Schmiergelddoktor vermeidet Vermögenseinzug

Kreisgericht Karasch-Severin: Dr. Telbis hat sein Vermögen ehrlich verdient

Dienstag, 13. September 2016

Reschitza – In erster Instanz hatte das Kreisgericht Karasch-Severin in Reschitza entschieden, dass die Forderung der Staatsanwaltschaft, das Vermögen des der Schmiergeldnahme im hundertfachen Wiederholungsfall schuldig gesprochenen ehemaligen Chefarztes der Rentenkasse Karasch-Severin, Dr. Sebastian Telbis, zu beschlagnahmen, nicht stichhaltig ist. Daraufhin ist die Staatsanwaltschaft des Kreisgerichts Karasch-Severin in die Revision gegangen. Am 29. September wird nun das Berufungsgericht in Temeswar die Forderung der Staatsanwaltschaft nach Konfiszierung des nach Ansicht der Staatsanwaltschaft illegal erworbenen Vermögens der Familie Telbis analysieren. Dies die Bekanntgabe seitens Laura Iancu, der Ersten Staatsanwältin dieser Staatsanwaltschaft.

Dr.Sebastian Telbis wurde am 6. November 2014 vom Kreisgericht Arad zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil ihm binnen knapp zwei Monaten 291 Fälle von Schmiergeldnahme (mit versteckter Kamera gefilmt) nachgewiesen wurden. Anfang 2016 genehmigte das Gericht in Temeswar, wo Telbis in der Popa-Şapcă-Straße seine Haftstrafe absaß, seine bedingte Freilassung. Das Justizministerium legte gegen dieses Urteil durch die Staatsanwaltschaft Berufung ein, die allerdings am 30. März zurückgewiesen wurde.

Sofort nach seiner Freilassung nahm sich Telbis einen Rechtsanwalt und baute seine Verteidigung gegen die Beschlagnahmung seines Vermögens auf zwei Fakten auf: er habe das Vermögen durch „Business“ mit Gebrauchtwagen (für das er weder Lizenz hat noch Steuern zahlte) aus Westeuropa und während des Sezessionskriegs in Jugoslawien mit (illegalem) Treibstoffhandel (im Volksmund: „durch Praktizieren des Embargos“) erwirtschaftet. Beide Argumente wurden vom Kreisgericht Karasch-Severin als gültig und als legaler Vermögenserwerb anerkannt...

Wir erinnern daran, dass sofort nach der Verhaftung von Dr. Telbis seine Frau, die beim Kreisgericht Karasch-Severin als Richterin tätig war, ihre vorzeitige Rente beantragt hatte und genehmigt bekam.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 13.09 2016, 20:12
Wenn das Gericht Schwarzarbeit als legal betrachtet,würde ich diese Gesetzeshüter mal richtig durchleuchten...Wetten,das es da bald neue Richter gibt.

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