Rund 510.400 Arbeitslose Ende Februar

Samstag, 09. März 2013

Bukarest (ADZ) - Im Februar 2013 ist die Arbeitslosenquote nach Angaben der Nationalen Beschäftigungsagentur ANOFM gegenüber Januar um 0,04 Prozentpunkte auf 5,78 Prozent gesunken, im Vergleich zu Februar 2012 sind das 0,41 Prozentpunkte mehr. Die Agentur berechnet die Arbeitslosenquote gemessen an der aktiven Bevölkerung im Januar 2012. Diese belief sich nach Angaben des Statistikamtes auf 8,826 Millionen Menschen. ANOFM berücksichtigt ferner nur die bei den Arbeitsämtern registrierten Arbeitslosen. Ohne Arbeit waren Ende Februar in Rumänien 510.409 Menschen, um 2940 weniger als Ende Januar. Wie die Beschäftigungsagentur weiter mitteilte, wurden Ende Februar die  niedrigsten Arbeitslosenquoten im Kreis Ilfov (1,76 Prozent), der Hauptstadt Bukarest (2,05 Prozent) sowie im Kreis Timiş (2,03 Prozent) verzeichnet. Die höchste Arbeitslosigkeit gab es in den Kreisen Vaslui (10,02 Prozent), Mehedinţi (10,60 Prozent), Dolj (10,32 Prozent), Teleorman (10,19 Prozent), Alba (9,72 Prozent), Galaţi (9,44 Prozent) und Buzău (8,49 Prozent).

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 10.03 2013, 20:42
Alexander!Da fehlen noch mehr in der Statistik:die Kleinbauern nebst Familienangehörigen(soweit volljährig),Hausfrauen,welche keine Chance mehr sehen,Sozialhilfeempfänger...
Es wäre mal interessant,die Zahl der Beschäftigten mit der Zahl der Arbeitsfähigen zu vergleichen.
Josef, 10.03 2013, 03:39
Ungewollte Arbeitslosigkeit

Eine der bezeichnenden Auswirkungen des Kapitalismus im engeren Sinn bildet die ungewollte Arbeitslosigkeit. Sie wird aus folgender Überlegung als eine unmittelbare Folge der Zinsgeld-Wirtschaft erkennbar: Bei der ältesten Wirtschaftsform, der Natural- oder Eigenwirtschaft, verbraucht der Erzeuger sein eigenes Erzeugnis selbst. Man darf dabei nicht allein an die graue Vorzeit zurückdenken; diese Wirtschaftsform spielt auch heute noch eine gewisse Rolle. Unsere Landwirte z. B. erzeugen einen Teil ihres Bedarfes selbst. Das Bemerkenswerte bei der Eigenwirtschaft ist, dass sie ungewollte Arbeitslosigkeit nicht kennt. Der Landwirt, der für sich und seine Familie Nahrungsmittel anbaut, kann, solange die Produktionsmittel vorhanden sind, durch keine äußeren Umstände in seiner Tätigkeit gehindert, er kann nicht arbeitslos werden. Solange sein Bedürfnis besteht, hängt es vollkommen von seinem Willen ab, ob er es befriedigen will oder nicht. Aus der Eigenwirtschaft ist das Phänomen der ungewollten Arbeitslosigkeit nicht zu erklären. In der nächsthöheren Wirtschaftsform, der Tauschwirtschaft, vollzog sich der Güteraustausch der heutigen Kulturvölker durch lange Zeiträume. Ob nun der Tausch Zug um Zug erfolgte, etwa Tontöpfe gegen Fische oder als Leihgabe, so bleibt die entscheidende Tatsache beim Tausch doch stets die, dass das Angebot der eigenen Ware gleichzeitig die Nachfrage nach einer anderen Ware darstellt. Jeder bietet seine eigene Ware an und fragt damit gleichzeitig fremde Ware nach. Das Gesamtangebot einer Volkswirtschaft ist in diesem Fall gleich der Gesamtnachfrage. Solange sich aber Gesamtangebot und Gesamtnachfrage decken, ist ungewollte Arbeitslosigkeit nicht möglich. Wohl kann es bei der Tauschwirtschaft vorkommen, dass ein Erzeuger am Markt etwas anbietet, das niemand einzutauschen wünscht, sodass sich für sein Erzeugnis kein Abnehmer findet. Aber er ist deshalb für die Zukunft nicht arbeitslos. Er hat nur in der Vergangenheit vergebliche Arbeit geleistet und sich selbst vom Markt ausgeschaltet, weil er die Nachfrage nicht beachtete. Es steht ihm aber frei, in Zukunft solche Güter herzustellen, die nachgefragt werden und sich dadurch wieder in den Güteraustausch einzuschalten. Eine ungewollte Arbeitslosigkeit ist somit aus dem Wesen der Tauschwirtschaft ebenso wenig zu erklären wie aus der Eigenwirtschaft.

