Schleppkahn immer noch am Donaugrund

Zahlt jemand für die Bergung oder wird das Donauwasser überdüngt?

Freitag, 27. Februar 2015

Neumoldowa - Drei Wochen nach dem Kentern eines Schleppkahns mit 847,5 Tonnen chemischen Düngemitteln an Bord tut sich bei Altmoldowa/Moldova Veche an der Donau immer noch nichts in Richtung Bergung der Ladung und Hebung des gesunkenen Schleppkahns. Der rumänische Reeder ist nicht gewillt, die Kosten des Tauchereinsatzes und der Bergungsarbeiten aus eigener Tasche zu bezahlen, die Versicherung forkelt immer noch herum auf der Suche nach dem/den Schuldigen fürs Kentern und ist nicht bereit, das Geld aufs Geratewohl herauszurücken und zu hoffen, irgendwann wird sie es schon sich wieder zurückholen von den Schuldigen, und das Rathaus Neumoldowa/Moldova Nouă erklärt durch Bürgermeister Matei Lupu (PSD), dass es die für Umweltgefährdung zuständigen Institutionen – Agentur für Umweltschutz und Katastrophenschutz ISU „Semenic“ – verständigt habe, womit es seine Hände in Unschuld wäscht.

Beide die Umweltgefährdung monitorisierenden Institutionen nehmen nach wie vor regelmäßig Wasserproben aus der Donau und melden, die Säcke mit den Chemikalien – Stickstoff, Phosfor und Kalium – dürften noch dicht sein, weil sie keinerlei Veränderungen der Wasserqualität stromabwärts der Unfallstelle feststellen können. Letztendlich herrscht nun schon seit drei Wochen an der Unfallstelle ein explosives Status quo und die Dauerfrage: was, wenn die Plastiksäcke platzen und die Düngemittel sich im Donauwasser aufzulösen beginnen?

Darauf hat Bürgermeister Matei Lupu eine zynische Antwort, die durchaus auch noch beruhigend klingen soll: „Der Kahn liegt unterhalb unserer Wasser-Anzapfstellen auf Grund, die Trinkwasserqualität in Neu- und Altmoldowa kann also nicht gefährdet werden.“ Das klingt etwa wie: „Nach mir die Sintflut!“ Außerdem sagt Bürgermeister Lupu: „Auch die Verwaltung des Stroms – Administraţia fluvială -  ist nach Kräften bemüht, der Frage der Finanzierung der Hebungs- und Bergungsarbeiten auszuweichen, aus demselben Grund wie die Versicherung: von wem wird das Geld danach wieder hereingeholt? Nur: die Administraţia Fluvială kann´s drehen und wenden wie sie will - sie ist für alles verantwortlich, was auf der Donau passiert!“

Bürgermeister Matei Lupu erinnert daran, dass er auch die Präfektur in Reschitza/Reşiţa ständig über den Gang der Dinge auf dem Laufenden halte und dass Präfekt Silviu Hurduzeu bei der Regierung einen Antrag auf Finanzierung der Bergungsarbeiten der Ladung gestellt habe, die letztendlich schon irgendwie zu bezahlen wären (schon durch den Wert der Ladung, die dann allerdings konfisziert werden müsste), aber ihm scheine, dass auch die Regierung im Kreis der Abwartenden Platz genommen habe. Lupu: „Eines ist klar: die Taucher, die vor Ort eine Inaugenscheinnahme vorgenommen haben, haben mir versichert, dass eine Bergung der Ladung problemlos geschehen kann. Das wirklich einzige Problem ist die Bezahlung der Arbeiten!“

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 03.03 2015, 01:02
Klaus hinter Austria gibt es das Land Deutschland, dort hat es TÜV, . Binnenschifffahrtsverordnung, BSV... Ich kenne kein Szenario wie du das hier schilderst dass in Deutschland ein Umwelt Verschmutzer auf dem Grund von Donau Rhein Main Neckar Mosel.. vergammelt. Da wird geholfen und alles dann in Rechnung gestellt Wird die Rechnung nicht bezahlt wird das Schiff konfisziert . Ist doch einfach oder ???
Klaus, 02.03 2015, 17:26
@ Manfred.--Das ist ja nur die spitze eines berges der in der schiffahrt hier vergraben ist.--Was ich hier erlebe ist besser nicht für die öffentlichkeit bestimmt.auch schiffe die vom rhein kommen sind nicht gerade mit dem besten ausgerüstet oder entsprechendem zustand.-Da wundere ich mich manchmal wie die noch schwimmen.-Was die notfall pläne anbelangt so ist es besser zu schweigen.Der untergang des ungarischen schubbootes Dunaföldvar im letzten jahr ist das beste beispiel für das was hier los ist.Da kann man nur heulen.-Auf meine nachfrage betreffend ein neues projekt >schubboot mit Gasmotoren< und sicherheit bei einem unfall war nur schweigen.-Das st florians prinzip ist angebracht; >möge bei uns nichts passieren<.
-Es ist da kein gutes zu sagen bei den anderen anreinern der Donau hinter Austria sieht es auch nicht besser aus.
Manfred, 28.02 2015, 15:44
Klaus hat recht,diese Ignoranz von allen Seiten ist für mich als Deutscher,der ganz in der Nähe des Rheins wohnt,nicht zu akzeptieren.Egal,wer da in Vorkasse geht,diese Gefahr gehört beseitigt.Sollte der Eigner die Prämie nicht gezahlt haben,hätte das Schiff stillgelegt werden müssen...Ist der Schutz der Umwelt nicht in der Verfassung verankert?Ist man auf so etwas gar nicht vorbereitet?Gibt es keine Notfallpläne?
Klaus, 28.02 2015, 11:32
Das ist mal wieder typisch für rumänien.-Da versinkt ein schiff und alle waschen sich die hände in unschuld.-Die versicherung will sich von wem was holen? Wozu ist die versicherung denn abgeschlossen? Damit die sich aus staube machen wenn es ans bezahlen geht?Oder hat etwa der eigentümer des schiffes seine prämie nicht bezahlt?Das wäre nichts neues denn so fahren einige schiffe auf der Donau einher.-Beklagen sich das die versicherung nicht bezahlt aber mit dem einzahlen der prämie hapert es. Insbesondere sind viele schiffe nicht mit dem eigentlichen wert versichert sondern weit darunter.Das ist mir sehr wohl bekannt aus meiner täglichen arbeit.
Da stimmt der satz schon:" nach mir die sintflut." Selbst verständlich ist als letzter die AFDJ die alles erledigen muß.Nur was von der AFDJ erledigt wird geht aus der kasse des staates verloren, und der sind wir.Bin gespannt wie es weiter geht.

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