Rückblick auf eine erfolgreiche Jahrestätigkeit des Siebenbürgischen Karpatenvereins

Vorbereitungen für die Konferenz der Europäischen Wandervereinigung 2017 in Kronstadt

Freitag, 07. August 2015

Die SKV-Hütte „Julius Römer“ am Schuler - zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ausflugsziel von in- und ausländischen Wandergruppen. Foto: Waldemar Stadler

Zahlreiche organisatorische Probleme, einige von ihnen die seit Jahren erst jetzt eine Lösung fanden, sind in der Zeitspanne seit Sommer 2014 bis dato von der Geschäftsleitung des Siebenbürgischen Karpatenvereins (SKV) gelöst worden. Unterstützung dabei gab es auch seitens der Europäischen Wandervereinigung (EWV), weiteren einheimischen wie ausländischen Wandervereinen und Experten. Wirft man einen Blick in den Rechenschaftsbericht für die Zeitspanne Juni 2014 bis Juni 2015, entworfen und gezeichnet von Thomas Luczay, Vorsitzender, und Marcel Şofariu, Geschäftsführer des SKV, gewinnt man Einsicht in viele der stattgefundenen Tätigkeiten und getroffenen Maßnahmen, die sich in nächster Zeit positiv auf die  Zusammenarbeit mit anderen Vereinen im Tourismusbereich auswirken sollen.

Dank einer Finanzierung von 18.500 Lei, die der Kronstädter Kreisrat zu Verfügung stellte, beteiligten sich zwei Vorstandsmitglieder des SKV an der Jahreskonferenz der Europäischen Wandervereinigung, die im September 2014 in Deutschland stattgefunden hat. Dabei wurde bestätigt, dass die EWV-Jahreskonferenz 2017 in Kronstadt/Braşov stattfinden wird. Kurz darauf hatte der SKV als Mitglied des Tourismusclusters „Das grüne Haus der Donau“ und als Mitveranstalter eines Workshops zur Ausarbeitung einer Strategie für die nachhaltige Entwicklung des Schulers/Postăvarul und der Schulerau/Poiana Braşov mitgewirkt.  Den Teilnehmern wurden Karten, 2D- und 3D-Modelle des Massivs mit allen Wanderwegen zur Verfügung gestellt. Hinzu kam ein informelles Treffen in der Julius-Römer-Hütte. Daran beteiligten sich auch eingeladene Experten von Tina Vienna (Österreich) und International Intervision Institute (Niederlande), welche die Vorschläge bezüglich Anlegen der Wanderwege in Zusammenhang mit den Fahrradwegen aufgenommen haben.

Drei Projekte wurden von dem SKV in der Zeitspanne Oktober 2014 bis März 2015 ausgearbeitet. Eines in Zusammenarbeit mit dem DNT-Wanderverein aus Norwegen, mit dem es eine Zusammenarbeit seit 1882 gibt, bezogen auf Umwelterziehung und auf die  „Via Carpatica“, um freiwillige Bergführer auszubilden. Mit weiteren fünf Vereinen wurde ein Projekt unter der Bezeichnung „Wanderförderung für Senioren“ entwickelt. Und schließ-lich ein Projekt mit sozialem Hintergrund für die Beantragung von schweizerischen Fördermitteln, das eine „persönliche Entwicklung durch Wandern“ vorsieht. Aus der Vielzahl von eingereichten Projekten seitens der verschiedenen Wandervereine werden etwa 35 auserlesen.

Am 15. März 2015 hat der SKV einen Finanzierungsvertrag für das Projekt „Anschluss Rumäniens an die europäischen Fernwanderwege“ unterzeichnet. Dafür wurde als Partner der Verein Schweizer Wanderwege gewonnen, der alle Infrastrukturarbeiten der Wanderwege in der Schweiz  koordiniert.  Das Projekt hat eine Dauer von 36 Monaten und sieht die Festlegung der Route der E8 von der Grenze zur Ukraine über die Gipfel der Karpaten, mit einer Kulturvariante zu den sächsischen Kirchenburgen, bis zu der Grenze  mit Serbien (etwa 1200 Kilometer) vor. Das Projekt erhält eine Finanzierung in Höhe von 241.000 Schweizer Franken. In den Rahmen dieses Projektes sind vier Personen, darunter zwei Kartographen, eingeschlossen. Unter anderem sollen 250 Kilometer  Wanderwege aus dem Gebiet der Nera-Klamm, Schuler/Postăvarul und Zibin/Cindrel markiert oder die Markierungen aufgebessert werden.

