PSD-Vizepräsident: Liviu Dragnea gefährdet die Partei

Mihai Chirica empfiehlt Parteitag im Sommer

Dienstag, 14. Februar 2017

Bukarest (ADZ) – Mihai Chirica, amtierender Bürgermeister von Jassy und stellvertretender PSD-Vorsitzender, ist am Sonntag mit seinem Parteichef Liviu Dragnea hart ins Gericht gegangen. Durch sein Vorgehen habe Dragnea „die Partei gefährdet“, was sich in den jüngsten Umfrageergebnissen nur allzu klar widerspiegele, sagte Chirica in einem TV-Gespräch. Dem PSD-Vize zufolge ist „Rumänien nach der Eilverordnung 13“ nicht mehr das gleiche Land wie davor – die Gesellschaft habe es geschafft, unter Beweis zu stellen, „dass es tatsächlich Demokratie gibt“. Niemand zweifele Dragneas Verdienst um den Wahlsieg der PSD bei der jüngsten Parlamentswahl an, doch benötige die Partei eine neue Spitze, der bisherige „Basta-Führungsstil“ sei überholt, so Chirica. Seiner Partei empfahl der Vize einen baldigen Parteikonvent – „nicht jetzt gleich, weil die Gemüter noch erhitzt sind, sondern im Frühsommer oder Sommer“. Chirica stellte zudem klar, keinerlei Ambitionen auf das Amt des Parteichefs zu hegen. Allerdings scheinen seine Tage in der Partei gezählt: Der stellvertretende Generalsekretär der PSD, Codrin Ştefănescu, verlautete wenig später, dass Chirica mit diesen seinen Meinungen eine „Einzelstimme“ in der Partei darstelle und das Exekutivbüro der PSD schon letzte Tage über dessen Parteiausschluss abstimmen wollte, was man nun wohl „demnächst nachholen“ werde.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 15.02 2017, 00:38
Dieser Mihai Chirica hält die Ehre der PSD'ler hoch; leider funktioniert die PSD aber noch wie eine stalinistische Organisation und wird ihn zumindest rausschmeißen. Dafür sollte man sich den Herrn Chirica für eine Alternative merken.
Michael, 14.02 2017, 09:26
Der kriminelle Dragnea ist nur die eine Seite des Problems, wohl eines der größten aber nicht das einzige.Die Korruption als solches ist immer noch ein weiteres grßes Problem. Innerhalb der PSD Politiker herscht weiterhin eine sehr große Vorliebe für Korruption und Amtsmissbrauch, was tagtäglich immer wieder aufgedeckt wird. In den ländlichen Rathäussern , Kommunalverwaltungen im Gesundheitswesen herschen diese Kriterien in großem Umfang. Und diese Bereiche müssen statt einzuschränken noch wesentlich verstärkt werden. Rumänien hat viele gute Gesetze, viele übernommen von anderen EU Staaten, setzt diese jedoch nicht in der Praxis um oder setzt sie falsch ein.

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