Prüfungsausschuss: Lucian Vărşăndan durchgefallen

Seltsame Vorgänge bei der Besetzung der DSTT-Intendanz

Donnerstag, 07. März 2019

Temeswar (ADZ) – Nachdem Temeswarer Gerichte das Bürgermeisteramt unter Nicolae Robu verpflichtet haben, dem ehemaligen Intendanten des Deutschen Staatstheaters Temeswar (DSTT), Lucian Vărşăndan, die Teilnahme an der Ausschreibung der Leitungsfunktion zu erlauben, hat der von der Stadtverwaltung eingesetzte Prüfungsausschuss das von Vărşăndan eingereichte Konzept zur DSTT-Intendanz mit der unzureichenden Note 6,81 bewertet und ihn für durchgefallen erklärt.

Wie die ADZ berichtete, hatte das Bürgermeisteramt zunächst die Teilnahme von Lucian Vărşăndan an der Ausschreibung für unzulässig erklärt, da laut der Auslegung der Dringlichkeitsverordnung Nr. 189/2008 durch die Personalabteilung des Rathauses Vărşăndan nicht alle dort vorgesehenen Bedingungen erfüllt hätte. Damals wurde sein Leitungskonzept jedoch mit der Note 9,88 bewertet. Vărşăndan reichte eine Verwaltungsklage ein, die Gerichte gaben ihm letztendlich Recht. Doch weil das Bürgermeisteramt den von den Richtern festgelegten Termin für die Wiederholung der Ausschreibungsprozedur und die Zulassung von Vărşăndan nicht eingehalten hatte, musste der ehemalige DSTT-Intendant erneut die Stadtverwaltung verklagen, die Verwaltungskammer des Temescher Gerichts hat den ersten Verhandlungstag für den 27. März festgelegt. Nach der Einreichung der neuen Klage und höchstwahrschein-lich um deren Zurückweisung als gegenstandslos zu erwirken, leitete das Bürgermeisteramt die von den Gerichten verordnete Prozedur ein und ließ Vărşăndans Leitungsprojekt durch den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungsausschuss bewerten.

Der Temeswarer Presse sagte Lucian Vărşăndan, dass er sich die Bewertung nicht erklären könne, auch wisse er nicht, wer dem Prüfungsausschuss angehört hat. Ernannt wurden dessen Mitglieder durch den Bürgermeister. Dieser sagte, seine Verwaltung habe nur die endgültige Gerichtsentscheidung vollzogen, mehr wisse er nicht.

Vărşăndans fast zehnjährige Intendanz gehörte zweifelsohne zu den Meilensteinen in der Geschichte der Temeswarer deutschen Bühne, das Theater und er selbst wurden während dieser Zeitspanne mehrmals mit Preisen und Auszeichnungen geehrt. Die Art und Weise, in der das Bürgermeisteramt unter Nicolae Robu 2017 mit ihm umgegangen war, sorgte für heftige Kritik nicht nur in der rumäniendeutschen Gemeinschaft. Sein gegenwärtig mit 6,81 bewerteter Entwurf zur Leitung des DSTT wurde von Radio România Cultural mit einem Exzellenzpreis bedacht.

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