Preis an Umweltschützer aus Orawitza

Wegen Holzeinschlag im Naturreservat Groposu Antikorruptionsbehörde eingeschaltet

Samstag, 05. April 2014

Bei der fünften „Gala der öffentlichen Teilnahme“ in Bukarest, einer Jahresbegegnung rumänischer NGO, wurde das Projekt von 2013 „Advokacy zur Bekämpfung gesetzwidriger Handlungen im Naturpark Eisernes Tor“ der ehrenamtlichen Mitarbeiter der „Ökogruppe für Zusammenarbeit Nera“ (GEC Nera) aus Orawitza der Preis „Regierungen kommen und gehen, die Tore bleiben“ verliehen. Veranstalter der jährlich in Bukarest organisierten Begegnung der freiwilligen Umweltschützer war das Zentrum für Ressourcen für die Öffentliche Beteiligung (CRPP).

GEC Nera war vertreten durch die Lehrerin Corina Conţescu und die Schülerin Marina Soreanu, denen der Vorsitzende des CRPP, Mircea Toma, den Preis überreichte. „Advokacy zur Bekämpfung gesetzwidriger Handlungen im Naturpark Eisernes Tor“ war ein Projekt der Lehrer und Schüler des Technologischen Lyzeums „Clisura Dunării“ aus Neumoldowa, des „Mihai Novac“-Lyzeums Orawitza und des Technologischen Lyzeums „Matthias Hammer“ aus Anina, das unter Koordination von GEC Nera lief und über ein Programm des Fonds für Bürgerliche Erneuerung finanziert wurde. Der jüngste Preis ist bereits der zweite, den GEC Nera und seine Mitglieder bei dieser Veranstaltung erhalten. 2011 war es das Projekt zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung durch die nicht entsorgten Bergbauabfälle im Banater Bergland.

Zur Stunde haben GEC Nera und seine ehrenamtlichen Helfer ihren Kampf gegen den illegalen Holzeinschlag innerhalb und um Naturreservate herum intensiviert und sich vor allem auf das Naturreservat Groposu am Oberlauf der Bersau/Bârzava konzentriert. Dabei decken sie zunehmend die Widersprüchlichkeiten auf, in welche sich die staatlichen Forstgremien und auch das Polizeiinspektorat des Verwaltungskreises Karasch-Severin verwickeln, wodurch eine Verflechtung von Interessen aufgedeckt wird, die offensichtlich zum Schaden des geschützten Waldes und zur Bereicherung von Besitzern der Holzschlagunternehmen und der sie deckenden Institutionen führt.
Im jüngsten Kommuniqué von GEC Nera werden weitere Antworten der diversen Forstverantwortlichen zur Frage des illegalen Holzeinschlags veröffentlicht, die sich offensichtlich untereinander widersprechen und belegen, dass etwas nicht mit reinen Dingen zugegangen ist. Vorgeworfen wird den Forstbehörden Inkompetenz oder die offensichtliche Absicht, diejenigen, welche die Natur zerstören, zu decken, heißt es glattweg im Kommuniqué von GEC Nera.

Einerseits schreibt nämlich das Temeswarer Territorialinspektorat für Forstwesen und Jagd ITRSV, dass dieses „weder 2013 noch 2014 eine Parzelle zum Holzeinschlag im Groposu-Reservat freigegeben“ hat und dass „nur RNP Romsilva über die Forstdirektion Karasch-Severin die Nutzung des Holzes aus den von ihm verwalteten Staatswäldern überprüfen, genehmigen und autorisieren kann.“ GEC Nera entdeckte aber eine ausdrückliche ITRSV-Genehmigung des Holzeinschlags im Naturreservat am Semenik, die unter 701611/03.02.2014 registriert ist und das Fällen der Bäume im Schutzgebiet als formal legal ausweist. Zwei Tage später kommt dasselbe Territorialinspektorat aus Temeswar in einem neuerlichen Schreiben an GEC Nera auf die Anfrage zurück und erinnert sich plötzlich, doch auch selber gewisse Aufgaben in der Verwaltung und beim Schutz der Staatsforste erfüllen zu müssen und dass ITRSV das „illegale Fällen der Bäume im Naturreservat Groposu gestoppt“ habe...

Daraufhin äußerte GEC Nera öffentlich seine Zweifel über die Sauberkeit der Genehmigungsvorgänge zur Autorisierung des Holzeinschlags in diesem Naturreservat und wandte sich an die Polizei. Denn GEC Nera hat inzwischen Satellitenfotos des Naturreservats ausgewertet und aufgrund auch von eigenen Fotos zweifelsfrei feststellen müssen, dass im Naturreservat Groposu bereits seit 2012 der Wald gefällt wird. Das belegen Feldbegehungen der freiwilligen Mithelfer, die reichlich Fotos nicht nur von Kahlschlagflächen sondern auch von aktiven Forsttransporten mitbrachten – worüber unsere Zeitung berichtet und auch GEC-Nera-Fotos davon veröffentlicht hat. Die Umweltschützer forderten das Generalinspektorat der Polizei auf, die Umstände der Ausfolgung der Autorisierung Nr. 701611/03.02.2014 von ITRSV Temeswar und deren Legalität zu untersuchen, einschließlich die Umstände der Ausschreibung für den Holzeinschlag. „Wir haben diese Aufforderung an die Polizei für nötig gehalten, weil viele NGO aus Rumänien immer wieder das ´plötzliche` Erscheinen, quasi `über Nacht` von Holzeinschlagsgenehmigungen feststellen müssen, nachdem die Medien oder Umweltschutzorganisationen die Tatsachen vor Ort festgestellt haben. Unser Eindruck wird immer stärker, dass all diese „Genehmigungen“ nachträglich erfolgt sind und immer erst, nachdem illegaler Holzeinschlag aufgedeckt und öffentlich gemacht wurde.“

Nun muss GEC Nera feststellen, dass „die Antwort des Polizeiinspektorats – unter der Registriernummer 1537/24.03.2014 - es vermeidet, auf unsere Fragen nach den Umständen der Ausarbeitung der Forsteinschlagsgenehmigung Nr.701611/03.02.2014 zu antworten.“ Ein Standpunkt des Departements für Gewässer, Wälder und Fischzucht, an dessen Leiterin Doina Pană sich GEC Nera ebenfalls um Aufklärung gewandt hatte, steht immer noch aus, obwohl die gesetzlich vorgesehene Frist für die Antwort bereits überschritten ist.
Aufgrund der bislang eingegangenen Antworten und aufgrund von deren einander widersprechenden Inhalten, die viele Vermutungen offen lassen, wandte sich GEC Nera nun an die Nationale Antikorruptionsbehörde DNA mit der Bitte, dass diese mit ihren Mitteln versuchen möge, die Öffentlichkeit aufzuklären, wie es zum legal-illegalen Holzeinschlag im Naturreservat Groposu kommen konnte und ob da alles mit rechten Mitteln zugegangen ist.

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