Rumäniens offizielle Tourismusseite...

Samstag, 10. Februar 2018

Seit 3. Februar, berichten verschiedene Medien, ist das Internetportal www.romania.travel/ des Tourismusministeriums wieder aktiv, nachdem es wegen eines Zahlungsversäumnisses an den Bereitsteller der Domäne eine Weile nicht funktional war.

Ein Blick auf die Seite ist trotzdem fast unmöglich: Bei Google ist sie entweder gar nicht eingetragen oder die Platzierung so miserabel, dass eine Suche mit dem Seitennamen als Suchbegriff zu keinem Ergebnis führt. Statt dessen werden Seiten privater Reiseveranstalter mit sehr ähnlichen Namen gelistet. Schön für sie!
Hat man endlich durch direkte Eingabe im Domänenfeld die Seite mit dem berühmten grünen Blatt, das den Karpatengarten so treffend charakterisiert, herbeigezwungen, hilft das auf den ersten Blick ansprechende Äußere nicht über die Enttäuschung hinweg, dass manche Informationen schlichtweg falsch sind: So steht dort unter dem Menüpunkt „lucruri inedite“ (einzigartige Dinge), das Kloster Peri in der Maramuresch sei Teil des UNESCO Welterbes.

Unter dem Menüpunkt „UNESCO-Welterbe“ hingegen sind Rumäniens Welterbestätten korrekt aufgeführt - ohne Peri. Allerdings zeigt das Foto zu den Holzkirchen der Maramuresch irreführenderweise das moderne Kloster Bârsana - sehenswert, aber nicht Teil des Weltkulturerbes - statt der alten, von UNESCO geschützten Kirche.

Die deutsche Übersetzung der als PDF herunterzuladenden Broschüre regt zum Schmunzeln an: „Walachei, das Land der breiten (statt weiten) Ebenen“, oder „Dobrutscha“ (statt Dobrudscha) - kann ja mal passieren, dass ein falscher Buchstabe reinrutscht. Das Deutsch klingt hölzern: „Die nächsten Seiten werden Ihnen helfen, eine Reise aufzubauen“ - baut man Reisen auf oder stellt man sich eine Tour zusammen? Mit Grammatikfehlern wird nicht gegeizt: „Zwischen dem Voronetblau und das Grüne der Hügelspitzen“. Schließlich erfahren wir: „Die Rumänische Hauptstadt ist eine glückliche Kombination der Epochen die sie durchquert hat.“ Glückliches Bukarest, hoffentlich durchquert es noch viele weitere Epochen im selben unerschütterlich positiven Gemütszustand, den es sicher brauchen wird!

Der Titel „Bukarest, die Geschichte einer pulsierenden Stadt“ ist passenderweise mit einem großformatigen Bild von einem ruhigen See unterlegt. Der Parlamentspalast als zweitgrößtes Gebäude der Welt befindet sich dafür „im Wettrennen mit dem Pentagon“, wohin auch immer sie rennen mögen, hoffentlich geht ihnen nicht die Puste aus. Spätestens bei „Der Grosse Brancusi und der imposante Mammut“ schlägt das Lachen in Weinen um. Oder in heftiges Schluchzen.
Na, wenigstens an den Fotogalerien kann man sich erfreuen. Worum es sich bei den vielen bunten Bildchen handelt, erfährt man freilich nicht. Reisen muss doch spannend bleiben!

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