Schellenberg: Ein Betrug von 114 Millionen Euro

Bürgermeister hatte eine Goldgrube entdeckt

Freitag, 16. Oktober 2015

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Die Antikorruptionsbehörde DNA beschuldigt den Bürgermeister von Schellenberg/Şelimbăr, Ioan-Daniel Mărcuţa, einen Betrug von 114 Millionen Euro begangen zu haben.
Der Unabhängige Mărcuşa ist seit 15 Jahren Bürgermeister von Schellenberg, aber schon 2000 scheint er entdeckt zu haben, dass sich in der neben Hermannstadt/Sibiu gelegenen Gemeinde (7000 Einwohner) durch Geschäfte mit der Bodenrückerstattung ein gutes Geld machen lässt. Schon dadurch dass die Umgehungsstraße über Schellenberger Hattert führt, warfen die Enteignungen hohe Summen ab.

Das Geschäftsmodell von Mărcuţa und des Betrügerrings, den er sich aufgebaut hatte – Angestellte des Bürgermeisteramts, öffentliche Notare in Hermannstadt – bestand darin, dass rechtmäßige Bodenbesitzer ausfindig gemacht wurden – auch im Ausland –, die ein Recht auf die Rückerstattung hatten. Dieses Recht wurde ihnen abgeschwindelt. DNA führt einen Fall an, wo Mărcuţa durch Mittelsmänner ein Grundstück für 10.000 Lei gekauft und nachher für 5 Millionen Euro verkauft hat.


Später hat Mărcuţa in der Erteilung von Baugenehmigungen an die Immobilienentwickler am Rande von Hermannstadt eine neue Einnahmequelle gefunden. Bezahlt wurde in Appartements (zwei Millionen Euro). Das augenfällige Vermögen des Bürgermeisters besteht aus zwei Dutzend Hektar Boden, einem Gestüt mit Rennpferden und seiner in Bau befindlichen Villa.

Kommentare zu diesem Artikel

alexander, 26.10 2015, 08:41
Wenn Gelder zufließen, weil sich einige an der Staatskasse bedienen, steigt natürlich das durchschnittliche Pro Kopf Einkommen. Es ist eben wie mit den dicken SUVs, die an den Ampeln neben Hilfstransporten stehen. Ein Bürgermeister einer Kleinstadt in D kommt nicht zu solchem Reichtum - selbst wenn die Stadt wächst und gedeiht. Zumal auf Kosten anderer ...
Sraffa, 20.10 2015, 01:37
@Tourist : Also, so eine differenzierte Aussage habe ich noch nie von einem der Teilnehmer dieses Forums gelesen; das sind hier nämlich eher simple Haudraufs. Sie sind ja wirklich eine Bereicherung hier im Vergleich zu den sonstigen Holzschnittfiguren.
Tourist, 19.10 2015, 22:28
also mir ist der Artikel und dessen Aussage zu vorschnell. Sicher die Optik ist unschön. Aber Schellenberg hat sich wirklich extrem entwickelt, von einem Kuhdorf zur reichsten Gemeinde des Kreises, mit dem höchsten Pro-Kopf-Steueraufkommen. Wenn es keine solche Entwicklung gegeben hätte, wären die Wiesen und Äcker heute noch ein paar lumpige Bani wert, wie damals, wo die Leute ausgewandert sind und sich um ihren Besitz, oder ihren Anspruch auf Rückerstattung gar nicht mehr gekümmert haben. Sicher mag der Bürgermeister nicht nur selbstlos wie ein Mönch für die Allgemeinheit gewerkt haben. Aber man sollte solche Dinge erst einmal von der Justiz prüfen lassen. Betrug ist juristisch eindeutig formuliert. Wenn es Betrug gegeben hat, wird er auch bestraft werden. Wenn es nur Übervorteilung von Desinteressierten oder Unwissenden gegeben hat, wird es juristisch schwieriger da ein Urteil zu fällen. Den Medien ist das aber egal, die haben ihr Urteil gleich am ersten Tag gefällt.
Norbert, 19.10 2015, 21:14
Es wahr ..es ist..und es bleibt..ein Kakaland..das wissen selbst die Flüchtlinge die Taubstumm sind..deswegen kommt dort auch keiner hin..die machen lieber einen Umweg über die Wüste Gobi bevor sie die Grenze von Rumänien überqueren..
Don Emilio, 16.10 2015, 21:25
Sehr geehrte Damen und Herren,
da raucht dem gemeinen Bürger der Kopf wenn er diese Summen liest, die hier gang und gäbe sind.
Respekt. Der popelige Bürgermeister in einem 7000 Seelenkaff, zieht daraus 114 Millionen Euro. Und unser Präsident mußte für 750,- Euro seinen Hut nehmen. Gut, der war auch eine Pfeife.
Der Name des Dorfes aber ist Programm: die Schellenberger werden dem Geni bald Handschellen anlegen. Dann ist er nicht mehr so unabhängig.
Guten Abend
Sraffa, 16.10 2015, 13:45
Man muss sich wirklich nicht wundern wenn nichts in dem Land vorangeht. Dieser Marcuta dürfte auch nur einer von vielen sein die ähnlich vorgegangen sind. Auch hier muß alles so schnell wie möglich beschlagnahmt werden.

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