Rückblick und neue Herausforderungen

Ausstellung „Der Weg zur Deutschen Einheit“ - 25 Jahre deutsche Wiedervereinigung

Donnerstag, 10. September 2015

Der deutsche Botschafter Werner Hans Lauk und Prinz Radu von Rumänien bestaunen das Ende von „Checkpoint Charlie“.
Foto: George Dumitriu

Bukarest - Der Fall der deutschen Mauer vor 25 Jahren besiegelte auch den Fall des Eisernen Vorhangs, der Europa so viele Jahre trennte, und ebnete damit - auch für Rumänien - den Weg für Freiheit und Demokratie. „Es war mir deshalb ein persönliches Anliegen, dass wir die Ausstellung ‚Der Weg zur Deutschen Einheit‘ in einer eigens produzierten rumänischen Sprachfassung auch hier in Rumänien präsentieren“, erklärt der deutsche Botschafter Werner Hans Lauk zum Anlass der feierlichen  Eröffnung der Ausstellung am 8. September in der Bukarester Nationalbibliothek. Wer sich diese hochinteressante historische Lektion nicht entgehen lassen will, muss sich jedoch beeilen, denn sie ist nur noch bis zum 11. September dort zu sehen.

„Erst am Tag der Unterzeichnung des Vertrags am 12. September 1990 endete für Deutschland die Nachkriegszeit“, erinnert der Diplomat. „Erst mit der Unterzeichnung des Vertrags beendeten die vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs - Frankreich, Großbritannien, Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika - ihre Rechte und Verantwortlichkeiten in Bezug auf Berlin und Deutschland als Ganzes“, fährt er fort. „Der Weg, der zuerst Deutschland und dann ganz Europa in die Freiheit und schließlich Einheit führte, war keineswegs vorgezeichnet, sondern Ergebnis schwieriger außenpolitischer Verhandlungen, zahlreicher innenpolitischer Kompromisse und verlangte vor allem den deutschen Bürgern ein hohes Maß an Solidarität ab“, bekennt der Chefdiplomat.

Diesen schwierigen Weg zur anfangs formell besiegelten, mittlerweile aber auch längst gelebten deutschen Einheit, dessen 25. Jahrestag am 3. Oktober 2015 gefeiert wird, zeichnet die Ausstellung in zahlreichen Facetten nach: Vom geteilten Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, den Turbulenzen hinter dem Eisernen Vorhang am 2. Oktober 1989, den friedlichen Protesten gegen die Sozialistische Einheitspartei SED, vom letzten Tag der DDR am 2. Oktober 1990 über die Bemühungen zur Umsetzung eines auch im Alltag vereinten Deutschlands informieren die Paneele in straffen Texten, mit eindrucksvollen Fotodokumenten, Karikaturen und auch Kuriosem - der erste „Westurlaub“ für die ehemaligen DDR-Bürger, die langjährigen Sticheleien zwischen „Ossis“und „Wessis“ als Zeichen einer Kluft, die sich zwar langsam und nicht immer schmerzfrei, aber doch sicher geschlossen hat. „Es wächst zusammen, was zusammengehört“ zitiert Präsidialberater Lazăr Comănescu in seiner Ansprache Altbundeskanzler Willi Brandt, während Staatssekretär Podgorean vom rumänischen Außenministerium vom „Ende eines geopolitischen Paradigmas“, spricht.

Botschafter Lauk erinnert aber auch an die Zeit, in der zahlreiche Flüchtlinge aus dem Ostblock eine neue Heimat in Westeuropa, vor allem auch in Deutschland, fanden. Die Solidarität, die diesen Menschen damals entgegengebracht wurde, lässt sich vergleichen mit der heutigen Situation, wo erneut Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa drängen und Solidarität gefordert ist. „Und natürlich gibt es in meinem Land auch die Erwartung, dass sich die Länder Europas, die Länder der Europäischen Union, die Verantwortung für die asylsuchenden Menschen teilen, dass wir uns auch dieser europäischen Herausforderung gemeinsam stellen, dass die Lasten fair verteilt werden“, mahnt der Diplomat und ergänzt mit Nachdruck:„Solidarität darf und kann in einer Wertegemeinschaft wie der Europäischen Union keine Einbahnstraße sein.“

Wer die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland konzipierte Plakatausstellung auch nach dem 11. September noch studieren oder vielleicht sogar in Bildungseinrichtungen oder themenbezogenen Veranstaltungen zum Thema machen möchte, kann unter www.bundesstiftungauf arbeitung.de auf die Internetversion (in deutscher Sprache) zugreifen.

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