Radu-Stanca-Theater möchte zum EU-Gipfeltreffen glänzen

Hermannstädter Qualitätstheater als Gegengewicht zur europäischen Sinnkrise

Samstag, 04. Mai 2019

Schwierige Entscheidungsfindung für Europa: In der aktuellen Inszenierung des „Zerbrochenen Kruges“ am Radu-Stanca-Theater Hermannstadt wechseln zwei grundverschiedene Sprachen, grelles Licht und dunkle Schatten einander ab. Foto: Dragoş Dumitru

Hermannstadt – Im Hinblick auf das am Donnerstag, dem 9. Mai, in Hermannstadt/Sibiu anstehende informelle EU-Gipfeltreffen und den damit verbundenen internationalen Publikumszulauf gibt das Radu-Stanca-Theater (TNRS) die Richtung der hauseigenen Schauspielstrategie für den Zeitraum 7.-12. Mai bekannt. Um sich den erwarteten Besucherdelegationen aus Europa und der Welt von seiner bestmöglichen Seite zu zeigen, bietet das TNRS in der genannten Zeitspanne ausschließlich Vorstellungen von Inszenierungen, deren Verkaufszahlen der jüngeren, mittleren und langen Vergangenheit am vergleichsweise sichersten auf einen erneuten Erfolgsgarant vor den Augen und Ohren eines anspruchsvollen Publikums schließen lassen. Zum Auftakt der einschlägigen Angebotsreihe wird am Dienstag, dem 7. Mai, um 20 Uhr im Lulu-Saal der Kulturfabrik, Triajului-Straße 1-3, eine Aufführung der abwechselnd in deutscher und rumänischer Sprache gespielten Inszenierung von Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ (Urciorul sfărâmat) geboten. Theatermacher Armin Petras und Regisseur Dominic Friedel zeichnen für jene Vorstellung verantwortlich, deren Überschrift im übertragenen Sinn als Hinweis auf die interne Gesamtkrisensituation Europas verstanden werden kann.

Mittwoch, am 8. Mai, sowie Donnerstag, am 9. Mai, geht um jeweils 20 Uhr abends die von Regisseur Silviu Purcărete entworfene Inszenierung der Tragödie „Faust“ über die Bühne des gleichnamigen Vorstellungssaales in der Kulturfabrik. In bekannter und erprobter Art und Weise schlüpft die Vorzeigeschauspielerin des TNRS Ofelia Popii in die trügerische Haut des Mephisto, worauf sie drei Tage später, am Sonntag, dem 12. Mai, um 18 Uhr auf der Eugenio-Barba-Drehbühne den teuflischen Duktus ablegen und stattdessen ein mehrfaches Rollenspiel in der ebenfalls von Silviu Purc²ărete geführten Inszenierung „Die Geschichte der unanständigen Prinzessin“ leisten wird. Am Samstag, dem 11. Mai, lädt das TNRS für mittags um 13 Uhr zu einer Hin- und Rückfahrt mit der Straßenbahn auf der alten Trasse Hermannstadt-R²{inari ein. In den fahrenden Triebwagen wird die Vorstellung „Eine Trambahn namens Popescu“ (Un tramvai numit Popescu) erneut zum Leben erweckt. Am Abend des 11. Mai wird um 19 Uhr im Lulu-Saal der Kulturfabrik der frei nach einer Vorlage des Théâtre de Campagnol Paris inszenierte „Tanzball“ (Regie: Radu-Alexandru Nica) aufgeführt. Auf der letztgenannten Bühne in der Hermannstädter Triajului-Straße steht nicht zuletzt eine Vorstellung von Samuel Becketts „Warten auf Godot“ an, die am Mittwoch, dem 10. Mai, um 20 Uhr stattfindet.

Die Deutsche Abteilung des TNRS steuert der Angebotsreihe zu Ehren des EU-Gipfeltreffens keine eigenständige Vorstellung bei, ist aber durch die Ensemblemitglieder Daniel Plier, Emöke Boldiszár und Fabiola Petri an der Inszenierung von Heinrich von Kleists „Zerbrochenem Krug“ direkt mitbeteiligt.

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