen Großforschungsprojekts ELI (Extreme Light Infrastructure) und beteiligten sich an einem Event zum Thema rumänisch-französischer Partnerschaften. Am Nachmittag weihten Hollande und Regierungschef Dacian Cioloş sodann das neue Airbus Helicopters-Werk in Weidenbach/Ghimbav ein, während am Abend ein Staatsdinner des rumänischen Präsidenten zu Ehren des französischen Gastes anstand.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 15.09 2016, 18:20
@Kritiker: Denken Sie zuerst an den Vertrag von Trianon.
Kritiker, 15.09 2016, 16:02
@Frankyboy - die Ungarn sind kein Maßstab, die würden heutzutage weder dem Schengenraum noch der EU beitreten können!
Frankyboy, 15.09 2016, 15:42
@Kritiker - Du willst jetzt aber nicht im Ernst behaupten, die Grenzbeamten im Schengenland Ungarn seien nicht korrupt. Ob du es glaubst oder nicht: Ich habe schon mit eigenen Augen beobachtet wie der ungarische und rumänische Grenzbeamte in Nadlac ungeniert Hälfte Hälfte gemacht haben.
Das sind politische Entscheidungen, die nichts mit der Realität zu tun haben...
Tourist, 15.09 2016, 09:19
Frankreich hat damals Rumänien in die EU gebracht, die Deutschen hätten da eher gebremst. Es stimmt also schon, dass Frankreich sich immer wieder für Rumänien einsetzt. Allerdings haben sie dann verschlafen, den Worten Taten folgen zu lassen, zB bezüglich Investitionen und Firmenansiedlung. Im Endeffekt sind dreiviertel der ausländischen Investitionen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Holland. Deutsch als Fremdsprache hat auch weitgehend Französisch in den Schulen verdrängt, einfach aus pragmatischen Gründen. Mit Französisch kriegt man keine Jobs, mit Deutsch schon.
Kritiker, 15.09 2016, 08:55
@Sraffa - wann hat Frankreich welche Leistung für Rumänien erbracht?
Sraffa, 15.09 2016, 02:57
Frankreich war schon immer ein sehr treuer Freund Rumäniens, vor allem in schwierigen Zeiten , im Gegensatz zu Österreich und Deutschland.
Manfred, 14.09 2016, 18:40
Im Moment ist von Schengen nicht mehr viel zu spüren....
Helmut,Dir spreche ich die Fähigkeit ab,zwischen verschiedenen politischen Richtungen zu unterscheiden,schließlich hälst Du ja Ponta,Dragnea und Konsorten für "Sozialdemokraten"...
Peter, 14.09 2016, 17:06
Zusammenhang …. ? giftschlange, da liegen sie etwas daneben. Zusammenhang = Ursache und Wirkung. Die Ursache ist der Flüchtlingsstrom, die Wirkung ist die Grenzkontrolle. Die Wirkung im Nachzug als Ursache zu bezeichnen ist falsch, vielleicht ein Effekt, aber nicht mehr. Also nichts mit Rechtspopulismus.
Kritiker, 14.09 2016, 14:34
Solange es noch immer korrupte Beamte bei der Grenzüberwachung gibt, ist ein Beitritt zum Schengenraum weit entfernt! Da nützt auch ein Höflichkeitsversprechen des Herrn Hollande nichts.
giftschlange, 14.09 2016, 10:50
Tourist@...so etwas kann nur ein Rechtspopulist aus Deutschland schreiben.Flüchtlinge und Kriminalität in Zusammenhang zu bringen, ist einfach absurd.Mit oder ohne Schengen die Kriminalität findet immer einen Weg über die Grenzen.Im übrigen:Herr Präsident HOLLANDE herzlich WILLKOMMEN in RUMÄNIEN !!!

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