Reaktivierung der „Kulturbaustelle Herkulesbad“

NGO „Locus“ schließt Vertrag mit Stadtleitung Herkulesbad zwecks „Reaktivierung und Stimulierung“ von Kultur und Gesellschaft

Samstag, 23. Februar 2019

Herkulesbad – Der Verein „Locus“, eine NGO, setzt sich zum Ziel, „lokales Kulturgut zu erforschen, zu retten und zu fördern“, und ist spezialisiert auf Architektur- und Naturwerte Rumäniens, immer mit jeweils sozialer Komponente. Zu seinen Projekten gehört auch Herculane Projekt, über das in unserer Zeitung bereits berichtet wurde. Die Vertreter von „Locus” finden, dass Herkulesbad unter einer „schwer heilbaren Krankheit” leidet: dem verwirrten, stellenweise ungeklärten rechtlichen Besitzstand der Immobilien.

„Wir haben uns die Kaiserbäder – neuerdings Neptun-Bäder getauft – zum Standort und Reaktivierungs- und Stimulationsmotor der Kultur in Herkulesbad ausgewählt“, heißt es in einem neueren Kommuniqué von „Locus”. „Wir haben begonnen, Stufen einer Strategie auszuarbeiten, die die Sanierung des gesamten historischen Stadtzentrums umfasst. Die Hauptsorge, die uns umtreibt, ist der Schutz und der Wiederaufbau der lokalen Kulturgüter, die der örtlichen Gemeinschaft zur wohlüberlegten Neunutzung erstattet werden sollen. Das ist dann etwas von nationalem Interesse. Deshalb ist es dringend nötig, dass endlich die juristischen Fragen rund ums Besitzrecht über die Immobilien und Grundstücke geklärt werden. Nur so kann das Kulturgut korrekt und nachhaltig gerettet werden und alle Beteiligten haben einen Nutzen davon.“

Solche Argumente haben die Ratsherren von Herkulesbad überzeugt, mit dem Verein „Locus” eine Partnerschaft einzugehen. Das geschah noch vor dem Einsturz eines Teils der Dächer der Kaiserbäder. Das Projekt nennt sich jetzt „Kulturprojekt zur Reaktivierung der Kulturbaustelle Herkulesbad” und wird von der Verwaltung des Nationalen Kulturfonds finanziert. Dahinter stecken dieselben Architekturstudenten aus Temeswar, die seit zwei Jahren eine Sanierung des historischen Zentrums des Kurbads anstreben. „Locus” wuchs inzwischen zu einem „multidisziplinären Team“ heran, verfolgt aber dasselbe Ziel: durch gemeinsame Aktion das Kulturerbe zu neuen Leben zu erwecken und damit auch Anstöße zu liefern für eine Relancierung des Gemeinschaftslebens in der Kleinstadt.
„Nachdem wir `Locus` gegründet haben, haben binnen Wochen die Vereine Romania100, IdeilaGram, The Light Design, MakeBetter und zahlreiche Privatpersonen ihre Unterstützung angeboten“, sagte Oana Chiril², die als Vertreterin von „Locus“ den Vertrag mit der Stadt Herkulesbad unterzeichnete. „Wir freuen uns besonders, dass namhafte Architekten mitmachen: Dr. Bogdan Demetrescu, Oana Bogdan, Dr. Ana Majaru, Dr. Liliana Ro{iu, Dipl.-Ing. Cornel Farca{ u.a., aber im Team sind auch Archäologen, IT-Leute, ganze Architekturbüros.“

Die Kaiserbäder sind 1883-86 vom Architekten Ignatz Alpar auf Bestellung von Kaiser Franz Joseph I. gebaut worden und waren programmatisch, als Teil des Stadtzentrums, als architektonisches Ensemble gedacht, das sich über beide Ufer der Cerna erstreckt und das auch das Casino und die beiden Prominentenhotels Rudolfshof und Josephshof umfasste. Die Initiatoren der Immobilien- und gesellschaftlichen Sanierung von Herkulesbad gehen davon aus, dass es nicht ausreicht, die verfallenden Immobilien zu sanieren und ihnen neuen Glanz zu verleihen, parallel dazu muss auch die Gemeinschaft der Kleinstadt behutsam gesunden. Das Binom von Kur- und Kulturstadt könne nur so funktionieren.

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