Projekt zur Reduzierung der Straßenhunde-Anzahl

Tierschutzvereine wünschen sich Maßnahmen gegen das Aussetzen von Tieren

Mittwoch, 08. August 2012

Nach der Sterilisierung werden die herrenlosen Hunde wieder befreit oder zur Adoption freigegeben. Foto: Zoltán Pázmány

„Wenn wir uns eine Stadt ohne Straßenköter wünschen, muss in erster Reihe das Aussetzen enden”, sagt Alina Văcaru, Vorsitzende des Temeswarer PetHope-Vereins. Eine Statistik zeigt, das jährlich etwa 10.000 Welpen auf die Straße von Temeswar/Timişoara gelangen. Schuld daran sind meistens nicht die Straßenhunde selbst, die sich vermehren, sondern gerade die sogenannten „Tierliebhaber”, die die ungewollten Hundebabys einfach aussetzen.

Der Tierschutzverein PetHope bietet somit eine Lösung zur Reduzierung der Anzahl der Straßenhunde in Temeswar.

Die regierungsunabhängige Organisation hat vor Kurzem ein Strategieprojekt beim Temeswarer Bürgermeisteramt eingereicht. Das Projekt sieht ein effizientes Management der Situation vor und bietet eine Möglichkeit, die Lage unter Kontrolle zu halten: Nicht nur Straßenhunde sollen sterilisiert werden, sondern auch die Hunde in den jeweiligen Haushälten.

„In den letzten Jahren konnten die Behörden keine konkrete Lösung für das Problem der Straßenhunde in Temeswar finden. Ein Lösung war die Sterilisierung der Hunde, jedoch wurde nur wenig in diese Richtung getan”, sagt Loredana Lungu vom Tierschutzverein PetHope Temeswar. Einen großen Wert wurde jedoch auf Tierheime gelegt. Die Hunde wurden gefangen und in Heime gebracht. Dies ist eine sehr kostspielige Maßnahme und vor allem sehr uneffizient”, so Loredana Lungu.

Insgesamt 20.000 Euro im Jahr bekommt das Hundeheim der Firma Danyflor in der Temescher Ortschaft Schag/[ag vom Kommunalrat Temeswar. Allein das Tierfutter kostet 12 Lei pro Tag. In unmittelbarer Nähe der Stadt gibt es insgesamt drei Tierheime. Platz für alle herrenlosen Tiere gibt es schon lange nicht. „Viele Hunde werden hier schlecht betreut – eine Mehrheit stirbt an gewissen Krankheiten, die Tiere hungern oder werden getötet”, meinen die Freiwilligen. „Nun möchten wir zusammen mit dem neuen Kommunalrat effiziente Lösungen finden und sie so bald wie möglich auch umsetzen”, erklärt Ruxandra Bizera, Mitbegründerin des Temeswarer Tierschutzvereins.

Das Projekt, das dem Kommunalrat überreicht wurde, soll demnächst den Stadträten zur Abstimmung vorgelegt werden. Das Projekt enthält ein Budget. Dieses wurde für zwei Jahre berechnet. Die Sterilisierung soll laut Projekt bei insgesamt 29.000 herrenlosen, aber auch bei Hunden mit Besitzern durchgeführt werden. „Das von uns berechnete Budget entspricht den Summen, die allein in drei Monaten in einem Tierheim ausgegeben werden”, sagt Anamaria Manolea, Mitglied in der Freiwilligen Gruppe ACT (Animal Care Team) Temeswar.

Der Sterilisierung der Tiere kommt auch die Universität für Veterinärmedizin in Temeswar entgegen und bietet an, diese gegen die Summe 10 Lei pro Tier zu erledigen. „Wir nehmen auch die Variante der Sterilisierung vor Ort in Kauf. Durch eine mobile Klinik kann diese auch in den jeweiligen Haushalten durchgeführt werden”, sagt Anamaria Manolea. „Wir unterstützen somit jene Besitzer, die es sich nicht leisten können, die Kosten zu tragen”, fügt das ACT-Mitglied hinzu. Laut Projekt sollen die sterilisierten Hunde dann weiterhin auf die Straßen frei gelassen werden. „Ein Hund ist nur dann agressiv, wenn sich eine Hundemeute bildet. Wenn sie aber steril sind, dann bilden sich auch keine Meuten mehr”, erklärt  die Tierliebhaberin.

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