Rumänische Tragödie in Montenegro: Reisebus stürzt fast 50 Meter in die Tiefe

Morgen Staatstrauer ausgerufen / Opfer heute in die Heimat eingeflogen

Dienstag, 25. Juni 2013

Beispielloser Einsatz der montenegrinischen Helfer, nachdem ein Bus des rumänischen Reiseunternehmens Gregory Tour rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Podgorica von der Gebirgsstraße abkam und in eine rund 50 Meter tiefe Schlucht stürzte. Die 47 Passagiere waren unterwegs auf einer Rundreise durch Serbien, Montenegro und Kroatien. Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - 18 Tote und 29 zum Teil Schwerverletzte – so lautet das tragische Fazit des schwersten Busunglücks der rumänischen Nachwendezeit. Der Reisebus des Unternehmens Gregory Tour mit insgesamt 47, größtenteils älteren Passagieren an Bord war am späten Sonntagnachmittag in Montenegro unweit der Hauptstadt Podgorica von der Straße abgekommen und in eine rund 50 Meter tiefe Schlucht gestürzt. Mehreren Überlebenden zufolge war der Fahrer mit etwa 90 km/h durch einen Tunnel der Gebirgsgegend gerast und bei der Ausfahrt auf der nassen, in Richtung Adriaküste führenden Straße ins Rutschen geraten.

Die montenegrinische Polizei und Feuerwehr, Militär, lokale Bergsteiger und Einwohner mühten sich stundenlang, die Opfer aus der schwer zugänglichen Schlucht zu bergen und in hauptstädtische Krankenhäuser zu transportieren, Dutzende Menschen standen Schlange, um Blut zu spenden. Premier Milo Djukanovic besuchte die Verletzten im Krankenhaus.  Staatschef Băsescu bedankte sich am Montag bei den Montenegrinern für ihren beispiellosen Einsatz, während Regierungschef Ponta die Leitung der beim Auswärtigen Amt eingerichteten Krisenzelle übernahm. Raed Arafat, Staatssekretär im Gesundheitsministerium, wurde an der Spitze eines Ärzteteams nach Podgorica entsandt, während Außenminister Corlăţean seine Teilnahme am EU-Rat in Luxemburg absagte und sich ebenfalls nach Montenegro begab. Arafat forderte drei Militärtransportflugzeuge an, um Verletzte und Tote am Dienstag in die Heimat auszufliegen. Premier Ponta kündigte für Mittwoch Staatstrauer an.

Doch steht das Krisenmanagement der Regierung derzeit schwer in der Kritik – besonders der Krisenzelle wird mangelnde Reaktionsfähigkeit vorgeworfen: So beanstanden die Angehörigen der Opfer, eineinhalb Tage nach der Tragödie immer noch nicht über den Zustand ihrer Lieben informiert worden zu sein, verzweifelte Familienmitglieder reisten auf eigene Faust nach Podgorica, um sich Klarheit zu schaffen. Schwer gerügt wurde auch der „unwirsche“ Ton der Mitarbeiter der Krisenzelle.

