Radu-Stanca-Theater regt Geschichtsaufarbeitung an

Inlandstournee und Podiumsdiskussionen anhand eines Dramas von Alexandra Badea

Montag, 04. Februar 2019

Alexandra Badea

Hermannstadt – Mit Förderung des Kreditinstitutes BRD Groupe Société Générale sowie unter Berücksichtigung des Wahlspruchs „Manifest pentru dialog“ (Gesprächsdebatten aus Überzeugung) geht das Schauspielensemble des zeitgeschichtlich inspirierten Repertoirestückes „Perfect Compus“ am Radu-Stanca-Theater Hermannstadt/Sibiu (TNRS) demnächst auf inländische Gastspielreise nach Bukarest (13. Februar, Theatersaal „Arcub Hanul Gabroveni“) und in die Kreishauptstädte Arad (4. Februar, Ioan-Slavici-Theater), Temeswar (6. Februar, Deutsches Staatstheater), Galați (15. Februar, Fani-Tardini-Theater), Brăila (16. Februar, Maria-Filotti-Theater) und Râmnicu Vâlcea (20. Februar, Anton-Pann-Theater). Die Reihe der Gastvorstellungen, die an allen aufgezählten Orten um jeweils 19 Uhr beginnen, wird am Donnerstag, dem 21. Februar, um 19.30 Uhr mit einer Aufführung desselben Stückes im Studiosaal des TNRS, dem Ort der Premiere am 17. April 2018, beschlossen. Im Anschluss an die Vorstellungen der Inszenierung in rumänischer Sprache mit der klaren Handschrift von Theaterautorin und Regisseurin Alexandra Badea (Jahrgang 1980), die im Alter von 23 Jahren aus Rumänien nach Frankreich emigrierte, wird an allen Gastspielorten einschließlich Hermannstadt ein Podiumsgespräch durchgeführt, das die Zuschauer zu einem Spiel von Frage und Antwort mit den Ensemblemitgliedern des TNRS Ioana Cosma, Ali Deac, Iustinian Turcu, Gabriela Pîrlițeanu, Fabiola Petri, Alexandru Malaicu, Oana Marin, Ștefan Tunsoiu, Alin Turcu, Emanuel Antonescu und Cristian Timbuș einlädt. Eintrittskarten für die Gastauftritte des TNRS in Bukarest, Arad, Temeswar, Galați, Brăila und Râmnicu Vâlcea sind an den örtlichen Vorverkaufskassen erhältlich.
„Perfect Compus“ von Alexandra Badea bringt das musterhafte Beispiel eines von Geheimnissen und Intrigen geprägten Familienszenarios auf die Bühne, das in Rumänien seit Beginn der Nachwendezeit um das Jahr 1990 in bestimmt nicht wenigen Fällen persönliche Verwirrung, Entrüstung und Enttäuschung hervorruft. Die ernüchternde Aufdeckung und Aufarbeitung jahrzehntelang verschwiegener Verwicklungen Einzelner in die unlauteren, korrupten und durch Folter unterstützten innenpolitischen Machenschaften der Regierungen Rumäniens zurzeit des Zweiten Weltkrieges und der kommunistischen Gewaltverbrechen ist ein bekanntlich langwieriger sozialer Prozess, der in der medialen Öffentlichkeit Rumäniens aktuell ins Stocken geraten ist. Stattdessen stehen zahlreiche Privatpersonen und Familien als lebende Nachfahren und rechtliche Erben vormaliger Mittäter der menschenverachtenden Netzwerke von Securitate und Foltereinrichtungen vor der schwierigen Herausforderung, ihre eigene pazifistische Zivilhaltung mit den ideologisch nachweisbar verwerflichen Biografien ihrer Vorfahren in Einklang zu bringen.

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