Programm „Landesschule für Managerinnen“ beendet

Chancengleichheit: Keine schüchternen Frauen mehr im Unternehmensbereich

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Die besten Geschäftspläne bekamen finanzielle Unterstützung für die Umsetzung in ein echtes Geschäft. Foto: privat

„Man wird nicht als Manager geboren – Manager wird man“, unter diesem Motto wurde die Landesschule für Managerinnen vor drei Jahren ins Leben gerufen. Das Projekt wurde vom Verein für die Förderung der Frau in Rumänien (APFR) mit dem Sitz in Temeswar/Timişoara vor zwei Jahren entworfen und gestartet. Am Ende des Programms wird nun Bilanz gezogen: Insgesamt 1200 Frauen haben eine Fortbildung als Managerin abgeschlossen.

„Die Landesschule für Managerinnen ist das einzige Finanzierungsprojekt in Rumänien, das insgesamt 1200 Frauen im Bereich des Managements ausgebildet und attestiert hat. Das bedeutet 33 Prozent aller Frauen, die bei solchen Ausbildungsprogrammen zwischen 2012-2013 mitgemacht haben“, sagt Vasile Moldovan, Geschäftsführer des Vereins für die Förderung der Frau in Rumänien (APFR). „Das Programm bot Frauen, die sich von der Männerwelt im Unternehmensbereich einschüchtern lassen, Unterstützung“, so der APFR-Geschäftsführer. Die Landesschule der Managerinnen ist ein Projekt zur Förderung der Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Finanziert wird das Projekt vom europäischen Sozialfonds durch das EU-Programm für Personalmanagement.

 

Die Idee des Projektes war, eine Lösung für die Diskriminierung der Frauen am Arbeitsplatz und die Gender-Stereotypien im Alltag zu finden. All diese Faktoren entmutigen einfach die Frauen, sich eine Führungsstelle zu wünschen. So dachte der Verein für die Förderung der Frau in Rumänien, all diese Vorurteile abzubauen und Frauen eine Chance zu geben, Managerinnen zu werden. Es entstand das Projekt der Landesschule der Managerinnen, die rumänischen Frauen Unterstützung im Bereich der Karriereplanung anbot.

Das Programm startete eigentlich Dezember 2010 und ging nun am 30. November zu Ende.

Partner im Programm waren die rumänisch-deutsche Stiftung für Ausbildung und berufliche Entwicklung im Bereich des Bauswesens, SC. Vertical Adeventure SRL, die West-Universität Temeswar, die Hochschule für Soziologie und Psychologie und Siveco Romania SA.

Insgesamt 1200 Frauen aus allen acht Entwicklungsregionen Rumäniens wurden an der Fortbildungseinrichtung für Managerinnen bis Herbst 2013 durch den kostenlosen Kurs geschult. Da die Anfrage sehr groß war, wurde auch die Auswahl streng durchgeführt. Die Kandidatinnen mussten ihren Hochschulabschluss nachweisen, sie mussten einen festen Arbeitsplatz haben und gleichzeitig auch eine Genehmigung für die Teilnahme am Programm vom Arbeitsplatz bekommen. Nachdem das Bewerbungsformular und die notwendigen Dokumente eingereicht wurden, mussten die Kandidatinnen APFR auch ein Motivationsschreiben zuschicken. „Die Motivation war für uns sehr wichtig und war meistens ausschlaggebend für unsere Entscheidung über Annahme oder Ablehnung der Bewerbung“, sagt Geschäftsführer Vasile Moldovan.

Die Ausbildung dauerte 15 Tage, wobei drei Unterrichtskomponenten zusammengebracht waren: Indoor-, Outdoor- und Onlinekurse. „Derzeit ist unser Programm das einzige in ganz Rumänien, das diese drei Unterrichtskomponenten integriert und ist dabei auch das erste zugelassene Programm für den Manager-Beruf. Diese Bezeichnung wurde von unserem Verein in den Berufscode 2011 eingeführt“, erklärt Moldovan. Dabei ist das Trainingsprogramm auch doppelt, auf landesweiter Ebene, akkreditiert - für die Besetzung der Managerposten und die Attestierung unternehmerischer Fähigkeiten.

Innerhalb der Ausbildung absolvierte jede Teilnehmerin insgesamt 180 Unterrichtsstunden: zwölf Indoor- und drei Outdoorkurse, dazu weitere 60 Stunden Online-Schulungen. Auch Entwicklungsdienstleistungen für Arbeitsmarktintegration wurden durchgeführt: Rechtshilfe, um ein Unternehmen zu gründen, professionelle psychologische Tests, Workshops zur Karriereplanung, die Entwicklung von mehr als 900 professionellen psychologischen Profilen für den Beruf als Manager sowie das Organisieren von 37 Ausbildungs- und 90 Trainingsgruppen. Dabei wurden insgesamt zwölf von Programmabsolventen entwickelte Geschäftspläne ausgezeichnet.

Alle Kursteilnehmerinnen konnten auch beim Wettbewerb „Die Managerin“ mitmachen. Sie mussten einen Geschäftsplan im Rahmen der Schule einreichen. Die besten zwölf für das Gesamtprogramm haben Unterstützung seitens der Schule bekommen, den theoretischen Plan in ein echtes Geschäft umzusetzen. „Infolge unseres Ausbildungsprogramms wurden auch über 30 Firmen in den letzten zwei Jahren eröffnet“, sagt Vasile Moldovan. Deren Tätigkeitsbereiche sind unter anderen Kultur, Tourismus, Gesundheit, Erziehung, Handel. Der Verein für die Förderung der Frau nimmt sich demnächst auch andere ähnlichgeartete Programme vor. 

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