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 26.06 2013, 15:36
Für die hier lesenden habe ich noch einen praktischen Tipp zum Überleben auf der Strecke ARAD Kronstadt Campina Bukarest.
Sollten sie in die Verlegenheit kommen diese Strecke bei Nacht fahren zu müssen, so rate ich auf den einspurigen Strecken einen Lastwagen auszusuchen hinter dem man herfährt. Sollte er an Steigungen sehr langsam werden, überholen und den nächsten Lastwagen suchen hinter dem man her fährt. Steigert die Überlebenschance auf der Strecke enorm, denn 2 entgegenkommenden Lastwagen kann man nachts sehr schwer ausweichen wenn man die Strecke nicht 100%ig kennt. Ein führender Lastwagen räumt einem aber den Weg ein bisschen frei.
Gerd, 26.06 2013, 08:51
@Christian:Sicher ist dieser Unfall eine furchtbare Sache und bringt unendliches Leid für die Angehörigen der Opfer.
Grundsätzlich ist jedoch richtig wie die Situation des Autofahrens in Rumänien hier dargestellt wird.Insbesondere die Fahrweise der grossen Trucks ist-gelinde gesagt-eine Katastrophe, da muss man sich nur wundern das nicht noch viel mehr passiert, obwohl im rumänischen TV nahezu täglich über schwere Unfälle( meist mit Toten) berichtet wird.Kommen Sie mal her, Herr Christian, fahren Sie mal die Strecke Arad-Bukarest, eine sehr kurvenreiche und damit unübersichtliche Strasse, was die Brummifahrer jedoch keinesfalls darin hindert auch mit 100 Sachen an Stellen zu überholen wo man eigentlich nicht im Traum daran denken würde.Russisch Roulette auf rumänisch, durch die langgezogenen Dörfer, die meist keine Bürgersteige haben mit Tempo 80 oder mehr, das ist nicht die Ausnahme sondern die Regel und wehe sie fahren die vorgeschriebenen 50 oder 60-da haben Sie sofort mindistens einen wütenden Drängler mit Dauerhupe hinter sich.
sraffa, 26.06 2013, 00:54
Es fehlt an Verkehrserziehung und es fehlt an Verkehrsmoral; viele haben ihren Führerschein nur betrügerisch erworben. Entweder sehen die Gesetze keine strenge Bestrafung von Unfällen mit Personenschaden vor oder die Gerichte urteilen zu milde. Die Verkehrspolizei in Rumänien ist komplett unterbesetzt und nicht präsent. Die Fahrer des Unglücksbusses waren Polizisten; wieso genehmigt der Staat solche Nebenjobs ??
Hanns, 25.06 2013, 20:45
@Christian - Ihrem Beitrag kann man entnehmen, dass Sie überhaupt keine Ahnung von Rumänien haben. Ottmar und Manfred liegen mit Ihren Schilderungen vollkommen richtig! So ist es in Rumänien ... leider! Mir tun die Betroffenen und Ihre Angehörigen wirklich sehr leid. Aber jetzt nur über die langsame Reaktion der Politiker zu jammern, ist ein bisschen zu wenig. Schnelle Autos und ein schneller Fahrstil wird von der Mehrheit der Rumänen bewundert und für nachahmenswert befunden.
Ottmar, 25.06 2013, 19:22
Noch was zur Statistik. Laut ADZ Bericht vom 30.5.2013 sind 2012 in Rumänien 5000 Verkehrstote von 19 Millionen Rumänen gemacht worden. 84 Millionen Deutsche haben 3606 Verkehrstote in 2012. Jeder Tote ist einer zu viel aber sich über die Regierung zu beschweren weil man 1,5 Tage nicht informiert wird ist schon ein bisschen anmassend.
Beschwerden über den rüden Fahrstil von Busfahrern, LKW-Fahrern wären angebrachter.
Manfred, 25.06 2013, 19:17
So tragisch dieses Unglück ist,kann ich Ottmars Erfahrungen nur bestätigen:Extrem überhöhte Geschwindigkeit,riskantes Überholen,Ignorieren von Ampeln,Zebrastreifen,Verkehrszeichen ist LEIDER eher der Normalfall.Auch ich habe mal in einem Bus gesessen,der mit Tempo 110(!!!!)durch ein Dorf fuhr,auch ich habe schon jede Menge Notbremsungen wegen entgegenkommenden Überholern machen müssen etc...Lieber Christian,schauen Sie sich mal die Unfallstatistiken an,da gibt es nichts schönzureden,leider!
Ottmar, 25.06 2013, 18:47
Lieber Christian mir tun die Leute auch leid, aber deinem Kommentar ist zu entnehmen du warst noch nie in Rumänien Auto fahren.Es kann nicht sein dass ein Busfahrer mit überhöhter geschwindigkeit durch einen Tunnel rast. Das kommt leider nicht nur in Montenegro vor. Das gehört in Rumänien in rumänien zum guten ton, zu rasen ohne Rücksicht auf Verluste.Ich habe seit 7 Jahren Autofahren in rumänien 8 Unfälle mit toten erlebt. Meistens liegen da ein paar Leute unbeweglich im Gras neben ihren demolierten Dacias. Mich persöhnlich hat ein Mitarbeiter der Securitate beim èberqueren de Strasse auf dem Zebrastreifen angefahren. Anschliessend hat er die Strassenpolizei gerufen, damit die mich festnimmt. nur das ging für den Securitatbeamten aus wie das Hornberger schiesssen. Er hat übershen dass ich auf einem nicht mehr ganz frischen Zebrastreifen die Strass überquert habe.!!!!. Fussgänger oder niedigere Autofahrer werden einfah tot gefahren, dann hat der verursacher meistns Helfer und legt den Toten dann 20 m neben den Zebrastreifen. Habe ich alles erlebt. Drum wundert mich obiges Unglück nicht. Die rumänen meinen die Physik überwinden zu können.
Christian, 25.06 2013, 16:51
Ich kann hier nicht klären, ob es sich hier wirklich um Deutsche handelt, die zu jedem Artikel in dieser Zeitung dummes Zeug absondern. Sollte dies so sein, schäme ich mich hier ausdrücklich für meine Landsleute und bitte die Rumänen um Entschuldigung. Dass hier sogar ein solcher Unfall als Anlass für einen dümmlichen Kommentar genommen wird, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus. Haben diese Rumänienhasser eigentlich nichts anderes zu tun, als hier zu schreiben. Offensichtlich handelt es sich hier nur um ungebildete Hartz 4 Empfänger, die sich einmal gut fühlen wollen, weil sie Deutsche sind. Dies ist jedoch kein Verdienst!!!!
Ottmar, 25.06 2013, 16:31
Das war doch bei der Fahrweise der Rumänien eigentlich logisch dass so ein Unglück passieren würde. Mich wundert es nur dass nicht mehr solche Unfälle passieren. Es gibt wohl nicht so viele grosse Busse in Rumänien

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