Privatisierung der Güterbahn CFR Marfă allem Anschein nach vor dem Scheitern

GFR-Inhaber: „Behörden haben ihre Verpflichtungen nicht erfüllt“

Dienstag, 15. Oktober 2013

Symbolfoto: sxc.hu

Bukarest (ADZ) - Wenig Aussichten für eine erfolgreiche Privatisierung der maroden Güterbahn CFR Marfă: Obwohl die Deadline noch gar nicht verstrichen war, setzten am Wochenende bereits erste Schuldzuweisungen zwischen Behörden und Ausschreibungsgewinner Grupul Feroviar Român (GFR) bezüglich Verfahrensmankos ein.

So teilte GFR-Inhaber Gruia Stoica mit, dass der Privatisierungsausschuss des Verkehrsressorts sich als „unfähig erwiesen“ habe, seine Auflagen zeitgerecht zu erfüllen und daher eine Reihe von Problemen generiert hätte. Kernproblem scheint dabei die per Regierungsveordnung festgelegte Zahlungsfrist zu sein, aufgrund der die GFR gestern 170 Millionen Euro zu berappen hatte. Stoica kündigte zwar an, das Geld parat zu haben, doch werde er es nicht überweisen, da die Behörden nicht alle gegenüber dem Käufer eingegangenen Verpflichtungen erfüllt hätten. Der Unternehmer forderte die Aufhebung der Vertraulichkeit und umgehende Veröffentlichung des eingegangenen Privatisierungsvertrags, um die Öffentlichkeit „korrekt“ über den Stand der Dinge zu informieren. Laut Stoica sind Regierung und Verkehrsministerium vom zuständigen Ausschuss „unzutreffend“ unterrichtet worden, dieser „verstecke sich nun hinter dem Kartellamt“, um über etliche andere „unerfüllte Auflagen“ hinwegzutäuschen.

Premier Victor Ponta schien derweil entschlossen, die Verantwortung für die Güterbahn-Privatisierung ganz der Ressortchefin zu überlassen. Die Ministerin und der Privatisierungsausschuss würden am besten wissen, welche Schritte sich empfehlen und diese am Montag bekannt geben, so Ponta. Verkehrsministerin Ramona Mănescu schien indes bemüht, das Kreuz mit der Privatisierung dem Vorsitzenden des Privatisierungsausschusses und Staatssekretär im Verkehrsressort, Cristian Ghibu, aufzubürden – er habe ihr „bis Montag einen begründeten Standpunkt über Verlauf, Zeitpunkt und Folgemaßnahmen der Privatisierung“ zu unterbreiten, ließ Mănescu wissen.

