Protestaktion spitzt sich auch in Temeswar zu

Rund 1000 Menschen sind auf die Straße gegangen

Montag, 16. Januar 2012

„Wir wollen das Paradies, das ihr uns am Ende des kommunistischen Regimes versprochen habt“ stand auf einem Banner am Temeswarer Opernplatz. Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar – Die Proteste gegen Staatspräsident Traian Băsescu und die Sparpolitik der Regierung haben sich auch in Temeswar/Timişoara ausgeweitet. Immer mehr Menschen sind am Wochenende in der Stadt an der Bega auf die Straße gegangen: Am Sonntagnachmittag protestierten rund 1000 Menschen am Temeswarer Opernplatz, um den Rücktritt des Staatspräsidenten zu fordern. Laut Polizei mischten sich auch Poli-Fußballfans unter die Demonstranten.

Die Route des Protestmarsches führte am Temescher Kreisrat, am Sitz des staatlichen Senders TVR sowie am Studentenviertel vorbei. „Lügt das Volk nicht durch die Fernsehsendungen an“ sowie „Studenten, kommt mit uns“ riefen die Protestler. Die meisten Temeswarer versammelten sich am Opernplatz in der Temeswarer Innenstadt. Zahlreiche rumänische Flaggen und Protestbanner waren dabei zu sehen. Die Protestaktion lief friedlich, so dass die Polizei nicht eingreifen musste. Jedoch entkam ein Rentner, der sich als Unterstützer von Traian Băsescu erwies und ihn verteidigte, nur knapp einer Prügelei. Die Gendarmen entfernten ihn von den Protestlern, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Landesweit gingen am Wochenende tausende Menschen auf die Straßen. Schauplätze waren neben Temeswar vor allem Bukarest sowie Craiova, Klausenburg/Cluj-Napoca und Jassy/Iaşi.

Kommentare zu diesem Artikel

Helmut, 16.01 2012, 22:55
Herrn Binder kann ich nur zustimmen.
Jedoch muss es ohne Hilfe aus dem Ausland gelingen wieder Vetrauen herzustellen,indem eine unabhängige Justiz alle diese Figuren die dieses Regime repräsentieren vor ein Gericht stellt um zu zeigen,dass es in einem neuen Rumänien keinen Platz mehr für Korruption und Abgehobenheit der Politik geben darf. u.v.m.gibt.
Johannes Binder, 16.01 2012, 16:54
Angesichts der korrupten und dem Volk gegenueber respektlosen Fuehrung Rumaeniens, waren Proteste zu erwarten. Der taeglich Ueberlebenskampf, Perspektivlosigkeit in der arg geplagten Bevoelkerung , sorgten für ein Aufbegeren .
Das menschenverachtende Regime, ist auch durch einen Fuehrungswechsel nicht in geordnete Bahnen zu lenken. Begruendung hierfuer ist, das in der korrupten "upper class" , wohl kaum die geeignete Regierung zu finden ist. Ueber viele Jahrzehnte ist fuer die Bevoelkerung, das Zahlen von Schmiergeldern zur Normalitaet geworden und kein Geheimnis, das verschwiegen wird. Dies hat zur Folge, dass von dem sehr kleinen Einkommen oder Rente, neben Schmiergeldern auch noch die extrem hohen Lebenshaltungskosten bestritten werden muessen, was die Menschen in die Armut führt. Die Rumaenen haben nur noch eine Chance, um aus dieser verfahrenen Situation zu entfliehen. Nur mit Hilfe und Kontrolle aus dem Ausland besteht eine laengerfristige Perspektive, die auch das Vertrauen in der Bevoelkerung wiederherstellen könnte.

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