Schluss mit dem Hundetöten

Reschitza behauptet, die Streunerfrage im Griff zu haben

Donnerstag, 20. Februar 2014

Reschitza - Zur Begegnung mit den Medien sollten am vergangenen Dienstag alle vier NGO kommen, die sich in Reschitza mit den streunenden Hunden abgeben. Erschienen waren aber bloß die Schweizer von WIOCA, „mit denen wir seit etwa zwei Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit pflegen“, lobte sie Bürgermeister Mihai Stepanescu, der es sich nicht verkneifen konnte, die Abwesenden zu nennen: die „Asociaţia pentru Protecţia Animalelor“, Dogs Center, Asociaţia Vocea Animalelor.
Bürgermeister Stepanescu wünschte in erster Linie, den Stadtratsbeschluss 12/2014 vorzustellen, das neue „Reglement der Organisierung und der Funktionsweise der Dienststelle zur Verwaltung der Hundefrage“, also der vorgeblich 350 Reschitzaer Streuner.

Denn das Rathaus hat eine Art Zählung der herrenlosen Hunde veranlasst und feststellen müssen, dass sehr viele scheinbar herrenlose Hunde eigentlich auf dem Gelände von Firmen und drumherum streunen. Stepanescu: „Wir haben die Firmenbesitzer darauf aufmerksam gemacht und verfügt, dass sie kurzfristig für Unterkünfte für diese Hunde sorgen sollen und dass sie deren Herumstreunbereich überprüfbar eingrenzen sollen.“ Außerdem wurden in Reschitza in vergangenen Jahr vier „Adoptionsmärkte“ für Streuner organisiert. Damit gelang es, 30 Hunden ein neues Heim zu verschaffen. Ebenfalls 2013 sind 16 Streuner ins Hundeheim der Stadt eingeliefert worden, 46 Tiere wurden sterilisiert. Alle Tiere im Hundeheim sind tierärztlich untersucht, geimpft und von Ungeziefer befreit worden. Dazu gibt es Verträge der Stadt mit einem Tierarzt.

Der Forstingenieur Stepanescu, der von seinem Ursprungsberuf her ein besonderes Verhältnis zu Hunden hat, freue sich, sagte er, dass mit Hilfe der Schweizer WIOCA ein Vorzeigeheim für Hunde sowie die entsprechenden Ausstattungen für Hundetransport und -pflege vorhanden sind und dass man auch – als grundsätzlich arme Stadt – sich die Pflege der Hunde im Heim leisten kann. „Das Einfangen eines Streuners kostet rund 120 Lei“, sagte Stepanescu, „seine tägliche Ernährung und Pflege im Durchschnitt 2,8 Lei/Tier und Tag. Bei rund 350 Hunden, die wir hier untergebracht haben, ein ziemlicher Batzen Geld.“ Allerdings: für 50 Hunde kommen Hundeliebhaber auf, die keine Möglichkeit haben, diese nach Hause zu nehmen und die für Sonderbedingungen ihrer Schützlinge im Tierheim Sorge tragen. Sie zahlen monatlich, im Voraus, die Unterhaltskosten.

Gegenwärtig entsteht im Vorort Doman ein privates Tierheim. Dieses soll laut Vorstellungen des Bürgermeisters von Reschitza den „Hundeüberschuss“ aufnehmen, der ständig entsteht. Ab Mitte März, wenn RESC, das digitale Register der Hunde der Stadt, aufgebaut wird, werden dann alle Hunde mit „Herrchen“ oder „Frauchen“ registriert und es wird viel einfacher werden, eine Übersicht über Herkunft und Besitz der Hunde zu bekommen. Jeder Tier erhält einen Mikrochip eingepflanzt, der eindeutig seine Herkunft ausweist. „Eines steht aber jetzt schon fest“, sagte Bürgermeister Stepanescu, „In Reschitza werden keine Hunde getötet.“

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 21.02 2014, 02:56
Grundstückseigentümer sollten viel stärker in Haftung genommen werden wenn die Grundstücke Rückzugsgebiete für verwilderte Hunde sind.

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