Sackelhausen: Deutscher kandidiert für Gemeinderat

Ewald Neu hat konkrete Vorstellungen für sein Mandat

Mittwoch, 25. Mai 2016

Trotz Beruf und Vorstandsmitgliedschaft in der Landsmannschaft der Banater Schwaben hält sich auch Christine Neu (im Bild mit Ewald Neu) oft und gern in Rumänien auf.
Foto: Zoltán Pázmány

Ehrlichkeit, Korrektheit und Toleranz sollen wieder im Gemeinderat der Temescher Großgemeinde Sackelhausen Einzug halten. Den Vergleich mit derzeitigen Situationen bricht Ewald Neu jedoch wieder schneller ab „ich möchte ja nicht kritisieren, denn dann würde ich mich auf das Niveau vieler anderer im Wahlkampf begeben“. Der 1982 ausgewanderte Neu ist nämlich ebenfalls im Wahlkampf, denn er ist Listen erster Kandidat des Demokratischen Forums der Deutschen für ein Mandat im Gemeinderat in seinem Heimatort.

Seit Einführung des Kommunismus in Rumänien hat es in Sackelhausen keinen Vertreter der Deutschen mehr im Gemeinderat gegeben. Nun baut er auf die Banater Werte, um Wahlerfolg zu haben. „Ich möchte einiges von den schwäbischen und deutschen Tugenden der Banater vorleben, was dann auch positiven Einfluss auf andere Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter haben könnte, sagt der hochgewachsene, langjährige Mitarbeiter von Daimler. Sollte er in den Kommunalrat einziehen, möchte er das ihm zustehende Sitzungsgeld dafür aufwenden, eine Person zu bezahlen, die zum Wohl der Gemeinde eine Dienstleistung ausübt.

Heute kann sich der 1956 geborene Ewald Neu beruflich über längere Zeit in Rumänien aufhalten. Bei solchen Aufenthalten, hat er gesehen, dass „das nicht mehr mein Dorf ist“. Dabei geht er gar nicht ins Detail und sieht schon mal darüber hinweg, dass die Bäume nicht mehr getüncht oder die Straßen längst nicht so sauber sind, wie in den Jahren, als er und seine deutschen Landsleute hier lebten. „Früher  mündeten die Straßengraben in einen Teich. In dieser ehemaligen Sumpflandschaft war dies wichtig für das Grundwasser“. Heute sind die Teiche zugeschüttet und noch mehr: „Temeswar bringt seinen Müll und Schrott eher nach Sackelhausen“, zieht der Reutlinger Ewald Neu ein vernichtendes und trauriges Fazit. Der ehemalige Mitarbeiter des deutschen Staatstheaters Temeswar hat seine Verbindung bereits kurz nach der Wende zu seiner Heimatgemeinde neu aufgebaut mit seiner Frau Christine haben sie sich ihr Haus frisch eingerichtet und ihre silberne Hochzeit interkonfessionell in Sackelhausen gefeiert und auch ein kleines Dorffest aufgezogen. Obwohl ihnen vieles fremd geworden ist in ihrem Heimatdorf, hat Familie Neu nicht nur eine emotionale Bindung zum Ort, sondern „auch viele alte und neue Freunde gefunden“.

Im vergangenen Jahr feierte die Gemeinde ihr 250. Jubiläum seit der Ansiedlung der Banater Schwaben. Ein Jahr später möchte Ewald Neu nun in den Gemeinderat einziehen. Eine bessere Anbindung an das nahe gelegene Temeswar und Arbeitsplätze im Industriepark stehen ebenfalls auf seiner Prioritätenliste ganz oben. „Ich denke, ich kann für das notwendige Vertrauen garantieren, dass die Investoren aus dem deutschsprachigen Raum benötigen, um sich hier niederzulassen“.

 

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