Prognosen eines nachhaltigen städtischen Mobilitätsplans

Vorstellung der für die Durchführung relevanten Faktoren rund um Kronstadt

Donnerstag, 09. Juni 2016

Die Stadt Fogarasch ist nicht Mitglied des Kronstädter Entwicklungspols und hat auch kaum etwas unternommen, um die Stadt von dem Verkehr zu entlasten. Da es keine Umgehungsstraße gibt, fahren die Schwerlaster auf der Nationalstraße DN 1 mitten durch das Stadtzentrum, sie fügen den Gebäuden Schaden zu und die Parkplätze in der Stadt sind überbelastet.
Foto: der Verfasser

Der städtische, nachhaltige Mobilitätsplan stellt ein strategisches Dokument dar und ist ein Arbeitsinstrument für die Entwicklungspolitik. Dessen Ziel ist es, die Strategie für die zukünftigen Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft auszuarbeiten, um eine Verbesserung der Lebensqualität für die Zukunft, die Einhaltung der europäischen Vorgaben im Bereich des Umweltschutzes und die wirtschaftliche Effizienz zu sichern. Der Plan hat eine ausgeprägte analytische Komponente, die zur Entwicklung des Transports im Rahmen des Wachstumspols Kronstadt/Braşov führen soll.

Zu dem Kronstädter Wachstumspol gehören die Munizipien Kronstadt/Braşov, Săcele und Zeiden/Codlea, die Städte Weidenbach/Ghimbav, Predeal, Rosenau/Râşnov und Zărneşti, die Gemeinden Brenndorf/Bod, Budila, Neustadt/Cristian, Krebsbach/Crizbav, Marienburg/ Feldioara, Heldsdorf/Hălchiu, Honigberg/Hărman, Tartlau/Prejmer, Petersberg/Sânpetru, Tărlungeni und Wolkendorf/Vulcan. Der ausgearbeitete Mobilitätsplan bezieht sich auf die Zeitspanne 2016 – 2030. In dieser Zeitspanne müssen für die Bestimmungen des Plans noch jeweilige Machbarkeitsstudien für die vorgesehenen Investitionen laut Gesetzgebung ausgearbeitet werden. Diese müssen genaue Angaben über den Ort der durchzuführenden Investition, die beste technische Lösung, den Einfluss auf die Umwelt enthalten.

Alle fünf Jahre muss der Plan aktualisiert werden, Einschätzungen über die verflossene Zeitspanne vorgenommen werden, um eventuelle Korrekturen für die bevorstehenden Jahre vorzunehmen. Dieser nachhaltige, städtische Mobilitätsplan wurde in der Zeitspanne 2014 – 2015 von einem internationalen Konsortium von Beratern mit Unterstützung des Ministeriums für Regionale Entwicklung und Öffentliche Verwaltung sowie der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ausgearbeitet. Für die Durchführung wurde ein Koordinierungsbüro gegründet, bestehend aus Verantwortungsträgern seitens der Kronstädter Metropolitanagentur, des Kronstädter Bürgermeisteramtes, des Kreisrates, der Verkehrspolizei, der Umweltagentur, des städtischen Personentransportunternehmens (RAT) und der Transilvania-Universität.

Der Mobilitätsplan sieht Regelungen im Bereich des öffentlichen Personentransports, der Verkehrssicherheit, des nicht motorisierten Transports, der erforderlichen Logistik, neue Systeme des intelligenten Transports und des Managements der Mobilität vor. Für Struktur und entsprechende Koordinierung sieht der Plan konkrete Bestimmungen vor. Der Kronstädter Wachstumspol, zu dem die oben genannten Ortschaften gehören, umfasst eine Bevölkerung von fast 475.000 Personen, von denen in der Stadt unter der Zinne 253.000 Einwohner leben. Die diesbezügliche Prognose sieht ein kleines Wachstum von 472.000 im Jahr 2014 auf 495.515 im Jahr 2030 vor. Anderseits ist voraussehbar, dass sich die Anzahl der Verkehrsmittel bis 2030 verdoppelt, wenn die Zahlen dem langfristigen Trend folgen. Dementsprechend müssen auch die Parkmöglichkeiten erweitert werden. Gegenwärtig sind diese besonders im Kronstädter Stadtzentrum noch zureichend, doch wird sich diese Lage ändern. In Kronstadt wird der öffentliche Personentransport von der dem Bürgermeisteramt zugehörigen Transportfirma gesichert.

In den anderen Ortschaften wird dieser vom Kreisrat organisiert oder von anderen privaten Personentransportunternehmen durchgeführt. Der Taxiverkehr ist laut diesbezüglichem Gesetz aus dem Jahr 2003 geregelt. In Kronstadt gibt es ein gut ausgebautes Netz von Fußgängerzonen in der Innenstadt, was für die anderen Ortschaften nicht zutrifft. Unzureichend ist das Netz von Fahrradpisten. Dieses besonders in den anderen Ortschaften außer dem Kreisvorort, obwohl die Bürgermeister sich dafür ausgesprochen hatten. Leider blieb es bei Versprechungen. Es gibt auch keine Fahrradpisten entlang der Kreisstraßen, die die in dem Plan eingeschlossenen Ortschaften mit Kronstadt verbinden sollten. Auch in der Stadt unter der Zinne gibt es noch nicht Fahrradwege, die alle Stadtviertel vernetzen.

