Romgaz und Petrom polarisieren die Bukarester Börse

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 19. November 2013

Es war die Woche von Romgaz (SNG, 34,1 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) und OMV Petrom (SNP, 0,451 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9). Die vergangene Handelswoche startete um einen Tag versetzt ganz im Zeichen des Börsenneulings Romgaz, die Aktien wurden am vergangenen Dienstag zum Handel zugelassen. Institutionelle Anleger, die bei der IPO nicht genug Aktien erhalten konnten, deckten sich vor allem am ersten Handelstag mit SNG-Aktien ein. Sie waren für einen Umsatz von umgerechnet 20,7 Millionen Euro verantwortlich, das entsprach 85 Prozent des Tagesumsatzes. Ab Mittwoch aber verdrängte der Mineralölkonzern OMV Petrom den Neuling vom ersten Platz an der Umsatzspitze.

Auf die Woche gerechnet wurde mit SNP-Aktien dreimal mehr umgesetzt als mit Romgaz-Papieren. Insgesamt 97,2 Millionen Euro wurden mit SNP-Aktien umgesetzt. Das Geheimnis wurde am Freitag gelüftet (als der Tagesumsatz 95,2 Millionen Euro ausmachte): Die Europäische Bank für Entwicklung und Wiederaufbau (EBRD) hat sich von ihrem Anteil an Petrom getrennt. Die EBRD war zuletzt noch mit 1,62 Prozent an der OMV-Tochter beteiligt. SNG-Aktien hingegen brachten es in ihrer ersten Handelswoche auf einen Gesamtumsatz von umgerechnet 30,6 Millionen Euro. Dafür aber starteten sie mit einem Aufschlag von 15 Prozent auf den Ausgabepreis. Der Zuwachs verminderte sich aber bis Ende der Woche um 1,16 Prozent. SNP-Aktien verloren auf Wochensicht 4,55 Prozent. Die EBRD hat die Aktien sogar mit einem Abschlag von 11 Prozent verkauft. Möglicherweise wird dieser Trend noch eine Zeit lang halten, bis sich der Markt beruhigt und der Kurs sich einpendelt.

Die Indizes gaben den Run an der Börse nicht getreu wieder. Die meisten Indizes erfuhren eine weitere leichte Kurskorrektur. Allen voran der Energiewerte-Index BET-NG. Diesem setzte der Kursverlust von Petrom besonders zu. Der BET-NG verlor auf Wochensicht 1,93 Prozent. Die anhaltende Schwäche der Aktien der Ersten Group (EBS, 112,4 Lei, ISIN AT0000652011) belastete maßgeblich den ROTX-Index, der auf Wochensicht 1,33 Prozent verlor. Jeweils 1,1 Prozent verloren die beiden Hauptindizes BET (6123,89 Punkte) und BET-C (3218,17 Punkte). Die Marktkapitalisierung wurde vor allem durch den Zulauf der SNG-Aktien hochgepusht. Sie liegt derzeit knapp unter 131 Milliarden Lei oder 30 Milliarden Euro.

Einen Gewinner gab es an der Bukarester Wertpapierbörse BVB, jenseits der Blue Chips. Der Preis der Aktien des Spa-Betreibers SC Turism Felix SA (TUFE, 0,17 Lei, ISIN ROTUFEACNOR7) schnellte am letzten Handelstag der vergangenen Woche um 14,8 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen, das neun Hotels im Kurort Baile Felix im Nordwesten des Landes betreibt, meldete für die ersten neun Monate ein leicht rückläufiges Geschäft mit einem Umsatzminus von 4,5 Prozent. Dafür aber konnte der Gewinn um 31 Prozent gesteigert werden. Die Aufwendungen konnten um 7 Prozent gedrückt werden. Allerdings haben sich TUFE-Aktien in der Vergangenheit als Spekulationsaktien hervorgetan.

Rasdaq

Der Handel am Sekundärmarkt Rasdaq wurde auch zu Beginn der vergangenen Woche weitgehend vom Handelsunternehmen Univers SA Râmnicu Vâlcea (UNVR, 23,9 Lei, ISIN ROUNVRACNOR9) bestimmt. Das Unternehmen hat nach neun Monaten einen Umsatzrückgang von 6,5 Prozent, dafür aber einen Gewinnzuwachs von 16,3 Prozent gemeldet. Die Aktien wurden zum Teil zu fast doppelt so hohen Preisen wie dem Marktpreis gehandelt. Zuletzt lag der Marktpreis bei 23,9 Lei, nur 1,43 Prozent vom Allzeithoch von 24,99 Lei entfernt. Dank des Handels mit UNVR-Aktien stieg der Umsatzdurchschnitt auf umgerechnet 0,17 Millionen Euro. Der Hauptindex Rasdaq-C konnte aber nicht vom guten Handel profitieren. Der verlor auf Wochensicht 0,29 Prozent und fiel auf 1344,58 Punkten zurück.

Devisen

Der Devisenmarkt schloss die Woche mit gemischten Signalen. Der Euro konnte sich gegen den rumänischen Leu erneut behaupten. Im Verhältnis zum US-Dollar hingegen konnte der Leu wieder etwas Boden gut machen. Am vergangenen Montag kostete der Euro mit 4,4502 Lei um 0,17 Prozent mehr als noch eine Woche zuvor. Außerdem kletterte der Euro somit wieder über die 4,45-Lei-Marke. Der US-Dollar kostete zur selben Zeit 3,3101 Lei, das sind knapp 0,01 Prozent weniger als vor einer Woche.

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