Privates Gesundheitssystem ohne staatliche Finanzierung

Plan des Gesundheitsministers sorgt für heftige Debatten

Dienstag, 15. Januar 2013

Symbolfoto: sxc.hu

Bukarest (ADZ) - Gesundheitsminister Eugen Nicolăescu will die Mittel der staatlichen Krankenkasse künftig ausschließlich dem staatlichen Gesundheitssystem zugute kommen lassen. Die 10-prozentige Finanzierung, die bisher in private Einrichtungen als Teilverrechnung für die gewährleisteten ärztlichen Dienstleistungen floss, soll zum 1. März wegfallen – damit würden fortan staatliche Krankenhäuser modernisiert, sagte der liberale Minister am Wochenende. „Unser Beschluss steht fest: Das öffentliche Gesundheitssystem hat aus staatlichen Mitteln finanziert zu werden, das private aus privaten“, so Nicolăescu.

Manager privater Gesundheitseinrichtungen, zahllose Patienten und auch die Medien liefen gegen den Vorschlag Sturm: Die Maßnahme sei antieuropäisch, dadurch werde das Staatsmonopol im Gesundheitssystem wieder eingeführt. Manager privater Krankenhäuser erläuterten, dass „das Geld stets dem Beitragszahler zu folgen hat“. Der Staat räume dem Patienten die Möglichkeit der Wahl zwischen einer privaten und einer Kassenversicherung sowieso nicht ein, es sei höchst unfair, ihm nun auch noch die Wahl zwischen in privaten oder staatlichen Einrichtungen durchgeführten Untersuchungen oder Behandlungen zu nehmen – es sei denn, er sei gewillt, seine Kassenversicherung weiterhin zu berappen und im Privatsystem noch tiefer in die Tasche zu greifen.

Seitens Premier Ponta gab es bisher noch keine Reaktion zum Vorschlag des Gesundheitsministers.

Kommentare zu diesem Artikel

Klaus, 16.01 2013, 20:10
ein schlechteres gesundheitsystem habe ich in westeuropa nicht erlebt.-Was ich bisher gesehen und erlbt habe in unserem schönen lande ist schon ausreichend.-Es scheint als wenn sich einige "ärzte im krankenhaus ausruhen um dann im anschluß im "cabinet particular" die bevölkerung zu plündern.Das habe ich leider selber erfahren, einschließlich dem hinweis: ausländer zahlen die doppelte gebühr.--Zur privatisierung des gesundheits wesen nur das eine: gesundheit darf kein spielball des profit sein.Dazu gibt es genug beispiele wie diese sogenannten klinik- gesellschaften sich die taschen vollstopfen und die angestellten wie sklaven behandeln.-Der patient ist nur zum geld erwerb gut.--Der größte fehler indeutschland der gemacht wurde.
Helmut, 15.01 2013, 22:30
Herr Peter hat mit seinem Beitrag den Nagel auf den Kopf getroffen.Es wäre notwendig wenn sich Premier Ponta rasch zu diesen Vorschlag von Nicolaescu Eugen meldet.
Peter, 15.01 2013, 18:13
Antieuropäisch? Kann ja sein, dass es dem europäischen Mainstream widerspricht, ja. Aber nicht alles, was Westeuropa so vormacht, sollte man hier nachmachen. Meine Mutter arbeitet im Gesundheitssystem und aus wirklich vielen Berichten habe ich eines gelernt. Es kann nur schaden, wenn Krankenhäuser nach den Regeln der Profitmaximierung arbeiten. Freie Märkte sorgen nicht in allen Belangen für die höchste Effizienz im Sinne des Interessenten und das in diesem Fall der Patient. Ich kenne auch mindestens ein Staatliches Krankenhaus von Innen. Die sind nicht die Schönsten. Ganz recht. Kann mir gut vorstellen, dass die Herrschaften mit den Protzigen Geländewagen da nicht reinwollen. Aber immerhin haben sie den Vorteil mit einer großen Sparga eine Sonderbehandlung zu erhalten. In Rumänien herrscht so viel ungerechtigkeit: so etwa niedrige Unternehmenssteuern, was gut für Reiche ist, und hohe Umsatzsteuer, die besonders zu Lasten der Armen geht. Wenn da mehr Geld in die staatlichen Krankenhäuser fliest, die dem Normale zugutekommen, finde ich das mal gar nicht schlimm. Wie wäre es mit vernünftigen Löhnen im Gesundheitssystem, damit auch das Handaufhalten am Krankenbett endlich ein Ende hat?!? Dafür ist leider kein Geld da, weil die Gewinner des Systems keine Steuern zahlen.

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