Samstag 2000 nach Bukarest?

Gerüchte über Migration zur Ponta-Partei dementiert

Freitag, 08. Juni 2018

Reschitza – Eine Erklärung des PSD-Abgeordneten und Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für den Status der Abgeordneten und Senatoren, Ion Mocioalcă, hat im Banater Bergland für einige Aufregung gesorgt. Es ging darum, dass Mocioalcă angesichts der beginnenden Migration von PSD-Mandatsträgern zur Pro România Pontas das interne Regelwerk zitierte, aufgrund dessen parlamentarische Fraktionen gebildet werden.
Mocioalcă sagte, dass er dies im Auftrag seiner PSD tue, Ponta interpretierte, dass die PSD-Vertreter aus dem Banater Bergland mit Mocioalcă an der Spitze seiner neuen Partei beitreten, wodurch er eine Fraktion im Abgeordnetenhaus bilden könne (er erreiche mit den drei PSD-Abgeordneten aus Karasch-Severin die Mindestzahl von dazu nötigen Abgeordneten, zehn).

Mocioalcă verneinte nun kategorisch und verärgert „dieses von Ponta in die Welt gesetzte Gerücht“, das sich Samstag, anlässlich der von der PSD und ihren Alliierten angekündigten Großdemo in Bukarest, konkretisieren sollte. Hingegen bestätigte er ein weiteres in Reschitza in Umlauf befindliches Gerücht, dass nämlich aus dem Banater Bergland 2000 Demonstranten von der PSD mobilisiert worden seien, um am Wochenende nach Bukarest zu fahren, wozu die PSD nicht nur Sonderwaggons bei der Eisenbahn für den Nachtzug von Freitagabend, sondern auch mehrere Dutzend Busse für Samstag-Sonntag bestellt habe. Nicht bekanntgeben wollte er, wer – und aus welcher Kasse – diesen logistischen Aufwand bezahlt.

Mocioalcă hatte am Mittwochnachmittag in Reschitza in ziemlich irritiertem Ton seine Pressekonferenz bestritten, auf der er auf die Interpretationen Victor Pontas negativ reagierte. Als Ponta PSD-Chef war, war er wiederholt im Banater Bergland zu Gast und Mocioalcă zeigte beste freundschaftliche Beziehungen zum heutigen PSD-Abtrünnigen, auch indem er Ponta und dessen Frau zu Trauzeugen („nași“) seiner Tochter bei deren religiöser Trauung erkor, ein bei orthodoxen Gläubigen üblicher Brauch, der eine soziale Bindung und gegenseitige Verpflichtung fürs ganze Leben schafft. Mocioalcă verneinte kategorisch eine im öffentlichen Raum diskutierte Massenmigration von PSD-Mitgliedern aus Karasch-Severin zur Ponta-Partei Pro România. Hingegen bestätigte er, dass „nicht weniger als 2000 Demonstranten“ aus dem Banater Bergland Samstagabend auf dem Bukarester Victoria-Platz sein werden.

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