Anders in der Geld- oder Verkehrswirtschaft. War beim unmittelbaren Tausch Ware gegen Ware das Angebot stets gleich der Nachfrage, so änderte sich das schlagartig mit der Einführung des Geldes. Das Geld zerlegt den Tausch in zwei Teile: Die eine Hälfte ist der Verkauf des eigenen Erzeugnisses gegen Geld, die zweite der Kauf eines fremden Erzeugnisses gegen Hingabe dieses Geldes. Nur wenn beide Teile, sowohl Verkauf als auch Kauf erfüllt sind, ist der Tausch vollendet, nur dann ist der „vollkommene Tausch“ verwirklicht. Die Aufspaltung des Tausches durch das Geld ermöglicht es nun, dass Angebot und Nachfrage sich nicht mehr immer decken müssen. Mit der Einführung des Geldes ist plötzlich das Angebot nicht mehr zugleich auch Nachfrage. Es ist vielmehr jetzt möglich, dass beide auseinanderklaffen. Dieser Fall muss ganz zwangsläufig dann eintreten, wenn manche Teilnehmer am Tauschverkehr wohl ihr eigenes Erzeugnis verkaufen, ohne indes für den erzielten Gelderlös in angemessener Frist ein fremdes Erzeugnis einzukaufen. Durch ein solches Verhalten der Tauschteilnehmer wird der „vollkommene Tausch“ verhindert, es entsteht eine Tauschstörung und damit ungewollte Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise. Der „vollkommene Tausch“ bedingt eben, dass nicht nur das eigene Erzeugnis verkauft, sondern auch das fremde Erzeugnis gekauft wird. Unerheblich für den „vollkommenen Tausch“ bleibt es, dass der Verkäufer mit dem empfangenen Geld selbst Nachfrage nach fremden Waren hält. Es genügt, wenn er das Geld auf dem Kreditweg (z. B. über eine Bank) einem Dritten zum Ankauf von Gütern zur Verfügung stellt. Entscheidend ist nicht, wer kauft, sondern dass gekauft wird. Denn wenn der Verkäufer mit dem empfangenen Geld weder selbst kaufend auftritt noch es verleiht, dann verhindert er den „vollkommenen Tausch“, unterbricht den Geldumlauf und sperrt dadurch Arbeiter aus. Allgemeine Geldhortung in diesem Sinne muss daher notwendig zu einem Auseinanderklaffen von Gesamtangebot und Gesamtnachfrage und damit zu ungewollter Arbeitslosigkeit führen. Ungewollte Arbeitslosigkeit ist also nur in der Geldwirtschaft denkbar.

Wie ist dieses Auseinanderklaffen zu vermeiden? Wie schaffen wir eine Wirtschaft des „vollkommenen Tausches“, die keine ungewollte Arbeitslosigkeit kennt? Die Planwirtschafter aller Schattierungen beabsichtigen dieses Ziel zu erreichen, indem sie der Marktwirtschaft mehr oder weniger den Garaus machen und an ihre Stelle die so genannte Bedarfsdeckungswirtschaft einführen. Anstatt dass der Käufer mit dem Geld in der Hand Nachfrage nach eigenem Bedürfnis und Geschmack hält, sollen irgendwelche bürokratische Stellen Erzeugung und Verbrauch regeln. Anstelle des Marktes tritt das Amt, anstelle der Triebkräfte der Wirtschaft der behördliche Zwang, um Erzeugung und Verbrauch gewaltsam in Übereinstimmung zu bringen.

