Projekt beendet – Elterninitiative übernimmt Stafette

Bemerkenswerte Bilanz von „Menschen möglich machen“

Dienstag, 25. März 2014

Katzendorf - Beratung und Unterstützung von rund 140 Familien mit behinderten Kindern oder Familienangehörigen aus rund 28 Ortschaften, vier Seminare für Eltern und weitere vier Seminare für Sozialarbeiter, die Gründung eines Netzwerks zur gegenseitigen Unterstützung sind die wichtigsten Ergebnisse des vor gut zwei Jahren begonnenen Projektes „Menschen möglich machen“ - „Facem un trai omenesc posibil“. (Siehe auch „Erste Schritte für eine Selbsthilfegruppe im Repser Raum“, KR 40 vom 17. Oktober 2013).
Beim Abschlussseminar, das in Katzendorf/Caţa vorige Woche abgehalten wurde, ging es aber nicht nur um Bilanz ziehen und Dank aussprechen, sondern auch um Gruppenarbeit in drei Teams. Dabei wurde auf Grund eines Fallbeispiels gezeigt, wie Prioritäten identifiziert, gesetzt und angegangen werden, wie sich daraus Lehren und nachhaltige Lösungsstrategien entwickeln lassen und wie alles vor allem den Betroffenen bekannt gemacht werden sollte.

Konkret: eine arme, alleinstehende Familie mit drei behinderten und zwei gesunden Kindern braucht dringend eine Wohnung. Nach ersten in einem Raum innerhalb des Dorfkulturheimes verbrachten Monaten finden sich Leute und eine Baufirma die ein einfaches aber zweckentsprechendes Haus „schlüsselfertig“ bauen mit einem Zimmer für die kranken Kinder, einem benachbarten für die Eltern sowie mit Küche, Bad, zweites Kinderzimmer und ein Abstellraum. Das aus Tischen, Stühlen und Platten nachgebaute „Modell“, konnte im Nebensaal anschließend begutachtet werden. Die zweite Gruppe zeigte, wie die notwendigen Schritte unternommen werden, um einen Verein zu gründen der behinderten Kindern und ihren Familien  mit Rat und Tat bisteht. Mitglieder sind vor allem Betroffene selber, die sich gegenseitig helfen und ihre Anliegen den zuständigen Behörden vorbringen. Die dritte Gruppe drehte Filmszenen, die diesen Sachverhalt zusammenfassten und die wichtigsten Schritte schilderten, um eine Lösung in solchen Notsituationen zu erzielen.

Projektleiterin Tina Bing (Deutsch-Weißkirch/Viscri) und die aus Mediasch stammende Erzieherin und Ausbilderin Dana Crişan als Moderatorin hoffen nun zusammen mit den Projektträgern (die deutsche Stiftung „Aktion Mensch“ über „Europas Kinder Pirna e. V.“ und der Verein Nowero aus Reps), dass  ein Netzwerk entstanden ist, bestehend aus Eltern und Familien, Sozialarbeitern an den Bürgermeisterämtern, ärztliches Personal, das nun selbstständig agieren kann. Man kenne sich, man fühle sich nicht mehr allein und hilflos, man wisse welche Rechte einem zustehen und welche Infos wo besorgt werden können. Sehr hilfreich ist dafür auch das Info-Heft mit Ratschlägen, Adressen, Gesetzgebung und Dienstleistungsangebot, das  an die notleidenden Familien (fast ausschließlich aus dem ländlichen Raum und in Armut lebend) verteilt wurde.
An dem Abschlussseminar beteiligten sich, außer Familienmitgliedern mit behinderten Personen und Sozialarbeitern aus mehreren Gemeinden, auch Vertreter der Vereinsleitung von „Europas Kinder Pirna“ und von „Viscri începe“ sowie von der Kronstädter Kreisdirektion für Kinderschutz und Sozialhilfe, Nowero-Direktor Dipl.-Ing. Karl Hellwig und der Bürgermeister von Katzendorf, Gheorghe Vocilă.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 25.03 2014, 23:58
Katzendorf ist demographisch schon gekippt. Natürlich gibt es Wohnraummangel, wenn eine Volksgruppe sich alle 20 Jahre verdoppelt, selber aber keinen Wohnraum schafft und von den anderen nichts mehr zu holen ist.
Ortwin, 25.03 2014, 13:31
Vielen Dank für das Engagement aller Beteiligten von nah und fern

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