Regen und Holz gegen Straßenbau

Kreisstraße übern Semenik kann erst frühestens im August eingeweiht werden

Mittwoch, 21. Mai 2014

Der Bau der DJ 582-Straße wurde gute zehn Jahre hinausgeschoben. Nun soll die Straße im Sommer eingeweiht werden. Foto: Andreea Oance

Sie ist eines der Endlosprojekte des Banater Berglands, die Kreisstraße aus dem Temesch-Tal bei Slatina-Timis über die Deutschböhmensiedlungen Wolfsberg/Garâna und Weidenthal/Brebu Nou, den Prislop-Paß und Franzdorf/Valiug nach Reschitza, ins Tal der Bersau/Bârzava, Kodebezeichnung DJ 582. Erst ist ihr Bau gute zehn Jahre hinausgeschoben worden und das mindestens zweimal bereits vorhandene Geld in andere, politisch angeblich wichtigere, Projekte gesteckt worden, einmal in die Straße zum Hausberg der Karansebescher, den Muntele Mic.

2010, als dann endlich wirklich der Straßenbau begann – wie in Rumänien üblich war auch diese Straße, als die Absicht zu ihrer Generalüberholung zur Jahrtausendwende bekannt wurde, nicht mehr repariert worden, so dass sie an manchen Abschnitten zwischen Weidentahl und Slatina Timis zwischendurch von Sturzbächen regelrecht weggeschwemmt wurde – zeigte es sich einmal mehr, dass rumänische Straßenbauer unter den Bedingungen häufiger und starker Regenfälle kaum zurechtkommen. Die Folge: statt dass die Kreisstraße DJ 582 im Frühjahr 2013 eingeweiht werden konnte, mussten bei den Geldgebern – u.a. der EU, die über 60 Prozent der Kosten trägt, nicht rückzahlpflichtige Gelder – laufend Aufschubsgenehmigungen wegen widriger Witterungsverhältnisse eingeholt werden: Der Regen machte allzu regelmäßig Striche durch die Rechnungen.

Die Nützlichkeit dieser Straße hat nie jemand bestritten. Der Weg von Bukarest nach Reschitza/ Resita – oder, wie immer wieder in Wirtschaftsträumen erhofft: Zu den Skigebieten und dem Höhenkurort des Semenik und die vielseitig interessanten Ortschaften, die von Deutschböhmen aufgebaut worden waren – wird durch diese Straße um 70 Kilometer verkürzt, weil der Umweg über Karansebesch/ Caransebes vermieden wird.

Gefragt, ob der Übergabetermin vom August 2014 eingehalten wird, zuckt Victor Naidan, Architekt und beim Kreisrat als Geschäftsführer angestellt, die Schultern, hat aber immer eine plausible Erklärung parat: „In den vergangenen zwei Jahren hat es immer wieder wolkenbruchartige Regenfälle gegeben, die buchstäblich Teile der bereits fertigen Straße weggerissen haben. Außerdem hat der Schwerlasterverkehr, mit den Forsttransportern, schnell zur Zerstörung bereits fertiger Straßenabschnitte beigetragen, so dass von einer Abnahme nicht die Rede sein konnte. Und zusätzliches Geld für eine solidere Konsolidierung des Straßenunterbaus wollte uns ADR-West, das die EU-Gelder verwaltet, aufgrund einer vorher verfassten Regelung, nicht gewähren. Erst im Frühjahr 2013 hat ADR West sein eigenes Reglement für die Finanzierung des Straßenbaus geändert und unser wohlbegründetes Gesuch zur Aufstockung der Gelder wurde angenommen. Aber das Geld „für Unvorhergesehenes” ist eben jetzt erst wirklich angekommen. Aufgrund einer Additionalakte zum Initialvertrag”.

Aber die Probleme waren damit noch nicht aus der Welt geschafft. Denn die Bukarester Firma, welche die Ausschreibung zur Bauausführung für sich entschieden hatte, meldete inzwischen Pleite an. Jetzt hat der Kreisrat Geld, aber keinen Bauausführer für die Reparatur- und Fertigstellungsarbeiten. Zudem sollte der Kreisrat Karasch-Severin/ Caras-Severin immer bloß die Zahlungsansuchen für den rumänischen Beitrag von knapp 40 Millionen Lei ausstellen und genehmigen, die effektive Bezahlung der Arbeiten sollte das Transportministerium mit allen bürokratischen Vorlaufprozedere übernehmen, schrieb ein Abkommen zwischen den beiden staatlichen Stellen vor.

Naidan: „Dabei kam es ganz anders: Die Zahlungsansuchen des Kreisrats von August 2013 sind von Ministerium nie honoriert worden. Obwohl die Summen innerhalb des Ministeriums bereits genehmigt wurden. Aber sie haben sich irgendwelche Strafverzinsungen einhalten wollen, die sie einseitig beschlossen hatten. Daraufhin hat uns der Bauherr verständigt, dass er unter diesen Umständen nicht mehr weitermachen kann, weil er Zement, Bitumen und alles andere immer sofort bezahlen muss. Wie bei jedem Einkauf. Wir haben uns auch da durchgewurstelt und im Oktober 2013 aus eigenen Mitteln alles bezahlt. Die Rechnungen, die seit mehreren Monaten offen waren, nämlich. Damals haben wir den ersten Übergabeaufschub erreicht, auf August 2014, weil wir erfahrungsgemäß nämlich davon ausgehen mussten, dass die Arbeiten über Winter eingestellt und erst im April 2014 wieder aufgenommen werden können.”

Seit der ursprüngliche Kostenvoranschlag von 20 Millionen Euro um 17 Prozent aufgestockt wurde, glaubt Naidan, dass die Straße fertiggebaut werden wird. Naidan: „Wenn es im Mai nicht allzu viel und im Sommer, wie vorausgesagt, wenig regnen wird, dann beginne ich dran zu glauben, dass wir die DJ 582 im Spätsommer offiziell eröffnen können. Ansonsten kann ich nur hoffen, dass danach die Touristen tatsächlich über diese Straßen anreisen werden”.

 

Kommentare zu diesem Artikel

Gerd, 27.05 2014, 11:31
es trifft keineswegs zu, dass die Probleme durch Regenfälle entstanden, sondern durch das Fehlen von Betonstahl in den Stützmauern und minderwertige Fundamente, sowie auch Arbeitsmoral! Kontrollen gibt es nicht!

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