Sanierungspläne für Traditionsschule

5,6 Millionen Euro nötig: EU-Projekt oder Stadtfinanzierung

Montag, 09. Februar 2015

Temeswar - Die Temeswarer Stadtverwaltung kündigte nun endlich für 2015 ernsthafte Pläne zur gründlichen Sanierung des Temeswarer Technischen Kollegs „Emanuil Ungureanu“ in der Stadtmitte an: Laut Vizebürgermeister Dan Diaconu ist dieses Vorhaben als Fixpunkt im Entwurf des Temeswarer Stadthaushalts für 2015 vorgesehen, eine Summe von 5,2 Millionen Lei soll dafür bereitgestellt werden. Das macht jedoch nur einen kleinen Teil der erforderlichen Gesamtsumme aus, die die hohen Baukosten decken soll: Letztlich werden die Sanierungskosten auf mehr als 25,2 Millionen Lei bzw. zirka 5,6 Millionen Euro geschätzt. In diese Pläne eingeschlossen sind auch eine Reihe von neuen Einrichtungen, die der lange Zeit unbeachteten Schule auch die längst erforderlichen neuen, modernen Einrichtungen bringen sollen. Das Gesamtgelände erstreckt sich auf 6.800 Quadratmetern, die bebaute Fläche auf 1.724 Quadratmetern.

Die Schule, seit 2010 Technisches Kolleg „Emanuil Ungureanu“, verfügt über 26 Klassenräume (986 Quadratmeter), jeweils acht Kabinette und Labors, zwei Werkstätten (480 Quadratmeter), Sportsaal und - platz, Bibliothek, Kantine und Küche, Schlafräume und zahlreiche Nebenräume (sogar Schülerklub). Alle eingebundenen Stellen der Stadt sind sich seit geraumer Zeit darüber einig: Der zweifelsohne wertvolle Gebäudekomplex befindet sich derzeit in einem  beklagenswerten Zustand, außen wie innen. Seit Längerem prangen gerade hier, im historischen Stadtzentrum, überall Warntafeln an den Wänden, die die Fußgänger vor Dachziegeln oder gefährlichen Teilen des Verputzes warnen.  Laut Vize Diaconu wird man erstens den Versuch machen, eine EU-Finanzierung anzuzapfen, sollte das nicht klappen, wird die Kommunalverwaltung die Gesamtkosten aus Haushaltsgeldern decken. In diesem Frühjahr soll ein Projekt erarbeitet und kurz darauf eine Ausschreibung für die Ausführung angesetzt werden.

Das Kolleg im Temeswarer Stadtzentrum am Huniade-Platz Nr. 3- die Stadtzone mit dem Huniady-Schloss, die schon seit Jahren unter Denkmalschutz steht- ist eine der ältesten und traditionsreichsten Schulen der Begastadt. Sie wurde vor 229 Jahren, also schon 1786 als Lehrlingssonntagsschule gegründet, 1878 wurde sie zweijährige Lehrlingsschule, 1882 Kunst-und Berufsschule. In der Zeitspanne 1918-1925 gab es hier zwei Abteilungen, eine in rumänischer und eine in ungarischer Unterrichtssprache. 1934 wurde die Schule Obere Schule für Künste und Berufe, 1948 Technische Mittelschule im Bereich Stromenergie. 1957-1995 war diese Schule Schulgruppe oder Industrielyzeum des Temeswarer Electromotor-Unternehmens. 1995 erhielt die Industrieschulgruppe den Namen Emanoil Ungureanu (1846-1929), eine stattliche Büste ist im Park vor der Schule aufgestellt: Der bekannte Banater Rechtsanwalt und Mäzen , geboren 1846 in Knes/Satchinez, Kreis Temesch, war nach einem Rechtsstudium in Budapest Direktor der Timişana-Bank, eine angesehehe Stadtpersönlichkeit, Gründer zahlreicher rumänischer Kulturgesellschaften u.a. auch des Hermannstädter Astra-Museums und der Zeitung „Dreptatea“.

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