Vom Standpunkt der modernen Wirtschaftswissenschaft sind solch einschneidende Eingriffe keineswegs nötig. Die wünschenswerte Übereinstimmung zwischen Gesamtangebot und Gesamtnachfrage und damit auch zwischen Erzeugung und Verbrauch, lässt sich viel einfacher erzielen. Es ist nur erforderlich, dem Geld seine heutige Hortbarkeit zu nehmen, d. h. das Geldstreikmonopol zu brechen. Ein solches nicht hortbares Geld erfüllt die erste Forderung, die man an ein ideales Geld stellen muss: Es läuft um! Läuft es aber um, dann kommt es zu allen Arbeitswilligen. Die Gesamtnachfrage wird durch ein unhortbares Geld und durch geeignete sonstige Maßnahmen dauernd dem Gesamtangebot angepasst, mit dem Ziel einer Vollbetriebswirtschaft. Bei dieser Form der Abhilfe bleibt die Marktwirtschaft völlig intakt, ja sie wird dadurch erst zur Entfaltung all ihrer Möglichkeiten gelangen. Die Beseitigung des Geldstreikmonopols ist die erste Voraussetzung, um die Marktwirtschaft aus ihrem heutigen halbmonopolistischen Zustand zu befreien und in erstaunlicher Weise zu wandeln, ihr soziale Züge aufzuprägen und sie in eine echte Soziale Marktwirtschaft hinüberzuführen.

Der Vollbetrieb der Wirtschaft in einer freien Wettbewerbsordnung führt zu allgemeinem Wohlstand und sichert jedem Arbeitswilligen das Recht auf Arbeit, den vollen Arbeitsertrag und ein Höchstmaß an wirtschaftlicher Freiheit. So wird es zum Beispiel dem Geldbesitzer nach wie vor freistehen, darüber zu entscheiden, was und wo er kauft und auch – mit Hilfe des Verleihs – wann er kauft. Er wird nur nicht mehr, so wie heute, darüber zu befinden haben, ob gekauft wird oder nicht. Indem man dem Geld die Hortbarkeit nimmt, wird erreicht, dass unter allen Umständen gekauft wird. Und damit ist der „vollkommene Tausch“, das heißt der für einen Wirtschaftsvollbetrieb erforderliche regelmäßige Geldumlauf gesichert.

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/marktgerechtigkeit.html
Alexander, 09.03 2013, 14:29
Fassade - wieder einmal.
Statt sich Problemen zu stellen, redet man sie klein - aber der Schuss geht langfristig übel nach hinten los.

Zun schreiben, "ohne Arbeit waren ... Menschen", nachdem es im Satz zuvor noch steht "berücksichtig werden ... nur die bei den Arbeitsämtern registrierten Arbeitslosen" ist grenzwertig.

Jeder weiß doch von den nicht gemeldeten Tagelöhnern und den vielen Ausbeutern und Schmarozern, die ihre Arbeiter schlecht bezahlen, vor allem schwarz beschäftigen und wie Rechtlose behandeln.

Kein Wunder, dass der deutsche Innenminister aus Angst vor Zuzug ins Sozialsystem blockt, wo es nur geht.
Rumänien baut ja lieber Fassaden, statt Probleme anzugehen.

Der Mindestlohn von 0,91€/Stunde ist doch ebenfalls nur Fassade - wer so etwas als Volksvertreter bechließt, sollte selbst mal 1 Jahr sich und seine Familie mit solch einem Lohn und den lachhaften Sozialleistungen über die Runden bringen.
Aber in den Konsum- und Luxuspalästen vermag man sich dies ja noch nicht einmal auszumalen.

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