Kommentare zu diesem Artikel

Skeptikus, 15.10 2013, 23:30
Nochmal: vor einer Stunde wurde ich zensiert und mein Kommentar gelöscht. Bin gespannt, ob er diesmal bleibt: Privatisierung Rumänische Güterbahn - Geschäftsmodell: Ich beteilige mich an der Ausschreibung, biete 170 Mio EUR, die ich nicht habe und gewinne gegen jegliche ausländische Konkurrenz, die Geld hat und ein Konzept! Innerhalb der 6 Monate verscherble ich das Tafelsilber und hoffe einen gewissen Betrag zu lukrieren. Ach: Ich bleibe mit dem zwei oder dreistelligem Millionenbetrag, zahle meine "Privatisierer" und - eine Bahn hat mich niemals interessiert. Ich gehe mit einenem hoch zweistelligen Millionenbetrag in die Karibik oder Monaco! Das ist Privatisierung 23 Jahre nach Ceaucescu - 6 Jahre nach EU-Beitritt. Sanatate!
Sketikus, 15.10 2013, 22:35
P.S.: Warum sollte jetzt Strauß und Partner jetzt noch einsteigen? Gratis und Franko vielleicht ja...
Skeptikus, 15.10 2013, 22:33
Gut informiert Kreise behaupten, der Käufer, der niemals 170 Mio. EUR hatte, habe die CFR gekauft (ohne Geld bzw. ohne ausreichend Geld), dann damit begonnen Aktiva zu verkaufen und hat wohl gehofft, bis zur Frist genug Silber verscherbelt zu haben, um die Schuld zu bezahlen. Jetzt hat er wohl einen zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag gecashed, wird seine Unterstützer auszahlen, den Rest einstreichen und Tschüss - glaubt wirklich jemand, der wollten eine Eisenbahn betreiben?
Manfred, 15.10 2013, 21:25
Norbert!Deine Unfähigkeit wird immer klarer!Es wollten diverse Firmen kaufen,ob das Dein Spatzenhirn akzeptiert oder nicht!Am Ende hat das die USL verhindert,in der Dein Spezi Johannis zu den ausschlaggebenden Größen gehört!
Norbert, 15.10 2013, 17:50
Sie können ja mal ALLE nach lesen (Nur zu diesem Thema) .Was ich im Vorfeld als Deutscher aus Deutschland zu diesem Thema geschrieben habe.Es wird nix schrieb ich,weil Nichtskönner nichts können. Und zweitens schrieb ich,das jemand blöd blind taub und von der AlzheimerKrankheit betroffen sein muß,der diesen Schrott kauft. Es wird niemand kaufen. Es wird niemand annehmen wenn er es geschenkt bekommt. Und so ist es gekommen.Das gute ist das man in Deutschland über alle Parteien hinweg dies weiß. Und das Gie EU Gelder bis 2020 gekürzt wurden. das zweitens die Gelder die sie bekommen strengstesn kontrolliert werden.Die meißten Gelder werden jetzt schon aus Angst nicht abgerufen.(Koruption ).drittens ist der EU Staatsanwalt neu installiert worden für veruntreute EU Gelder. Na wen wird man da wohl im Visier haben. Dieses Beispiel ist nur eins von vielen vielen Beispielen. Das einen Tenor in Deutschland hat Nix für nix.
Hanns, 15.10 2013, 17:22
@sraffa - so ist es nicht, denn letztendlich sind die Politiker verantwortlich und nicht die Beamten. Aber ich gebe Ihnen schon recht, dass im wesentlichen nur unbrauchbare Vorschläge seitens des Beamtenapparates gemacht werden, weil auch dort nur unfähige Idioten sitzen. Ich war selbst fast 3 Jahre als Berater in einem Ministerium in Bukarest tätig. Da habe ich Leute vorgefunden, die nicht einmal in der Lage waren eine simple Einladung zu einem Meeting mit anderen Ressorts zu verfassen (Leute mit Hochschulabschluss)!
Alexander, 15.10 2013, 16:49
So läuft das eben, wenn ein aufgelähter ineffizienter Staatsapparat am Werk ist - nur eines von sehr sehr vielen Beispielen. Und so wichtig, bestimmend und fordernd auch immer alle tun, verantwortlich ist natürlich niemand.
Reformen - und die fordern ja z.B. EU und IWF ständig - gibt es in RO ebensowenig, wie in Griechenland. So kommt ein Land aber eben nicht vorran.
sraffa, 15.10 2013, 16:47
@Hans : Die Schuld nur den Politikern anzulasten greift zu kurz; die Politiker sind nur die vorgeschickten Volksredner mit allzuviel Macht - hinter ihnen stecken die Masse der Staatssekretäre und obere Beamte . Vielmehr taugt der ganze Apparat in seiner jetzigen Form nichts denn er gibt der Politik offensichtlich nur unbrauchbare Vorschläge ; es muß analysiert und dargestellt werden warum das so ist. Oder ist es doch so daß die Politkaste Dinge betreibt ohne sich vom Apparat neutral beraten zu lassen ???
Hanns, 15.10 2013, 13:39
So wie es scheint sind die rumänischen Politiker für alles zu blöd!

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