PSD schlägt EU-Abgeordnete Viorica Dăncilă als Regierungschefin vor

Dragnea: Eine zivilisierte, nicht-konfliktuelle, gesprächige Frau

Donnerstag, 18. Januar 2018

Bukarest (ADZ) - Der Exekutivrat der PSD hat sich am Dienstag auf die EU-Abgeordnete Vasilica Viorica Dăncilă (Progressive Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament) als Nachfolgerin für den zu Wochenbeginn zurückgetretenen Regierungschef Mihai Tudose geeinigt.

PSD-Chef Liviu Dragnea bestätigte in einer Pressekonferenz, dass dieser Vorschlag Staatschef Klaus Johannis während dessen Beratungen mit den Parlamentsfraktionen offiziell unterbreitet werden soll. Auf die Frage der Presse, welche Eigenschaften die 54-jährige Sozialdemokratin für das Amt der Regierungschefin empfehlen würden, sagte Dragnea, sie sei „zivilisiert, nicht-konfliktuell und kommunikativ“. Auch sei sie eine im EU-Parlament geschätzte Abgeordnete und, darüber hinaus, „eine Verfechterin der von uns geplanten Verbesserungen der Justizgesetze“. Tatsächlich hatte sich Dăncilă 2017 im EU-Parlament angesichts der landesweiten Straßenproteste gegen die Justizreform der PSD-ALDE-Koalition wiederholt für die umstrittene Novelle ihrer Parteikollegen eingesetzt und die rumänischen Demonstranten dabei als gewalttätige Rowdies beschimpft.

Dăncilă gilt als enge Vertraute Liviu Dragneas, dem sie ihre politische Karriere verdankt. Wie auch Dragnea stammt die 54-Jährige aus dem Landkreis Teleorman, deren lokaler PSD-Filiale sie 1996 beitrat. Dank der Unterstützung des langjährigen früheren Kreisratschefs von Teleorman und aktuellen PSD-Chefs wurde sie 2009 auf die Wahlliste der Partei für die Europawahl gesetzt und schaffte so den Sprung ins Europäische Parlament. Bis dahin war sie Anfang der 1990er Jahre zunächst als Lehrerin in Videle, sodann als Ingenieurin bei der OMV Petrom und anschließend als Kreisrätin von Teleorman tätig gewesen. Seit 2015 ist Dăncilă zudem Vorsitzende der Frauenorganisation der PSD.

Kommentare zu diesem Artikel

Anton, 18.01 2018, 15:21
Die korruptions- und skandalgebeutelten Sozialdemokraten würden überhaupt nicht mehr gewählt werden, wenn es eine vernünfte Opposition mit einem Konzept gäbe. Aber die Opposition besteht zumindest im Parlament nur aus neoliberalen Phrasendreschern, NATO-Anbetern und Befehlsempfängern aus Brüssel, die dem sozialen Ausverkauf nichts entgegensetzen werden.

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