Pro Infrastructura fördert Transparenz bei Straßenbauarbeiten

Verein zur Monitorisierung der Infrastruktur in Rumänien gegründet

Samstag, 20. Juni 2015

Luftaufnahmen werden von den leidenschaftlichen Militanten für eine effizientere Verkehrsinfrastruktur periodisch realisiert. Rumänische Bürger, aber auch die Medien sollen einen Einblick in den Bau der Autobahnen in Rumänien bekommen.
Foto: API

Sie halten ein Auge auf die Infrastrukturprojekte in Rumänien – fotografieren vor Ort oder aus der Luft, sammeln Informationen, verschicken Mitteilungen und Reportagen – und setzen Behörden unter Druck. Zahlreiche Foren landesweit haben nur eines zum Ziel: eine bessere Verkehrsinfrastruktur in Rumänien. Seit Kurzem sind diese Foren innerhalb eines Vereins zusammengeschlossen. Der „Pro Infrastructura“-Verein (API) ist der erste dieser Art in Rumänien und nimmt sich vor, ein Spiegelbild der rumänischen Infrastruktur zu erstellen.

Im Gegensatz zu Verkehrsvereinen und Straßenbauverbänden kann der Verein als ein von der Zivilgesellschaft getragenes Gremium für Infrastruktur betrachtet werden. „Denn wir vertreten das gesamte öffentliche Interesse“, sagt Marius H., ein begeisterter Aktivist innerhalb eines solchen Forums. Die Entscheidung, einen solchen Verein zu gründen, fassten die Foren schon seit längerer Zeit. Die Begründer des Vereins sind Mitglieder des Forums peundemerg.ro. Auch Mitglieder anderer Foren sind dazugekommen. „Pro Infrastructura ist eine unabhängige und apolitische NGO“, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins, die von Cătălin Drulă, Stellvertretender Vorsitzender des Vereins, unterschrieben ist. „Wir nehmen uns vor, die Interessen der Zivilgesellschaft aktiv zu vertreten und mit den Behörden eine direkte Beziehung zu pflegen, sodass die rumänische Infrastruktur sich in einer gleichmäßigen und nachhaltigen Weise entwickelt. Alles soll natürlich den Gesetzen und Vorschriften gemäß ablaufen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Und die Tätigkeit der Forumsmitglieder hat schon zumindest eine wichtige Auswirkung im Laufe der Jahre gehabt. Insgesamt 35 Flüge für Luftaufnahmen in den letzten drei Jahren sorgten dafür, dass die rumänischen Bürger und die Medien einen Einblick in den Bau der Autobahnen in Rumänien bekommen. Das Forum peundemerg.ro besteht schon seit fünf Jahren und hat bereits über 1100 Mitglieder im In- und Ausland. Alle sind aktive Bürger, die sich täglich informieren wollen. Sie setzen wichtige Themen auf die Tagesordnung und möchten die Infrastruktur landesweit fördern. Über 71.000 Mitteilungen wurden auf dem Forum veröffentlicht, Hunderte Fotografien und Videos mit den Baustellen auf den Straßen wurden bereits auf der Seite hochgeladen und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In den vergangenen Jahren wurden von diesem Forum zahlreiche Informationen von der Nationalen Behörde für Autobahnen und Nationalstraßen (CNADNR), der Rumänischen Eisenbahngesellschaft (CFR) und dem Verkehrsministerium gefordert. Alles, damit die Öffentlichkeit korrekt und transparent über die Lage der Infrastrukturprojekte in Rumänien informiert wird. Gleichzeitig hat die Gemeinschaft der Forumsteilnehmer auch dazu beigetragen, dass der rumänische Verkehrsmasterplan bestimmte Zielsetzungen berücksichtigt. Ein Anliegen des Forums war es, die Autobahnstrecke Hermannstadt/Sibiu-Piteşti erneut auf die Prioritätenliste des Verkehrsmasterplans Rumäniens zu setzen.

Informationen über die Gemeinschaft der leidenschaftlichen Militanten für eine effizientere Verkehrsinfrastruktur in Rumänien werden oft in den rumänischen Medien veröffentlicht. Zahlreiche Fotografien und Videos, die einmal im Monat von den Forumsmitgliedern realisiert werden, wurden von der rumänischen Presse übernommen. „Bis 2012 wurden diese Luftaufnahmen aus Geldern vom rumänischen Staatshaushalt durchgeführt, doch dann wurden diese Fonds gestrichen. Seither haben wir bereits sieben Sammelaktionen durchgeführt, um Gelder zu bekommen, damit diese Aufnahmen weiterhin verwirklicht werden. 35 Flüge für Luftaufnahmen der Baustellen wurden bereits organisiert“, sagt Marius H.

Die Aktivisten der Foren halten nicht nur ein Auge auf die Durchführung der Arbeiten, sondern machen auch eigene Berechnungen für eine bessere Transparenz. „Der Masterplan wird auf 5-6 Jahre erstellt und muss danach auch eingehalten werden. So ist es wichtig, dass der Masterplan grundsätzlich die Voraussetzungen der Gemeinschaft respektiert“, sagt Vereinsmitglied Marius H. In Zukunft sollen außer der Beobachtung der Straßenbauarbeiten auch andere Tätigkeiten stattfinden, die die Bedeutung der Infrastrukturentwicklung unterstreichen. Demnächst sollen u. a. auch Veranstaltungen zur Verkehrserziehung für Kinder organisiert werden. Zusätzliche Details zum Verein können von den Web- und Facebookseiten www.proinfrastructura.ro und facebook.com/proinfrastructura abgerufen werden.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 20.06 2015, 07:49
super Projekt. Genau davor haben die korrupten Politiker und Unternehmer (einheimische wie ausländische, auch deutsche und österreichische) Angst, vor der Eigeninitiative der Bevölkerung. Weiter so! Und hoffentlich gehen die Infrastrukturprojekte zügig voran und ohne dass staatliche/europäische Gelder zu Unrecht in private Taschen fließen.

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