Schöne neue Welt – Traumhäuser rumänischer Migranten

Ausstellungseröffnung im Bauernmuseum Bukarest

Samstag, 05. August 2017

Die Wanderausstellung, die bereits in Berlin und Klausenburg/Cluj-Napoca gezeigt wurde, wird heute, am 4. August um 19 Uhr im Bukarester Bauernmuseum eröffnet und ist ein gemeinsames Projekt der Abteilung für Mittel- und Südosten des Museums Europäischer Kulturen in Berlin und des Rumänischen Kulturinstituts in Berlin in Zusammenarbeit mit dem rumänischen Bauernmuseums.

Das Oascher Land, die Maramuresch und die Bukowina sind eher ländlich geprägte Regionen im Norden Rumäniens. Seit einigen Jahren bestimmen stattliche Neubauten das Dorf- und Landschaftsbild mit. Farbenprächtig, mehrstöckig, marmor- und granitverziert heben sie sich von den traditionellen Häusern ab. Ihre Besitzer arbeiten das Jahr über in Italien, Spanien, Frankreich oder Großbritannien. Dort sichern sie meist als Bauarbeiter, Reinigungskräfte, Altenpfleger, Erntehelfer die Existenz ihrer Familien. Ihre Ersparnisse fließen vielfach in den Bau großer Häuser in ihren Herkunftsorten. Architektur und Innenausstattung sind sichtbares Zeichen ihres Erfolgs im Ausland und ihrer modernen westlichen Lebenseinstellung. Die repräsentativen Häuser und die Luxus-Autos sind der Schlüssel zu gesellschaftlicher Anerkennung, sie sichern die Familienehre.
Bewohnt werden die neuen Häuser nur selten. Die älteren Menschen leben weiterhin in ihren eigenen Häusern. Sie hüten jene Enkelkinder, die zurückbleiben, und die unbewohnten Häuser. Nur zu Weihnachten, Ostern und im August füllen sich die Dörfer. Dann trifft man sich, tauscht Neuigkeiten aus. Den August prägen die pompösen Hochzeiten. Danach verstummen die Orte wieder.

Die Bukarester Ausstellung wird durch ein spezielles Rahmenprogramm begleitet, bestehend aus vier Vorführungen von Dokumentarfilmen, die Migrationsfragen aus verschiedenen Perspektiven analysieren. Die Vorführungen finden im Cinema Village Museum statt.

Die Ausstellung läuft bis zum 27 September. Informationen auf der Webseite des Museums: www.muzeultaranuluiroman.ro

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