Quartalszahlen enttäuschen Anleger, Griechenland-Krise beängstigt sie

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 19. Mai 2015

Bukarests Wertpapierbörse erlebte eine heftigere Korrektur in der vergangenen Woche. Nach der freundlichen Vorwoche mit Kursgewinnen zwischen 0,48 und 1,4 Prozent verzeichneten die Indizes der BVB in der vergangenen Woche Verluste zwischen 0,99 Prozent (ROTX) und 1,77 Prozent (BET). Im Durchschnitt lag der Kursverlust der vergangenen Woche bei 1,5 Prozent. Enttäuschend war auch der Umsatz, der kumuliert in der vergangenen Woche leicht über 26 Millionen Euro lag – fast 20 Prozent weniger als in der Vorwoche. Im Durchschnitt wurden umgerechnet 6,6 Millionen Euro an der BVB mit Aktien umgesetzt.

Quartalsberichte leiten Kurskorrektur ein

Die Kurskorrektur ist hauptsächlich auf die Quartalsberichte der börsennotierten Unternehmen zurückzuführen. Die rumänischen, an der Bukarester Börse gelisteten Unternehmen enttäuschten die Anleger ein wenig. Doch Analysten sehen auch in der sich weiter hinausschiebenden Krise in Griechenland eine Erklärung für die Kursverluste der vergangenen Woche. Dass die Korrektur dabei den gesamten Markt erfasst hat, dafür spricht, dass der allgemeine Index BET den höchsten Kursverlust verzeichnete. 34 Aktien schlossen die Woche im Minus, nur 23 erzielten Gewinne. Die höchsten Kurszuwächse erreichten der Kunststoffverarbeiter Teraplast (TRP, 0,303 Lei, ISIN ROTRPLACNOR7) mit einem Plus von 19,7 Prozent, der Flugzeughersteller Aerostar (ARS, 2,05 Lei, ISIN ROAEROACNOR5) mit 12 Prozent und das Erdölförderunternehmen Dafora (DAFR, 0,0177 Lei, ISIN RODAFRACNOR5) mit 10,6 Prozent. Die höchsten Verluste verzeichneten das Maschinenbauunternehmen Retrasib (RTRA, 0,2693 Lei, ISIN RORTRAACNOR6) – minus 10,2 Prozent – und der Hersteller von Haushaltsgeräten Electroargeş (ELGS, 0,587 Lei, ISIN ROELGSACNOR6) mit minus 9,5 Prozent.

Wichtige Aktien belasten Indizes

Der Investmentfonds Proprietatea (FP, 0,8815 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) verlor in der vergangenen Woche 3,24 Prozent. Anleger zeigten sich enttäuscht über die schwache Performance der FP-Aktien nach dem Start des Handels in London. Dazu kam auch noch die Ankündigung eines negativen Ergebnisses für das erste Quartal dieses Jahres. Der Verlust lag bei 668,7 Millionen Lei (150,15 Millionen Euro).

Die Aktien des Erdgasversorgers Romgaz (SNG, 35,1 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) verzeichneten einen Kursrückgang von 3,3 Prozent. Die Papiere konnten sich nicht jenseits des Hochs von 36,1 Lei je Aktie festigen, was Anleger zu Gewinnmitnahmen bewegte, sodass die Aktie seit nun zwei Wochen an Wert verliert. Das belastete gleich drei Indizes, in denen SNG-Aktien eine hohe Gewichtung haben: den Hauptindex BET, den Energiewerte-Index BET-NG und den ROTX-Index.

Bei Petrom schon vorgegriffen

Anleger griffen vor wegen der Ergebnisse des Erdölkonzerns OMV Petrom (SNP, 0,3888 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9). Diese werden erst diese Woche veröffentlicht, doch anscheinend erwarten Anleger auch aus dieser Ecke keine guten Nachrichten. Die Aktie verlor 2,13 Prozent auf Wochensicht.

Die Erste Group Bank AG setzte den Aufwärtstrend der Vorwoche fort. Auf der Vollversammlung vom 12. Mai billigten die Aktionäre den Rückkauf von Aktien im Wert von bis zu zehn Prozent des Stammkapitals.
Es wird nicht uninteressant zu beobachten, was aus dem Mauerblümchen Banca Carpatica (BCC, 0,04 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) wird. Die Aktien verloren in der vergangenen Woche 1,72 Prozent, doch soll auf der Vollversammlung im Juni die Fusion mit der ungarischen Nextebank beschlossen werden. Das dürfte der Bank helfen, am Markt zu bleiben. Derzeit hält die Bank einen Marktanteil von 0,9 Prozent. Nextebank hält 0,3 Prozent.

Rasdaq

Wie auch in der Woche zuvor verhielt sich der Sekundärmarkt Rasdaq völlig anders als der Hauptmarkt. Zumindest wenn es um die Entwicklung des Hauptindex geht. Der Rasdaq-C konnte in der vergangenen Woche mächtig aufholen, nachdem er in der Vorwoche 1,7 Prozent verloren hatte. Der Zuwachs betrug überraschende 2,56 Prozent, sodass der Rasdaq-Markt mit einem Punktestand von 1533,84 Zählern in diese Woche gestartet ist. Umsatzmäßig enttäuschte die vergangene Handelswoche, auch wenn der Umsatz um fast 13 Prozent höher lag als in der Vorwoche. Insgesamt wurden 0,54 Millionen Euro mit Rasdaq-Aktien umgesetzt. Dabei rüttelte ein Sonderdeal am vergangenen Freitag den Markt wach. Fast 24 Prozent des Hotelunternehmens Granat SA Mangalia (GRAO, 14 Lei, ISIN ROGRAOACNOR0) wechselten den Besitzer zum Vorzugspreis. Die Transaktion machte knapp 89 Prozent des Tagesumsatzes aus.

Devisen

Der Leu machte im Verhältnis zu den beiden Hauptdevisen wieder etwas Boden gut in der vergangenen Woche. Diese Entwicklung folgte auf eine Abwertungswoche, in welcher der Euro an der 4,45-Lei-Grenze gekratzt und der US-Dollar erneut die 4-Lei-Marke in Angriff genommen hatte. Während der Euro mit einem Wochenverlust von 0,19 Prozent fast unverändert bei 4,4409 Lei stehen blieb, musste der US-Dollar einen höheren Verlust hinnehmen. Mit einem Wochenminus von 1,29 Prozent kehrte die amerikanische Währung wieder zur 3,9-Lei-Marke zurück. Am  Montag kostete ein Greenback 3,9086 Lei.


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