Schleuser, Autodiebe und Migranten

Temeswarer Grenzschutz zieht Bilanz

Donnerstag, 28. Januar 2016

In vielen Bereichen verzeichnet die Temeswarer Grenzschutzdirektion höhere Werte: So sind an den Grenzübergängen um neun Prozent mehr Personen durchgereist als im Jahr zuvor und die Zahl der Fahrzeuge an den Übergängen hat ebenfalls zugenommen. Angestiegen ist auch die Zahl der Ordnungswidrigkeiten und der illegalen Machenschaften, die um acht Prozent zugelegt haben. An den Grenzübergängen des Temeswarer territorialen Grenzschutzinspektorates mit seinen untergeordneten Inspektoraten in den Verwaltungskreisen Temesch, Karasch-Severin und Mehedinţi wurden vor allem illegale Einwanderer, Schleuser und Dokumentenfälscher erwischt. 4300 Fälle dieser Art gab es im vergangenen Jahr, um nahezu 600 mehr als 2014. Die Statistik mit steigenden Zahlen kann sich auch darauf berufen, dass die Grenzschützer im vergangenen Jahr eben mehr Fälle aufklären konnten als im Jahr zuvor.

In 15 Fällen stellten die Grenzschützer bei Grenzüberschreitungen oder beim Versuch illegaler Migration die Tätigkeit von Schleuserbanden fest. In 151 Fällen versuchten Bürger Waren verschiedener Art zu schmuggeln. Dabei gerieten 247 Personen ins Netz der Ordnungshüter. Die meisten dieser Fälle wurden in Naidăş im Kreis Karasch-Severin verzeichnet, gefolgt von den Grenzübergängen in Drobeta Turnu Severin (Mehedinţi), Morawitza/ Moraviţa und Hatzfeld/Jimbolia, beide im Kreis Temesch. Den Schmugglern wurden 350.000 Packungen Zigaretten mit einem Marktwert von 4,1 Millionen Lei konfisziert. In diesem Bereich haben Tätigkeiten gegenüber 2014 um sieben Prozent zugelegt. Aber nicht nur Zigaretten, sondern auch Alkohol, Tabak, Kleidung, Feuerwerkskörper, Pestizide, Fahrräder und Motorräder versuchten Schmuggler illegal über die Grenze zu schaffen.

Vor allem in Westeuropa gestohlene Luxuskarossen gelten auf dem Balkan als gute Ware. So wurden an der rumänischen Grenze 31 gestohlene Autos sichergestellt. Die meisten davon bei Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare, Naidăş Hatzfeld, Morawitza, Cruceni und Detta. Als gestohlen gemeldet wurden sie in Italien, Serbien, Bulgarien, Frankreich, Belgien, Dänemark und der Slowakei. Am Steuer der Autos saßen Rumänen, Serben und Italiener. An der oft schwierigen Grenze zu Ungarn, Serbien und Bulgarien mit all den Eigenheiten von EU und Nicht-EU-Ländern, aber auch an Trocken- und Wassergrenze wurden die Grenzschützer wiederholt mit Wilderern konfrontiert. Bei den 67 festgestellten Fällen wurden 46 Boote beschlagnahmt, aber auch 1000 kg Fisch sowie Anglerausrüstungen. Die meisten Fälle gab es an der Donau: bei Moldova Veche, am Eisernen Tor 2, bei Gârla Mare, Orschowa/Orşova und Berzeasca.

Im Jahr 2015 haben die Polizisten aus Westrumänien an 40 internationalen Aktionen teilgenommen, die über die europäische Agentur Frontex in zwölf Ländern veranstaltet wurden. Für ihre Tätigkeit wurden 200 Polizisten in unterschiedlicher Weise belohnt. Fünf von ihnen verweigerten Bestechungen, darunter ein Fall mit einer Summe, die wohl so manchen hätte schwach werden lassen: 20.000 Euro meldete ein Grenzer bei Morawitza seinen Vorgesetzten, statt sie anzunehmen. In fünf Fällen nahmen es die Grenzpolizisten mit der Befolgung ihrer Dienstvorschriften nicht besonders genau und wurden bestraft, heißt es in der Bilanz des Inspektorates der Kreise Temesch, Karasch-Severin und Mehedinţi,  dessen Polizisten die rumänische Grenze zu Serbien, sowie einen Teil jener zu Ungarn bzw. zu Bulgarien zu beschützen haben.

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