Zwei weitere Großprojekte warten darauf, abgeschlossen bzw. in Angriff genommen zu werden. Es handelt sich um den Kronstädter internationalen Flughafen,von dem bisher nur die Landepiste gebaut worden ist. Jetzt steht eine Partnerschaft zwischen dem Kreisrat und den Stadträten von Kronstadt und Weidenbach im Gespräch. Auch bekundeten in diesen Tagen der Stadtrat von Sankt Georgen/Sf. Gheorghe und der Kreisrat Covasna ihre konkrete Teilnahme samt Finanzierungsbeitrag. Gegenwärtig ist Kronstadt auch noch von einem direkten Autobahnanschluss ausgeschlossen. Der Warentransportterminal von Marienburg befindet sich auch erst in der Phase der Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie. Die dafür vorgesehene Investition beträgt 18,8 Millionen Euro und entspricht der Weißen Charta der EU. Dieses Zentrum für Warenumschlag würde zur starken Entwicklung des Warentransports im Gebiet führen.

Die Arbeitsgruppe, die den Mobilitätsplan in Angriff genommen hat, musste viele Daten in Betracht ziehen. Ausschlaggebend ist dabei auch die Anzahl der Arbeitsplätze. Allein in Kronstadt und dem Umfeld sind das rund 90.000, was besonders zu den Stoßzeiten zu Schwierigkeiten im Verkehr führt. Hinzu wurden 33.000 Fahrten zu Bildungszwecken – Schulen, Uni - gezählt. Pro Tag führt das zu 402.000 Fortbewegungen allein in der Stadt. Somit entfallen auf jeden Stadtbewohner 1,7 Fahrten pro Tag. Was die Transportmittel betrifft, wurden außer den eigenen Pkw die Busse des öffentlichen Personentransports, aber auch die der Betriebe, die ihre Angestellten zu den Arbeitsplätzen bringen, in Betracht gezogen. Obwohl fast alle Ortschaften, die zu dem Kronstädter Wachstumspol gehören, auch über Bahnhöfe verfügen, wird der Eisenbahntransport von den Pendlern und Reisenden weniger in Anspruch genommen, da die Haltestellen der Reisebusse günstiger als die Bahnhöfe liegen.
Für die nächsten Jahre wurden mehrere Szenarien ausgearbeitet, die als Folge der konkreten Maßnahmen in Betracht gezogen werden müssen. In Zukunft muss es ein besseres Verhältnis zwischen Lebensqualität und Transport geben.

In diesem Sinne müssen die Verkehrsbestimmungen bei Straßenkreuzungen neu überdacht werden und weitere Sicherheitsmaßnahmen, wie bessere Überwachung durch Kameras, mehr Fahrradwege, Unterführungen für Fußgänger, geschaffen werden. Das städtische öffentliche Personentransportunternehmen sollte als unabhängiger Betrieb umstrukturiert werden und nicht mehr von der Finanzierung des Bürgermeisteramtes abhängig sein. Auch sollte der gesamte öffentliche Personentransport auf alle dem Wachstumspol zugehörende Ortschaften ausgedehnt und mit entsprechenden Transportmitteln ausgestattet werden. Mehr Parkplätze müssen geschaffen und besser verwaltet werden. Eine dringende Renovierung benötigt der Kronstädter Hauptbahnhof. Die Straßenüberführung über das Bahngleis bei Predeal muss erweitert werden. Die Verantwortung für die Durchführung dieses Mobilitätsplans wurde dem Metropolitanverein für die nachhaltige Entwicklung des öffentlichen Personentransports übertragen, der die Rolle der Transportbehörde im Gebiet übernommen hat. Dieser wurde von den 16 Gründungsmitgliedern – siehe Ortschaften – am 7. August 2013 ins Leben gerufen und hat sich bisher aktiv in die Verbesserung der Mobilitätsfragen eingebracht. So ist beispielsweise der ganze Schwertransport aus Kronstadt ausgelagert und auf die Umgehungsstraßen umgeleitet worden. Ähnliche Maßnahmen wurden in Zeiden und S²cele getroffen. An der Fortführung der Projekte wird weiter gearbeitet, um den Anforderungen zeitgemäß zu entsprechen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 09.06 2016, 04:33
die orthodoxe Kirche will mit solchen Prunkbauten wie auf dem Foto hier Präsenz zeigen, doch wer ein geschultes Auge hat, der erkennt sofort, wie artifiziell reingepatzt solche Bauten sind. Dieses "goldene Dachl" mitten in Fogarasch, das von der Hauptstraße ganz absichtlich den Blick auf die Burg verstellt, schaut in seinem orientalischen Stil von der Weite aus wie eine Moschee, vier kleine Minarette hat es auch noch!

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