Schreiben als Widerstand

Interdisziplinäres Symposium zu Elfriede Jelinek und Herta Müller

Dienstag, 17. November 2015

Ein interdisziplinäres Symposium zu Elfriede Jelinek und Herta Müller findet in der Zeitspanne 26. bis 27. November in Wien (im MUSA Museum Startgalerie Artothek 1010) statt. Veranstaltet wird die Tagung von der Forschungsplattform Elfriede Jelinek: Texte - Kontexte - Rezeption und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum. Das Symposium ist als interkultureller Dialog zwischen Expertinnen und Experten aus Österreich und Rumänien angelegt, teilen die Veranstalter mit. Elfriede Jelinek und Herta Müller werden als politische Autorinnen diskutiert, die sich mit Haltung und Engagement öffentlich positionieren und sich in ihren Werken mit Diktatur, Totalitarismus und Repression auseinandersetzen – und dafür sanktioniert sowie als „Nestbeschmutzerinnen“ diffamiert wurden. Die beiden Nobelpreisträgerinnen werden unter diesen Aspekten miteinander in Beziehung gesetzt. Im Vordergrund stehen Analysen, die Jelinek und Müller als Schriftstellerinnen zeigen, die offensiv Systemkritik üben und gegen Gewalt, Tabus und Ausgrenzung in diesen Systemen bzw. im Fortwirken dieser Systeme anschreiben.

Thematisiert werden dabei insbesondere die sprachkritischen Verfahren, mit denen Jelinek und Müller die Zusammenhänge von Gewalt, Ideologie und Sprache bewusst machen und die Leerstellen, das Unterdrückte, Verdrängte und Verschwiegene, zum Vorschein bringen. Die Fragestellungen werden mittels Kurzvorträgen, Gesprächen, Diskussionsrunden und einer Lesung aus den politischen Essays der beiden Autorinnen aufbereitet. Eröffnet wird die Tagung mit einer Vortragsreihe zum Thema  „Sprache, Politik, Subversion“. Die Eröffnungsrede hält Isolde Charim (Wien), es folgt ein Dialog zwischen Christa Gürtler (Universität Salzburg) und Maria Sass (Universität Hermannstadt/Sibiu) unter dem Titel „Widersprechen. Autorinnenpositionen in Österreich und Rumänien“. Im Programm des ersten Tages stehen ferner die Beiträge von Graziella Predoiu (Universität Temeswar/Timişoara) und Teresa Kovacs (Universität Wien) sowie eine Lesung aus politischen Essays der beiden Schriftstellerinnen.

Die Vorträge des zweiten Tagungstages finden zu den Themen „Totalitarismus und Repression“ sowie „Gewalt und Tabus“ statt, referieren werden Roman Hutter (Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie, Wien), Dieter Segert und Oliver Rathkolb (beide Universität Wien), den Dialog zu „Das Ausgelassene der Sprache im Teufelskreis der Diktaturen“ bestreiten Bianca Bican (Universität Klausenburg/Cluj) und Gerhard Scheit (Wien), bzw. Maria-Regina Kecht (Webster Vienna Private University) und Cristina Petrescu (Universität Bukarest), wonach Paola Bozzi (Universität Mailand) und Uta Degner (Universität Salzburg) über Tabu und Tabubruch bei Jelinek und Müller in einen Dialog treten. Zum Abschluss des Symposiums findet ein von Laura Balomiri (Wien) moderiertes Gespräch zum Thema „1989 und die Folgen: Transformation oder Stagnation?“ statt, mit Karin Cervenka (Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres), George Gu]u (Universität Bukarest), Ioan Holender (Wien) und Oliver Schmitt (Universität Wien) am Podium.

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