Rumänischer Fußball versinkt im Chaos

Wie viele und welche Teams um die nächste Meisterschaft spielen, ist noch nicht geklärt

Dienstag, 25. Juni 2013

Das Transferkarussell dreht sich, Steaua musste Torschützenkönig Raul Rusescu zum FC Sevilla nach Spanien ziehen lassen, und die Klubs befinden sich mitten in der Vorbereitung, schließlich soll am 20. Juli die neue Saison starten. Wie viele und welche Teams dann um die Meisterschaft spielen werden, ist jedoch noch nicht geklärt. Neben den vier sportlichen Absteigern müssen auch Rapid Bukarest und Universitatea Klausenburg die Liga verlassen, ihnen wurde die Lizenz für die kommende Saison verweigert. Während sich Rapid mit der Situation abgefunden hat und am Neubeginn arbeitet, haben sich die Klausenburger an den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne gewandt und gegen die Lizenzverweigerung geklagt. Ursprünglich sollte das Urteil schon in den letzten Wochen gefällt werden, doch der Rumänische Fußballverband (FRF) und die Rumänische Fußballliga (LPF) hatten nicht rechtzeitig alle Unterlagen vorgelegt, sodass die Entscheidung auf den 5. Juli vertagt ist.

Der Universitäts-Kicker befinden sich damit weiter in einer unangenehmen Situation. Sie müssen die Vorbereitung auf die kommende Saison bestreiten ohne zu wissen in welcher Liga sie spielen werden und welche Spieler dann auflaufen. Apostol Muzac und Viorel Dinu haben sich schon Aufsteiger Săgeata Năvodari angeschlossen und auch Adrian Popa hat mit Dinamo Bukarest einen neuen Arbeitgeber gefunden. Einziger Neuzugang ist bisher Torhüter Emilian Dohla von Gloria Bistritz.

Der Vizemeister der Ost-Staffel, Săgeata Năvodari, hat hingegen die Spielgenehmigung für die 1. Liga zwischenzeitlich erhalten und komplettiert neben dem FC Botoşani, Corona Kronstadt und ACS Poli Temeswar das Aufsteigerfeld. Zum Zeitpunkt der gemeinsamen Sitzung von LPF und FRF im Vorfeld des Pokalfinals war das Lizenzverfahren noch in der Schwebe, sodass die Meisterschaftsrunde je nachdem mit 15 bis 17 Mannschaften ausgetragen werden sollte. So sieht es Verbandspräsident Mircea Sandu noch immer, doch unterdessen haben sich auch die Fernsehanstalten in die Diskussion eingeschaltet. Sie fordern die Einhaltung der Verträge, welche besagen, dass pro Spieltag mindestens neun Spiele stattfinden müssen, anderseits drohen Vertragsstrafen. In Ligapräsident Dumitru Dragomir haben sie einen wichtigen Fürsprecher gefunden, auch er befürwortet eine Liga mit 18 Mannschaften. Eine Entscheidung brachte die gemeinsame Sitzung von LPF und FRF am vergangenen Freitag jedoch nicht, vielmehr wurde sie auf den 6. Juli vertagt, einen Tag nach der Urteilsverkündung durch den Sportgerichtshof im Fall „U“ Klausenburg.

Ein Nachrücken der sportlichen Absteiger Concordia Chiajna und CSMS Jassy, wie es in anderen Ligen durchaus üblich ist, hat Sandu bereits ausgeschlossen. Die Fernsehanstalten befürworten,  Rapid und „U“ Klausenburg nicht absteigen zu lassen, schließlich versammeln sie eine große Anhängerschaft und somit auch einen wichtigen Werbemarkt hinter sich. Wahrscheinlicher ist jedoch bei einem Klassenverbleib von „U“ ein Relegationsspiel zwischen den Drittplatzierten, beziehungsweise den jeweiligen Fünftplatzierten FC Bihor Großwardein und CF Brăila, da die vor ihnen platzierten Damila Măciuca, UTA Arad sowie Delta Tulcea und Otopeni allesamt keine Lizenz für die 1. Liga besitzen.

Es ist schon erstaunlich, in welch einem Chaos der rumänische Fußball derzeit versinkt. Aus den Vorjahren war der gewöhnliche Fan schon einiges gewöhnt, doch das vier Wochen vor Saisoneröffnung weder Teilnehmer noch Anzahl feststehen ist eine neue Qualität.

Erfreulich ist hingegen, dass die vier rumänischen Europapokalteilnehmer lösbaren Aufgaben gegenüberstehen. Steaua Bukarest empfängt den siebenmaligen mazedonischen Meister Vardar Skopje in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League. Vorausgesetzt, dass die UEFA-Disziplinarkommission den rumänischen Meister wegen des Korruption- und Manipulationsskandals im Fall „Valiza“ aus der Fußball-Königsklasse nicht ausschließt.

Schon in der ersten Europa-League-Qualifikationsrunde spielt Astra Giurgiu zunächst auswärts gegen den slowenischen Vertreter NK Domžale, Vizemeister Pandurii Târgu Jiu sowie Pokalsieger Petrolul Ploieşti greifen erst eine Runde später in das Spielgeschehen ein. Die „Gelben Wölfe“ treffen dann auf den Sieger der Begegnung zwischen Víkingur Gøta (Färöer) und Inter Turku (Finnland), Pandurii auf Bala Town (Wales) oder Levadia Tallin (Estland).

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