Sauberkeit und Ordnung muss sein

Behörden verschärfen Vorschriften auf den Bauernmärkten

Samstag, 03. September 2016

Die Händler auf den Temeswarer Bauernmärkten werden unter die Lupe genommen. Neue Vorschriften für diese Märkte werden demnächst zur Abstimmung vorgelegt.

Aus dem Kofferraum des Autos, direkt auf dem Asphalt und auf improvisierten Tischen aus Plastikkisten – so verkaufen viele Banater Bauern ihre Ware in Temeswar. Einen eigenen entsprechenden Marktplatz haben sie in der Bega-Stadt nicht. Doch unter der Bezeichnung „Bauernmarkt“ haben sie an bestimmten Tagen bereits drei Plätze in der Stadt, wo sie ihre Ware vermarkten können. Unmittelbar in der Nähe des Dan-Păltinişanu-Fußballstadions sowie im Lipovei-Viertel und neben dem Trajans-Markt gibt es diese Märkte, wo die Banater Bauern zweimal pro Woche ihre in ihren eigenen Gärten und auf ihren Feldern angebaute Produkte zum Verkauf anbieten können. Sie sind sehr beliebt, denn Temeswarer bevorzugen große Ochsenherz-Fleischtomaten, auch mal fleckige Aprikosen oder Milch vom Bauernhof in wiederverwendeten Zwei-Liter-Pet-Flaschen.

Ganz im Gegenteil zum Obst und Gemüse vom Supermarkt sehen die Produkte nicht perfekt aus, doch sie sind frisch und kommen direkt aus den Gärten und Höfen vom jeweiligen Banater Bauern, aus dem Raum Temeswar. Und man darf hoffen, dass sie nicht voller chemischer Stoffe sind. Zumindest dies ist die Idee dahinter. Doch auch falsche „Bauern“ haben sich unter die Landbewohner gemischt und dabei importierte Ware zum Verkauf angeboten. Neue Vorschriften für das gute Funktionieren des Marktes wurden kürzlich vorgeschlagen und sollen demnächst in der Kommunalratssitzung zur Abstimmung vorgelegt werden.

Der erste Bauernmarkt wurde 2014 in Temeswar in der Gegend des Dan-Păltinişanu-Stadions eingerichtet. Immer samstags, dann sogar zweimal pro Woche (auch mittwochs) kamen Bauern hierher, um ihre lokalen Gartenprodukte zu verkaufen. Allein Produkte aus dem eigenen Hof und Garten sollten vermarktet werden. Der Verkauf von importierter Ware ist untersagt. Vor allem die Kunden waren von diesem Kommunalratsbeschluss begeistert, denn sie bekamen so die Möglichkeit, Produkte wie aus dem Garten ihrer Großeltern auf dem Land zu erwerben. Mittler-weile werden als ein Beweis für ihren Erfolg ähnliche Märkte an zwei weiteren Stellen der Stadt organisiert.

Nun wurden aber immer mehr Unstimmigkeiten von diesen Bauernmärkten gemeldet – Spekulanten haben sich unter die Bauern gemischt und die Qualität der Produkte ist gesunken. Auch ihre mangelnde Infrastruktur war ein Grund für die Unzufriedenheit der Kunden. Die Bauern improvisierten Tische oder verkauften direkt aus dem Kofferraum ihrer Autos. Auch die Sauberkeit des Marktes haben viele Händler missachtet.

Eine strengere Aufsicht über die Herkunft der Ware und eine bessere Art und Weise für die Ausstellung und den Verkauf der Produkte – das versprechen die Behörden ab diesem Herbst einzuführen. „Es sollen auch genauere Öffnungszeiten festgelegt werden. Diejenigen, die die Regeln nicht einhalten, werden auf dem Bauernmarkt für ein ganzes Jahr keine Zulassung mehr erhalten“, sagt der Stadtrat und Initiator dieser Art Märkte, Ştefan Sandu (PNL). Obst und Gemüse sollen nicht mehr direkt auf dem Asphalt ausgelegt werden. Allein Kartoffelsäcke, zum Beispiel, dürfen noch direkt auf dem Boden gelagert werden. Die Versorgung wird auch nur zu bestimmten Uhrzeiten zugelassen und Autos sollen nicht mehr direkt neben dem Stand geparkt werden dürfen – dies sind weitere geplante Vorschriften. Die Händler und Bauern werden Zuhause von der Landwirtschaftsdirektion besucht – so kann man die vermarktete Ware besser im Blick behalten, ist der Stadtrat Ştefan Sandu überzeugt.

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