Rosenmontag in Dognatschka gefeiert

Mittwoch, 18. Februar 2015

Gruppenfoto mit den Reschitzaer Musikanten und den Dognatschkaer Faschingsnarren, in der Mitte, wie sich´s gehört, der Forumsvorsitzende Lothar Nikolaus und der „Johann“
Foto: DFBB

Dognatschka - Am 16. Februar gastierte das „Banater Bergland“-Musikensemble aus Reschitza/Reşiţa (George Gassenheimer, Karl Ludwig Lupşiasca, Vincenzo Cerra und Ioan Zelko) in Dognatschka/Dognecea. Der Veranstaltungsraum des Ortsforumssitzes war auch diesmal voll, als der Vorsitzende Lothar Nikolaus alle willkommen hieß. Traditionsgemäß gastieren seit Jahren am Faschingsmontag die Reschitzaer in Dognatschka, um gemeinsam zu feiern. Und selbstverständlich waren der „Johann” (die Hauptgestalt des Dognatschkaer Faschings) und die ihm dienenden Narren – allen voran der Forumsvorsitzende Lothar Nikolaus - auch dabei. Jedes Jahr wird diese Strohpuppe mit einer anderen „Uniform” aus einem anderen Beschäftigungsbereich eingekleidet, im Narrenzug von Haus zu Haus der Katholiken (aber auch der Orthodoxen, die es wünschen) getragen, um die weiblichen Hausbewohner mit einer phallusartig verlängerten Hand „zu segnen” und gleichzeitig von Sonntag bis zum Aschermittwoch einen Heischegang zu absolvieren. Um Mitternacht des Dienstags, wenn die vorösterliche Fastenzeit beginnt, wird der Johann verbrannt, um im nächsten Jahr zur Faschingszeit wieder aufzuerstehen.

Dognatschka, der dreihundertjährige Bergwerksort im Banater Erzgebirge, ist die einzige Ortschaft, wo dieser Brauch auch von den Orthodoxen vor Beginn der Fastenzeit („lăsatu´ secului”) praktiziert wird, wenn die Vermummten mit ihren „Nichita”, dem Pendant des „Johann”, durch die Ortschaft ziehen und Mummenschanz, Ulk und auch mal Derbheiten treiben, um dann, genau wie der „Johann”, vor Mitternacht den „Nichita” als Brandopfer darzubringen, als Symbol des Vernichtens des Bösen, der Vertreibung des Winters.  Aber Faschingsbräuche der Orthodoxen werden eigentlich in allen ehemaligen Bergbauortschaften des Banater Berglands, wo Katholiken und Orthodoxe früher gemeinsam untertage gearbeitet und Übertage gefeiert haben, auch heute noch gepflegt. In Dognatschka war es eine Feier mit erlebter Gastfreundschaft, mit zu Herzen gehender Musik und guter Laune.

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