Bis 2017 sollen sämtliche Wanderwege auf dem Schuler überholt und mit neuen Markierungen oder Aufbesserung der alten versehen werden. Der Vorschlag geht auch an die Lokalbehörden, um sie im Interesse des Fremdenverkehrs in diese Aktivitäten einzubinden. Die rund 100 Teilnehmer an der Jahreskonferenz 2017 sollen dann einen Ausflug zur „Julius-Römer“-Hütte vornehmen. In Zusammenarbeit mit der Kronstädter Metropolitanagentur soll ein ähnliches Vorhaben auf der Zinne durchgeführt werden. Kürzlich weilten dort zwei Experten vom Verein Schweizer Wanderwege, wobei im Rahmen eines Workshops das Projekt  „Anschluss Rumäniens an das europäische Netz der Fernwanderwege“ am 31. Juli in der Julius-Römer-Hütte gestartet wurde.

Im Vorjahr wurde für die Landesbehörde für Tourismus auch ein Projekt bezüglich der zukünftigen Route des europäischen Wanderweges E3 durch Rumänien ausgearbeitet.  Es wurde eine Tour von 630 Kilometern  zwischen Großwardein/Oradea und Turnu Severin  erstellt bzw. die Verbindungen zu den beiden E3 Teilstrecken (Spanien – Ungarn bzw. Serbien – Türkei) als Datenbank ausgearbeitet. Die erste Wanderin, die die gesamte 5000 Kilometer lange Route aus der Türkei bis Norwegen zurücklegte, war eine 20-jährige Norwegerin.

Die im Vorjahr in Hermannstadt/Sibiu stattgefundene Vollversammlung des SKV genehmigte die Gründung neuer Sektionen in Zărne{şi, Freck/Avrig, im Fogarascher Land, Cugir und Bukarest. Auch konnte im Februar  im Grundbuch von Zărneşti ein Vermerk bezüglich der Rückgabe der Curmătura-Hütte am Königstein an den SKV eingebracht werden. Die Unterlagen für die Einleitung eines diesbezüglichen gerichtlichen Verfahrens sollen abgegeben werden. Desgleichen konnten alle Akten des SKV - dank der Hermannstädter Kollegen Miclea, Scântei und Umbrich - in Ordnung gebracht werden. Im Mai dieses Jahres konnte eine nun schon historische Schuld an die Buchhalterin des Vereins wie auch an das Landeskonsistorium abgezahlt werden. Finanziell haben dazu beigetragen: die SKV-Sektionen Kronstadt und Hermannstadt, wie auch Hermann Kurmes und Marcel Şofariu.

Auch wurde der SKV als einziger Wanderverein von der Landesbehörde für Tourismus  auserwählt, gemeinsam  mit dem Kronstädter Kreisrat, dem Bürgermeisteramt und der Transilvania-Universität, die Akte für die Kandidatur Rumäniens, konkret Kronstadts, als Sitz des Koordinierungsbüros der Karpatenkonvention auszuarbeiten und vorzulegen. Der SKV spielt dabei eine wichtige Rolle, durch die E3- und E8-Routen in den rumänischen Karpaten, die etwa 50 Prozent der gesamten Karpatenkette umfassen.Für den SKV gab es dafür Empfehlungen seitens der EWV und der Partnervereine aus Europa.

Der SKV ist auch bemüht, konkrete Unterstützung für die EWV-Jahreskonferenz 2017 in Kronstadt zu erhalten, da bekanntlich im nächsten Jahr Lokalwahlen stattfinden und noch niemand diesbezügliche Versprechungen eingehen will. Eine prinzipielle Zusage dazu gab es seitens der Leitung des Kronstädter Kreisrates; doch auch hier fanden in letzter Zeit mehrere Personaländerungen in der Exekutive statt. 

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