Regierungserlass: Bakschisch wird ab Mai besteuert

Freitag, 24. April 2015

Bukarest (ADZ) - Per Eilerlass lässt die Regierung das gängige Trinkgeld besteuern – und zwar ab Mai um 16 Prozent. Dieser Prozentsatz sei „dezent“, sagte Premier Victor Ponta am Mittwoch zu Beginn der wöchentlichen Regierungssitzung. Unternehmen, deren Mitarbeiter für ihre Dienstleistungen von Kunden mit einem Trinkgeld beglückt werden, müssen dieses nun ab Mai mit einem separaten Kassenbon quittieren und darauf 16 Prozent Steuern abführen. Dem Arbeitgeber steht es danach frei, das Geld den Arbeitnehmern zu überlassen oder als Gewinn einzubehalten. Auch das Bakschisch der Taxi-Fahrer soll nach Angaben von Finanzminister Teodorovici demnächst besteuert werden, wofür die Taxi-Unternehmen nun gesonderte Zahluhren einbauen lassen müssen.

Kommentare zu diesem Artikel

Spassvogel, 24.04 2015, 15:00
Na und wie wird das bei den Häschen in den Hotels gehandhabt? Müssen die dann zwei Registrierkassen rumschleppen? Bon fiscal? Ja Und beim Trinkgeld nach der Massage? Na das wird spannend Herr Finanzminister... Wird es Zimmerkontrollen geben durch die Anaf? Das wird ein Mordsgaudi... Die IWF- Delegationen und andere wird's freuen... Und gleich ein paar Fernsehteams hinten nach... Ich lach mich tot! Und ganz Europa über Rumänien!
Manfred, 24.04 2015, 10:15
Sollte noch jemand Zweifel an der Inkompetenz dieser Regierung gehabt haben,dürfte er endgültig eines Besseren belehrt worden sein.Das ist viel Bürokratie ohne effektive Einnahmen,realitätsfremd dazu.Schätze die rumänischen Trinkgeldempfänger als clever genug ein,diesen Blödsinn nicht mitzumachen.
Aurelian, 24.04 2015, 09:53
@Skeptikus; bringen Sie diese Vollidioten besser nicht auf solche Gedanken, sonst haben wir bald an jedem Scheisshaus eine verplombte Uhr mit Bondrucker - versteht sich - und 10 Jahre Archivierungspflicht.
Linares, 24.04 2015, 09:42
Die Taxis benoetigen eine neue Taxiuhr, mit der auch das Trinkgeld registriert werden kann. Das bedeutet round about 250 Euro plus Einbau und einen Tag Ausfall.Auch die Restaurants, Bars etc. muessen ihre Kassen modifizieren lassen; auf eigene Kosten natuerlich. Bis dieser Aufwand mit Trinkgeld (netto nach Steuern) wieder eingenommen ist, vergehen Jahre. Da kann man doch nur wieder einmal vermuten, dass die Kleinbetriebe - ohnehin schon exzessiv schikaniert - zugunsten grosser Aktiengesellschaften verschwinden sollen, damit die Politiker dort ihre Spezis in den Aufsichtsrat schleusen koennen. Da kann man besser klauen, was bei kleinen, inhabergefuehrten Betrieben nicht geht.
Hanns, 24.04 2015, 09:23
Das ist totaler Unfug! Die kleinen Leute müssen zahlen aber die großen Gauner dürfen das dem Volk gestohlene Vermögen behalten und müssen auch keine Steuer dafür bezahlen. Das ist ein verrücktes Land. Man braucht sich nicht wundern, dass normal denkende Menschen einem solchen Staat den Rücken kehren.
Skeptikus, 24.04 2015, 09:12
Einen größeren Blödsinn kann man sich wohl nicht ausdenken und dann noch per Eilerlass! Was kommt als nächstes? Die Unterhosensteuer pro Waschgang? Urinsteuer per Liter?

Wer wird diese Bürokratie zur Verwaltung der Trinkgelder bezahlen? Da kaufe ich mir einen Kaffe und ein Wasser für 9 Lei. Gebe 10 und der arme Restaurateur/Kellner muss mir einen Bon für 9 Lei ausstellen und auch noch einen für 1 Lei?

Das ist ein in Europa, vermutlich weltweit einzigartiger Gedankenfurz! Aber man sieht, womit sich die Experten beschäftigen...

Qui bono?

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