Rennen um Ackerboden

Ankauf in Arad auf Hochtouren

Samstag, 07. Mai 2016

Symbolfoto: pixabay.com

Laut Schätzungen der Fachleute ist heuer im allgemeinen kein gutes Landwirtschaftsjahr zu erwarten, jedenfalls würden die Ernteerträge 2016 weit schwächer als die der Vorjahre ausfallen. Als Hauptgrund für diese negativen Prognosen wird schon jetzt die erwartete anhaltende Dürre ausgemacht. Wegen des kürzlich noch beträchtlichen Defizits von Wasser im Boden wird unser Land 2016 höchstwahrscheinlich in der EU einen Nachzüglerplatz in Sachen Ernteertrag und Effizienz im Landwirtschaftssektor einnehmen.

Ausländische geldkräftige Privatpersonen und Firmen stört das scheinbar kaum, sie planen und berechnen ihr Geschäft und vor allem ihren hohen Profit mit dem guten und noch immer nach EU-Maßstab billigen rumänischen Ackerland auf Langzeitdauer. Dieses Geschäft kann nicht schief gehen.

Ein beredtes Beispiel gibt der Kreis Arad, der westlichste Landkreis Rumäniens, ab. Laut Ioan Martin, dem Leiter der Arader Landwirtschaftsdirektion, wurden allein im Vorjahr 9000 Hektar Ackerboden von Ausländern – Privatpersonen und Firmen – angekauft. Siebenmal mehr als im Jahr 2014. Und das Rennen um den fruchtbaren, ertragreichen Ackerboden aus der Arader Tiefebene geht auf Hochtouren weiter. Das 2014 vom rumänischen Parlament angenommene Gesetz 17/2014, das Ausländern den uneingeschränkten Ankauf von Boden in Rumänien ermöglicht, gab dem Bodenankauf durch Ausländer einen besonderen Aufwind.

Die meisten Ankäufer kommen aus den Reihen jener Geschäftsleute, die hier schon in den Vorjahren vorteilhafte Geschäfte gemacht haben: Es sind vor allem Italiener, Deutsche, Österreicher und Ungarn. Diese große Zahl von Bodentransaktionen führte selbstverständlich zu einem rapiden Anstieg des Bodenpreises auf dem Markt. Im Kreis Arad erreichte der durchschnittliche Hektarpreis im letzten Jahr einen Anstieg bis auf 6000 Euro, beträchtliche Flächen Ackerland wurden im Kreis Arad jedoch gar mit dem bisherigen Höchstpreis von 10.000 Euro pro Hektar erworben.

Laut Direktor Martin waren in der seit der Annahme des besagten Gesetzes verflossenen Zeit zirka 17.000 Kaufakten zu bearbeiten, davon 12.000 Akten von ausländischen Privatpersonen oder Firmen. Wenn in der Zeitspanne April 2014 - April 2015 5000 derartige Kaufunterlagen registriert wurden, so verzeichnete man in der folgenden Zeitspanne eine Verdoppelung, davon handelte es sich bei 70 Prozent um ausländische Ankäufer. Bis April 2015 wurden so zirka 15.000 Hektar aus dem Kreis Arad an Ausländer verkauft. Dieser verfügt über 351.000 Hektar Ackerland, davon wertvolle, ertragreiche Böden. 30.000 Hektar befinden sich derzeit in fremder Hand, ein Großteil davon wurde schon vor der Annahme des Gesetzes 17/2014 von Ausländern angekauft. Laut Martin könnte man in den Schätzungen auf bis zu 50.000 Hektar gehen, das macht 15 Prozent des gesamten Arader Ackerlands aus.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 08.05 2016, 06:20
wichtig ist, dass der Boden bebaut wird und nicht nur brach liegt oder als Schafweide dient. Wer Geld investiert in Boden, Maschinen, Saatgut und Arbeit, dem gebührt Respekt. Denn es ist eine Schande fruchtbaren Boden unkultiviert zu lassen. Und wenn diese Person ein Ausländer ist, auch gut. Was soll daran schlecht sein? Der Konsument muss das Produkt sowieso bezahlen, auch der rumänische Bauer gibt es seinen Landsmännern nicht gratis.

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