PSD-Parteitag: Liviu Dragnea lässt sich mit Beifall als Parteichef bestätigen

Regierungschefin Dăncilă erwartungsgemäß die neue Nummer 2 in der PSD

Dienstag, 13. März 2018

Liviu Dragnea und Vasilica Viorica Dăncilă: Er bleibt, wie geplant, die alte Nummer 1, während seine langjährige Vertraute nunmehr die neue Nummer 2 in der PSD ist.
Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Mehr als 4000 Parteidelegierte haben am Samstag auf dem außerordentlichen Parteitag der PSD Regierungschefin Viorica Dăncilă zu ihrer Exekutivvorsitzenden und damit zur neuen Nummer 2 in der Partei gewählt. Dăncilăs Gegenkandidaten, Senatorin Ecaterina Andronescu und Ex-Gesundheitsminister Nicolae Bănicioiu, wurden erst gar nicht zum Rednerpult vorgelassen und zogen es daher vor, sich aus dem Rennen zurückzuziehen.

Als PSD-Generalsekretär wurde der wegen Interessenkonflikt vorbestrafte Marian Neacșu bestätigt, während bei den insgesamt 16 Vizevorsitzenden einzig die Wahl von Ex-Verteidigungsminister Adrian Țuțuianu für Überraschung sorgte, da er sich gegen den von PSD-Chef Dragnea bevorzugten Kandidaten durchsetzen konnte. Die 16 neuen PSD-Vizes nach Entwicklungsregionen – je acht Frauen und Männer – sind: Gabriela Firea und Robert Negoiță, Olguța Vasilescu und Paul Stănescu, Carmen Dan und Adrian Țuțianu, Roxana Mânzatu und Gabriel Trif, Mirela Furtun˛ und Marian Oprișan, Natalia Intotero und Mihai Fifor, Doina Pană und Gabriel Zetea, Doina Fedorovici und Gabriel Vlase.

Obwohl das Amt des Parteichefs nicht zur Wahl stand, ließ es sich der Amtsinhaber nicht nehmen, sich in bester Ceaușescu-Manier bestätigen zu lassen: „Wollt ihr mich weiter als Parteivorsitzenden?“, fragte Dragnea ins Publikum, worauf die Delegierten in begeisterte Ja-Rufe und minutenlangen Beifall ausbrachen.
Der wegen Wahlbetrugs vorbestrafte PSD-Chef versprach seinen Genossen umgehende Strafrechtsänderungen, einen neuen Rechtsrahmen für die Nachrichtendienste sowie ein Gesetz „zur Verteidigung der Souveränität“. Letzteres soll regierungs- oder PSD-kritische Stimmen visieren, die das Land „im Ausland verleumden“ würden.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 14.03 2018, 08:03
Wenn jetzt nicht auch der Letzte merkt,was hier gespielt wird,kann man den Rumänen nicht mehr helfen...Raus aus der EU und zurück in die Diktatur,oder in der EU bleiben und zur Demokratie zurückkehren,andere Möglichkeiten sehe ich nicht.
Peter, 13.03 2018, 11:45
Was für eine Veranstaltung war das, etwa der 15. Parteitag der PCR?
Zurück zu den Wurzeln, die Nachkommen der zweitklassigen PCR-Bürokraten, die '89 das Land retteten, besinnen sich was zur Machterhaltung zu tun ist. Die Geschichte wiederholt sich. Heute so ein Parteitag und Morgen Aufmärsche mit Fahnen und Spruchbänder.
"Völker, hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht."

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