Qualifizierte Fachkräfte mit sozialen Kompetenzen

Tag der deutschsprachigen Studiengänge am Bukarester Polytechnikum

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Beim Polifest haben sich deutsche Unternehmen in Rumänien, die als spätere Arbeitgeber der Poli-Absolventen angesehen werden können, präsentiert. Im Bild: DAAD-Lektorin Elisabeth Lazarou im Gespräch mit den Vertretern von BMW.
Foto: Aida Ivan

Bukarest - Polifest 2012 ist der Name der Veranstaltung, die vom Bukarester Polytechnikum (UPB) letzte Woche zum ersten Mal organisiert wurde. Es war die größte rumänische wissenschaftliche Veranstaltung dieser Art, die das Ziel hatte, das UPB-Studienangebot unter dem Motto „Der sichere Weg zum Erfolg“ zu fördern. Das Fest umfasste verschiedenartige Veranstaltungen wie Ausstellungen, eine Buchmesse, den Tag der offenen Tür und den Tag der deutschsprachigen Studiengänge.

Der zweite Tag von Polifest wurde der deutschen Sprache gewidmet. Anwesend waren Christiane Heinze, Vertreterin der Deutschen Botschaft in Bukarest, Iuliana Rusu seitens der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer (AHK) und die DAAD-Lektorin an der UPB, Elisabeth Lazarou.

Universitätsrektor Mihnea Costoiu unterstrich in seiner Eröffnungsrede die zwanzigjährige Tradition der deutschsprachigen Studiengänge an der UPB. Die konstanten und äußerst engen Beziehungen zwischen dem  Polytechnikum und den deutschen Hochschulinstitutionen liegen der Beziehung der UPB zum ganzen deutschsprachigen Raum zugrunde, behauptete er.

Auch seien die Beziehungen zwischen UPB und Unternehmen aus den deutschsprachigen Ländern in der letzten Zeit gefestigt worden. Als Beispiel einer ausgezeichneten Beziehung mit dem Bukarester Polytechnikum erwähnte Costoiu Firmen wie Infineon und BCR. Er hege die Hoffnung, dass die Beteiligung der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer (AHK) eine noch engere Zusammenarbeiten zwischen der Universität und deutschen Firmen mit sich bringt.

Deutsche Investoren suchen qualifizierte Arbeitskräfte

Christiane Heinze begann ihre Ansprache mit bezeichnenden Schlagzeilen aus deutschen Pressemeldungen aus dem letzten Jahr, wie „Ingenieurmangel erreicht Höchststand“ oder „Ingenieurmangel kostet deutsche Wirtschaft Milliarden“. „Der deutsche Arbeitsmarkt sucht und benötigt Fachkräfte. Dieser Bedarf kann nicht allein aus dem Inland befriedigt werden“, behauptete sie. Sie betonte ebenfalls die Bedeutung der deutschen Sprache im beruflichen Kontext: Obwohl Englisch eine globale Sprache ist, seien die Deutschkenntnisse wichtig, denn Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache in der EU.

Da Deutschland seit Jahren der wichtigste Handelspartner Rumäniens ist, hätten die Absolventen der deutschsprachigen Studiengänge der UPB zwei große Vorteile: das Fachwissen und die Sprachkenntnisse. Dementsprechend können sie sowohl in Rumänien als auch in Deutschland arbeiten. Studenten sollten Kontakt zu den deutschen Firmen schon während des Studiums aufnehmen. Nach erfolgreich absolvierten Praktika könne man viel leichter den Bereich auswählen, in dem man zukünftig arbeiten will. Die Erwerbung von praktischen Kompetenzen sei genauso wichtig wie die der akademischen, ergänzte Christiane Heinze.

Iuliana Rusu betätigt sich bei der AHK seit mehr als zehn Jahren und ist zuständig für die Personalsuche. Die ehemalige Absolventin eines Studienganges in deutscher Sprache an der UPB erklärte, dass die meisten AHK-Kunden deutsche Unternehmen seien, die in Rumänien ansässig sind. Zunächst stellte sie das Bild der rumänischen technischen Hochschulen in Deutschland dar: „Die rumänische technische Ausbildung ist gut, sogar sehr gut. Deutsche Unternehmen möchten rumänische Ingenieure anstellen“.

Deutsche Arbeitgeber suchen aber Fachkräfte mit sozialen Kompetenzen, betonte Rusu. Diese kämen in einem Vorstellungsgespräch sofort zum Vorschein. Auch sie schlug Praktika oder Teilzeitjobs vor. Obwohl das Praktikum nicht bezahlt wird, ermutigte sie die Studierenden, es als eine Investition in die Zukunft zu betrachten – auf diese Weise kann man die eigenen Fähigkeiten einschätzen und erfahren, was für ein Gehalt angemessen für die Position wäre.

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