ReBranders - Jugend startet durch

Neues Austauschprojekt der Studentenorganistion AIESEC

Mittwoch, 29. August 2012

Studentenorganisation AIESEC – Austauschstudenten aus Europa

Faul, unhöflich, passiv und gänzlich uninteressiert: Dies wären einige der am häufigsten benutzten Adjektive, wenn man jemanden bittet, die heutige Jugend zu beschreiben. Oftmals heißt es dann noch, sie würden sich nicht für ihre eigene Zukunft, für ihr eigenes Land interessieren. Sie halten nichts von Tradition, wollen immer neue Sachen, haben keine Ziele im Leben und keinen Willen ihre Träume zu verwirklichen.

Doch ist wirklich alles so, wie es den Anschein erweckt? Kann man tatsächlich so einfach behaupten, dass unsere Jugend zu nichts taugt, oder verbirgt sich dahinter mehr?

Junge Leute, die versuchen etwas zu ändern, gibt es immer. Man kann behaupten, dass insbesondere die Jugend den Drang verspürt, etwas zu ändern, zu verbessern oder die alten Werte aufzupeppen.

Manchmal können Generationskonflikte auftauchen, wie es häufig der Fall ist. Trotzdem, an Eifer und Tatendrang fehlt es besonders den Temeswarer Jugendlichen nicht.

Jahr ein, Jahr aus werden unzählige Events und Aktionen organisiert, um Kultur, Musik und Literatur zu fördern. Projekte für einen wohltätigen Zweck stehen auch auf der Liste. Sogar um den Ruf Rumäniens sorgt sich die Jugend.

Dies ist auch der Fall beim ReBranders-Projekt, das von der Studentenorganisation AIESEC ins Leben gerufen wurde. AIESEC setzt sich aktiv für die persönliche und professionelle Entwicklung von Jugendlichen ein.

ReBranders 2012 ist ein multikulturelles Projekt, geschaffen von Institutionen, wie die West Universität Temeswar, der Verein Temeswar Kulturhauptstadt 2020, die polytechnische Universität aus Temeswar und das multikulturelle Musik- und Kunstfestival Plai. Das Projekt läuft ab dem 23. Julie bis zum 20. September.

Durch das Projekt möchte man über 40 Studenten aus anderen Ländern nach Rumänien bringen, und dadurch die Partnerschaft zwischen den agierenden Vereinen festigen. Auch das internationale Image von Temeswar soll auf den neuesten Stand gebracht werden.

Die teilnehmenden Studenten werden “Internationale” oder “ReBranders“ genannt und kommen aus Ländern wie: Brasilien, Kanada, Pakistan, Japan, China, Russland, Serbien, Kroatien und andere EU-Länder. Sie sind für das Schaffen neuer Kampagnen der Partnervereine verantwortlich. AIESEC bemüht sich mit diesem Projekt um eine neue, unvergessliche multikulturelle Erfahrung für die so genannten “Internationalen“.

Die Mitglieder von AIESEC Temeswar sind dafür verantwortlich, dass sich die jungen Ausländer so gut wie möglich fühlen. Um ihnen den Aufenthalt möglichst informativ und angenehm zu gestalten, wurde für sie ein Programm zusammengestellt, das Besuche zu diversen Konzerten, Veranstaltungen und Clubs beinhaltete. Dies hat auch zur Bildung ihrer eigenständigen Meinung über Rumänien viel beigetragen.

So meint die Austauschstudentin Alexandra, sie wäre von den vielen Parks und von der Fülle der Natur in der Stadt begeistert: „Ich war von den Stadtparks fasziniert. Ich bin schon viel gereist, aber ich habe nirgends so schöne Parks wie in Temeswar gesehen. Es ist der perfekte Ort zum Erholen, insbesondere für Kinder.“ Alexandra kommt aus der Ukraine und sie wollte bei diesem Projekt mitmachen, weil sie dadurch neue Erfahrungen sammeln und neue Menschen kennenlernen kann. Zudem möchte sie durch das Projekt etwas verändern. Es hat auch mit ihren Hauptfächern zu tun. Sie studiert Marketing und Wirtschaftslehre.

Giuseppe (Italien) hingegen wollte Osteuropa besichtigen: „Ich war noch nie in Osteuropa. Es ist ein sehr internationales Projekt und ich kann eine Menge neuer Erfahrungen sammeln. Ich kann auch etwas über mich erfahren, dass ich noch nicht wusste.“

Die internationalen ReBranders haben eine klare Mission: Jede Gruppe bekam eine Marke, die sie neu ausgestalten sollten. Dafür wurden sie in Gruppen eingeteilt. Giuseppe ist Teamleiter der Plai-Festival-Gruppe und ist für das Koordinieren und Planen des Festivalablaufs und der Werbemaßnahmen verantwortlich. Er ist der Meinung, dass diese Verantwortung ihm geholfen hat. Er hat nun mehr Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten gewonnen.

Als er gefragt wurde, was sein Ziel wäre im Rahmen dieses Ereignisses, sagte er: „Ich will generell etwas in Rumänien verändern. Ich möchte in mein Heimatland zurückkehren und den Leuten dort über meine persönlichen Eindrücke berichten. Dadurch sollen Vorurteile, die man über Rumänien allgemein hat, abgeschafft werden.“

Auf die Frage hin, was ihn in Temeswar oder Rumänien generell überrascht hat, meinte er: „Die Stadt und die Atmosphäre! Ich habe eine alte Stadt erwartet, denn so habe ich sie im Internet wahrgenommen. Stattdessen habe ich den Rosenpark, den Kinderpark und das Business Centre gesehen, also Dinge, die wirklich neu sind. Ich habe erkannt, dass es eigentlich eine lebendige und aktive Stadt ist.“

Ehe sie nach Temeswar kamen, waren die ReBranders in Budapest aktiv. Für sie gibt es deutliche Unterschiede zwischen den beiden Städten: „Die Menschen hier sind anders als die in Budapest. Vielleicht ist Budapest schöner als Temeswar, da es ja eine Hauptstadt ist, dafür waren die Menschen unfreundlicher. Hier versuchen die Menschen immer nett zu sein, du fühlst dich akzeptiert und einfach wohl.“

Die Internationalen haben noch ein Projekt am Start, das für ihre eigenen Kulturen werben soll. Zudem veranstalten sie das Event „Global Village“. Es findet vom 1. bis zum 31. August statt. Die Veranstaltung wird an zwei Orten ausgetragen: am 31. August auf dem Domplatz und am 1. September im Iulius Mall Einkaufszentrum. Es sollen auch Stücke für Kinder aufgeführt werden und man kann sich auch auf eine Schnitzeljagd freuen.

Es ist nur eines der zahlreichen Projekte, dass AIESEC organisiert hat und organisieren wird. Auch andere Studentenorganisationen bemühen sich, den Studenten Unterstützung und Möglichkeiten zu bieten, so zum Beispiel die AC Liga der polytechnischen Universität oder OSUT Studentenverein an der West Universität.

Junge Menschen sind aktiver als man denkt: Sie setzen sich für wohltätige Zwecke, internationale Projekte und für das Ansehen der Stadt ein.

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