Rückzug ins Kloster, Meditation, Buße

Bürgerrechtler fordert Banater Metropoliten zum Rücktritt auf

Dienstag, 09. Oktober 2018

Temeswar – Der Temeswarer Universitätsprofessor Vasile Popovici, Mitbegründer der in den 1990er bekannten und sehr aktiven Nichtregierungsorganisation „Societatea Timişoara“ und einer der Koautoren der Temeswarer Proklamation vom 11. März 1990, fordert in einem am Sonntagabend veröffentlichten offenen Brief den Temeswarer Metropoliten Ioan auf, sein Amt niederzulegen. In einem besonders harten Ton verlangt Popovici von dem hohen Geistlichen, sich aus der Tagespolitik zu verabschieden und innezuhalten. Die Zeit sei reif dafür, dass die orthodoxe Geistlichkeit auf den Luxus, die Liebe für das Geld und die Nähe zu den politischen Parteien verzichtet. Der Metropolit solle das Christentum, die Nächstenliebe und die Fürsorge neu entdecken und auf Haushaltsgelder verzichten. Nicht nur jene Spitzenpolitiker, die das Debakel der Volksbefragung verantworten, sollten sich zurückziehen, sondern auch alle Priester, die an dieser Fälschung teilgenommen haben.

Vor allem der Banater Metropolit müsse sich in ein Kloster zurückziehen und sich der Meditation und der Buße widmen. Der Metropolit sei als Nationalist in eine multikulturelle Region gekommen, inmitten einer offenen Gesellschaft sei er verschlossen geblieben. Er habe den Geist der Antiökumene in ein ökumenisches Temeswar getragen. Als einer, der die Volksinitiative zur Verfassungsänderung vorangetrieben habe, sollte der Metropolit nun dem Staatshaushalt die vergeudeten 35 Millionen Euro zurückzahlen, denn so viel habe dessen Abenteuer auf dem Gebiet der weltlichen Gesetze gekostet. Die Tatsache, dass die Bürger dem Referendum fern geblieben sind, sei eindeutig ein Zeichen Gottes, der Metropolit müsse dieses Zeichen richtig deuten. Das könne jedoch nur geschehen, wenn er sich in ein Kloster zurückziehe und für die Vergebung seiner Sünden und für sein geistiges Heil bete. Popovici, der früher als Diplomat in Frankreich, Portugal und Marokko gedient hat, fordert schließlich den Geistlichen auf, er solle sich bereits morgen zurückziehen, es gebe für ihn sowieso kein Entkommen mehr.

Ioan Selejan, früherer Bischof von Covasna und Harghita, wurde von der Heiligen Synode der Rumänisch-Orthodoxen Kirche am 16. Dezember 2014 zum Erzbischof von Temeswar und zum Metropoliten des Banats gewählt.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 09.10 2018, 20:31
100 % Zustimmung für Herrn Popovici!Ich bin bekennender Atheist,aber über die Religionen der Welt weiß ich trotzdem aus der neutralen Perspektive Bescheid...ist laut Bibel nicht jeder ein Ebenbild Gottes ?

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