Rumänien Nachzügler bei Sozialschutzausgaben

Eurostat: Höchste BIP-Anteile in Frankreich, Dänemark und den Niederlanden

Donnerstag, 29. November 2012

Die Sozialschutzausgaben in der EU stiegen im Zeitraum 2007-2010 um ungefähr 10 Prozent während das nominale BIP stabil blieb. Dadurch erhöhte sich der Anteil dieser am BIP von 26,1 Prozent im Jahr 2007 auf 29,4 Prozent 2010.
Symbolbild: sxc.hu

Bukarest (ADZ) - In den letzten Jahren stiegen die Sozialschutzausgaben in der EU27 von einem niedrigen Niveau von 26,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2007 auf 29,6 Prozent im Jahr 2009 und 29,4 Prozent im Jahr 2010, laut den am Dienstag von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlichten Daten. Der Anstieg dieses Anteils kann zum großen Teil auf die Wirtschaftskrise zurückgeführt werden, da die gesamten nominalen Sozialschutzausgaben in der EU27 zwischen 2007 und 2010 um ungefähr 10 Prozent stiegen, während das nominale BIP im selben Zeitraum fast stabil blieb. Während die Ausgaben für die Hauptleistungskategorien (Renten, Gesundheitsversorgung, Familien) alle um etwa 10 Prozent wuchsen, erhöhten sich die Ausgaben für Arbeitslosigkeit um ein Drittel.

Im Jahr 2010 waren die zwei Hauptfinanzierungsquellen für den Sozialschutz auf EU27 Ebene staatliche Zuweisungen aus Steuereinnahmen, die 40 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachten, und Sozialbeiträge, mit einem Beitrag von 56 Prozent.
Der EU27 Durchschnitt verbarg auch weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Ausgaben in Höhe von über 30 Prozent des BIP verzeichneten im Jahr 2010 Frankreich (33,8 Prozent), Dänemark (33,3 Prozent), die Niederlande (32,1 Prozent), Deutschland (30,7 Prozent), Finnland (30,6 Prozent), Österreich und Schweden (jeweils 30,4 Prozent). Ausgaben von unter 20 Prozent fanden sich in Rumänien (17,6 Prozent), Lettland (17,8 Prozent), Bulgarien und Estland (jeweils 18,1 Prozent), der Slowakei (18,6 Prozent), Polen (18,9 Prozent), Litauen (19,1 Prozent) sowie in Malta (19,8 Prozent).

Diese Ungleichheiten spiegeln Unterschiede in den Lebensstandards wider. Sie sind jedoch auch ein Zeichen für die Vielfalt der nationalen Sozialsysteme sowie für die speziellen demografischen, wirtschaftlichen, sozialen und institutionellen Strukturen jedes einzelnen Mitgliedstaats. Im Jahr 2010 waren die Sozialausgaben pro Kopf in KKS (Kaufkraftstandards), welche Preisniveauunterschiede zwischen den Ländern beseitigen, in Luxemburg fast achtmal so hoch wie in Bulgarien. Nach Luxemburg wurden die höchsten Ausgaben pro Kopf in den Niederlanden und Dänemark verzeichnet, die mehr als 40 Prozent über dem EU27 Durchschnitt lagen, gefolgt von Österreich, Irland und Schweden, mit etwa 30 Prozent über dem EU27 Durchschnitt. Die niedrigsten Ausgaben pro Kopf fanden sich in Bulgarien und Rumänien, die mehr als 30 Prozent unter dem EU27 Durchschnitt lagen.

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