Rumäniens Betriebe suchen Fachkräfte

Generell Optimismus auf dem Arbeitsmarkt

Mittwoch, 03. April 2013

Die Zahl der erwerbslosen Frauen ist im Kreis Temesch leicht niedriger (49 Prozent) als jene der Männer. Obwohl in den Krisenjahren und nach dem EU-Beitritt viele Stellen gestrichen wurden, finden Frauen weiterhin Jobs in der Leicht- und Automobilzulieferindustrie. Foto: Zoltan Pazmany

Die Industrieproduktion ist im Januar 2013 im Kreis Temesch im Vergleich zum Vormonat um 28,6 Prozent gestiegen. Verglichen mit dem gleichen Monat des Vorjahres war die Industrieproduktion des westrumänischen Verwaltungskreises im Januar d.J. um 0,5 Prozent geringer. Im November 2012 belief sich das Ausfuhrvolumen des Kreises auf 375.912.000 Euro, die eingeführten Waren kamen auf einen Wert von 288.292.000 Euro. Dies ergab ein Handelsplus von 87.620.000 Euro. In der Volkswirtschaft des Kreises Temesch waren Ende Januar 2013 216.089 Personen beschäftigt - um 1406 mehr als im Dezember 2012. Brutto verdienten sie im Januar 2013 durchschnittliche 2098 Lei/Person, und Netto waren es 1526 Lei. In beiden Fällen sind die Löhne und Gehälter im Vergleich zum Dezember letzten Jahres um leicht über 6,5 Prozent zurückgegangen. Ende Januar 2013 befanden in den Daten des Temescher Arbeitsamtes 6889 Personen auf Jobsuche. Das sind 193 Personen mehr als einen Monat zuvor.

Prognosen: Landesweit freie Stellen

Das Klima auf dem rumänischen Arbeitsmarkt scheint im zweiten Quartal 2013 günstig: 21 Prozent der von Manpower befragten Firmen beabsichtigen Neueinstellungen vorzunehmen. Die meisten Stellen wird es in der verarbeitenden Industrie und im Einzelhandel geben, so die Auswertungen des Unternehmens für Personalmanagement Manpower. Jeder Fünfte der insgesamt 635 befragten Arbeitgeber will neue Jobs gründen, während der Großteil der Umfrageteilnehmer mit gleichbleibender Personaldecke weiterzumachen gedenkt. Der Optimismus der rumänischen Arbeitgeber wird wahrscheinlich durch die Finanz-Turbulenzen gebremst, die weiterhin Rumänien und auch andere Märkte beeinflussen werden, sagt Valentin Petrof, Generaldirektor von ManpowerGroup Romania. Der Manpower-Chef glaubt auch, dass die Wirtschaft wegen der Situation auf den Weltmärkten trotzdem mit einer leichten Unsicherheit konfrontiert wird. „Es ist jedoch verfrüht, Schlüsse zu ziehen, welche Folgen diese Unsicherheiten im zweiten Trimester hervorrufen werden“.

Die Nachfrage nach Fachpersonal ist weiterhin gehoben, sowohl was die befristeten als auch unbefristeten Arbeitsplätze betrifft. Trotzdem wurden erhebliche Diskrepanzen festgestellt, was die fachliche Ausbildung des verfügbaren Reservoirs an Personal und die Nachfrage auf dem einschlägigen Markt betrifft. Deshalb habe es oft Blockaden bei Stellenbesetzungen gegeben, heißt es bei Manpower. „Obwohl die Arbeitnehmer zusätzliches Personal einstellen wollen, zeigt es sich als große Herausforderung, Fachkräfte zu identifizieren, die den geforderten Prozess auch durchführen können“, sagt Valentin Petrof. Die Krise kompetenter Fachleute bleibe ein besonderes Problem in Rumänien und „ist hier akuter als in anderen Ländern,“ so Petrof.  Die Arbeitgeber wollen in der Zeitspanne April-Juni in allen zehn Bereichen der Wirtschaft neues Personal einstellen. Die optimistischsten Zahlen kommen aus der verarbeitenden Industrie, wo mit einer Netto-Einstellungsrate von plus 25 Prozent gerechnet wird, gefolgt vom Einzelhandel mit einen Zusatz von 22 Prozent. Konstante Zuwächse bei Neueinstellungen werden in der Landwirtschaft und im Transport prognostiziert, ebenso bei der Lagerung und im Kommunikationswesen - alle mit +16 Prozent.

Personal wurde teurer

In sieben der insgesamt acht Wirtschaftsregionen Rumäniens rechnen die Arbeitgeber mit zusätzlichem Personal im zweiten Quartal 2013. Die besten Prognosen kommen aus dem Nord-Westen Rumäniens, wo mit einer Netto-Einstellungsrate von 20 Prozent gerechnet wird. Konstant neue Arbeitsplätze werden auch im Süden des Landes (+18 Prozent) und Nord-Osten (+17 Prozent) erwartet. Erhebliche Neueinstellungsquoten sind auch im Westen bzw. Zentrum des Landes vorgesehen, wo die Quote auf je 16 Prozent kommt. Unsicherheit herrscht hingegen im Süd-Westen, wo die Zeichen mit dem -1 auf „schlecht“ stehen. Rumänien nimmt mit diesen optimistischen Daten und Zahlen zusammen mit der Türkei und Israel einen Spitzenplatz unter 24 gewerteten Ländern ein. Die düstersten Perspektiven für den Arbeitsmarkt kommen aus Italien, Spanien und Griechenland.

Es zeigt von richtigem Wirtschaftsoptimismus, wenn sich Unternehmer zwar über Steuerlasten beklagen, aber trotzdem neues Personal einzustellen beabsichtigen. Dazu sind zuletzt in vielen Branchen die Personalkosten gestiegen. So sind, Arbeitstag bereinigt, die Kosten pro Stunde im vierten Trimester 2012 um 1,04 Prozent gegenüber den drei vorangegangenen Monaten gestiegen. Gegenüber dem letzten Quartal 2011 war es ein Anstieg von 7,61 Prozent, wie aus den Daten des Nationalen Statistikamtes INS hervorgeht. Im Vergleich zwischen den beiden letzten Trimestern 2012 ist in der Zeitspanne Oktober–Dezember der Kostenaufwand für Personal gegenüber Juli–September insbesondere in der Baubranche, bei wissenschaftlich-technischen Tätigkeiten und im Handel gestiegen. Der Kostenaufwand wurde im Bereich der elektrischen- und Heizenergie, bei der Erzeugung und Lieferung von Gas, Warmwasser und klimatisierter Luft geringer. Genauso auch im Dienstleistungsbereich und in der Förderindustrie.

Im Haushaltssektor sind die Personalkosten – ebenfalls nach Arbeitstagen bereinigt – zum Jahresausgang gegenüber dem dritten Quartal 2012 im Gesundheitswesen und bei den Sozialdienstleistungen gestiegen. Einen Rückgang der Personalkosten war im Bildungswesen und in der öffentlichen Verwaltung zu verzeichnen. „Im Bildungswesen geht diese Negativ-Entwicklung auf den Schulanfang und den daraus erfolgenden Anstieg der geleisteten Stundenanzahl zurück.

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