Schöner Querschnitt der rumänischen Moderne

150 Exponate aus dem Schatz der rumänischen Kunst

Mittwoch, 07. August 2013

Zum Auftakt Einblick in die rumänische Porträtmalerei Mitte des 19. Jahrhunderts Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar – Ein echtes Ereignis für das Kunstgeschehen aus der Begastadt: 150 durchwegs wertvolle Werke der bedeutendsten Vertreter der rumänischen modernen Kunst sind nun im Rahmen einer Dauerausstellung im Temeswarer Kunstmuseum (Barockpalais am Domplatz) zu besichtigen. Das neue, begrüßenswerte Projekt der Institution, betreut von Kustos Ramona Orban, bietet wahrlich viel mehr als ein Lehrstück in Sachen rumänische Kunst für Kunstschüler und –studierende. Die 150 Exponate, in acht Sälen chronologisch ausgestellt, mit repräsentativen Kunstwerken (Malerei und Bildhauerei) lassen den Werdegang der rumänischen Kunst aus dem 5. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts bis zur Vortreppe der Gegenwartskunst, also 1970, nachvollziehen. Es ist der schwierige aber schöne Weg der rumänischen Kunst aus der Provinzialität Südosteuropas und der einheimischen Kirchenmalerei heraus zum Anschluss an die große europäische Kunst mit ihren repräsentativen Strömungen hin. Demnach zu sehen der große stilistische und thematische Wandel in der rumänischen Kunst von der Mitte des 19. Jahrhunderts gängigen Porträtmalerei über die heute noch nicht überbotenen Spitzen wie Nicolae Grigorescu, Ion Andreescu, Stefan Luchian oder Nicolae Tonitza, die Vertreter der rumänischen Avangarde bis zu der modernen Kunst Mitte des XX. Jahrhunderts mit Alexandru Ciucurencu und Ion }uculescu hin.

Im Vorhof der rumänischen Moderne stehen so u.a. Constantin Lecca ( 1807-87), erster Zeichenlehrer Olteniens und größter Porträtmaler seiner Zeit, die Schau zeigt auch Werke im neoklassischen Stil von Gheorghe T²tt²rescu, Theodor Aman (auch aus der oltenischen Kunstschule), Sava Hen]ia oder Constantin D. Stahi. Von Nicolae Grigorescu (1838-1907) sind gleich vier Werke u.a. „Die Rinderherde“ und Straße in Vitre“ zu sehen. Ein Kernstück dieser Schau geben sicher die ausgestellten Werke von Ion Andreescu, Stefan Luchian, Nicolae Tonitza, Gheorghe Petra{cu und vor allem die von Theodor Pallady (1871-1950), einem der einflussreichsten und angesehensten Künstler der rumänischen Moderne, ab. Unter anderen fehlen auch nicht rare Werke der rumänischen Avangarde so die repräsentativen von Max Hermann Maxy (1895-1971), einem der Symbole dieser Kunstrichtung hierzulande. Zu sehen noch Werke von Samuel Mützner, Iosif Iser, Elena Popea, Mili]a P²tra{cu, Oscar Han, A.J. Steriadi und Hans Mattis-Teutsch. Abgeschlossen wird dieses Panorama mit mehreren Werke von Alexandru Ciucurencu und Ion }uculescu. Die Ausstellung umfasst zum Großteil Porträts, Landschaftsmalerei und Stilleben, eingestreut sind einige Kleinplastiken.

Diese Dauerausstellung ist Teilstück eines umfassenderen Vorhabens des Temeswarer Kunstmuseums, wodurch wertvolle Werke der rumänischen wie auch der Banater Kunst erneut zur Geltung gebracht werden sollen. Im Temeswarer Kunstmuseum- 2006 aus der Kunstabteilung des Banater Museums gegründet, eigentlich jedoch das Ergebnis eines 120jährigen Prozesses seit der ersten Kunstsammlung des bekannten Sammlers Ormos Zsigmond von 1879- sind außerdem die Corneliu-Baba-Sammlung (90 Exponate) sowie die Sammlungen europäischer Kunst, die der Banater Kunst und eine Sammlung dekorativer Kunst zu besichtigen. Nächstens plant die Museumsleitung auch eine Dauerausstellung mit alter Kunst und eine der Banater Kunst aus dem 19. Jahrhundert und der Zwischenkriegszeit zu eröffnen.

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