Schüler, Begleitlehrer und Bewerter waren begeistert

In Focşani fand die Landesphase der Olympiade für Deutsch als Fremdsprache statt

Mittwoch, 06. Mai 2015

Die Einführung in die Projektprobe wird aufmerksam von den Schülern verfolgt.
Foto: die Verfasserin

Focşani - Die kleine Stadt im Südosten Rumäniens war in der Zeitspanne 19.-26. April 2015 der Ort, wo die Landesphase der Deutscholympiade für Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Lerner abgehalten wurde. Gastgeber war das Nationalkolleg „Unirea“, dessen Schulleiter, Professor Noană, sich bereit erklärt hatte, seitens der Gastgeber für den tadellosen Ablauf des Wettbewerbs und für das Wohlbefinden aller Teilnehmer, Schüler, Begleitlehrer und nicht zuletzt, der Zentralkommission, zu sorgen.

Fast 200 Schüler trafen voller Emotionen und Erwartungen in der Ferienwoche in dem Städtchen ein, einige bereits zum 3. oder gar 4. Mal Teilnehmer auf Landesebene, andere frisch gebackene Kandidaten, die nur vom Hören-Sagen wussten, was auf sie zukommen sollte.

Vorausgegangen war die Kreisebene der Deutscholympiade, die durch ihr spezifisches Konzept nicht nur die Deutschkenntnisse der Schüler an sich bewertet, sondern durch die besondere Aufgabenformulierung im Teil der schriftlichen Kommunikation, die Kreativität und sprachliche Kohärenz der Kandidaten überprüft. Die Korrektur der Arbeiten auf Kreisebene verläuft anonymisiert, das heißt die Arbeiten werden mit einem Kode versehen, gescannt und zu einem anderen Kreis weiter geschickt, wo sie dann bewertet werden. Diese Prozedur gewährleistet, unserer Meinung nach, höchste Objektivität bei der Bewertung der Schülerarbeiten.

Das Neue bei der Landesphase ist die Projektprobe. Nach den schriftlichen Proben werden die Schüler in Gruppen, je nach Alter, eingeteilt, wobei sie sich in den meisten Fällen gar nicht untereinander kennen, da sie aus verschiedenen Landesteilen kommen. So kommt es, dass Sathmarer Schüler zum Beispiel mit Bukarestern und Jassyern, in einer Gruppe zusammen sitzen und den Einführungen der zwei Lehrer der Zentralkommission folgen. Denn es gilt, die Kandidaten mit dem Buch, das sie innerhalb zweier Tage zu lesen haben, auf möglichst ansprechende Weise vertraut zu machen.

In den zwei Tagen müssen die Schüler das Buch lesen und sich mit der Thematik des Gelesenen auseinandersetzen, sie müssen die Grundaussage des Buches, so wie sie diese selbst erfasst haben, szenisch möglichst genau darstellen. Zum Schluss rundet die Präsentation eines möglichst originellen Plakats den Beitrag der Gruppe ab.

Die Preise für die schriftlichen Einzelproben als auch für die Gruppenprojekte, die großzügig gestiftet wurden, sind sowohl dem Unterrichtsministerium, vertreten durch Inspektor Sorin Giurumescu,  dem Goethe-Institut,  mit ihrer Leiterin der Sprachabteilung Ch. Ganterer  und der deutschen Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), vertreten durch  Dieter  Jaeschke, zu verdanken.

Diese Olympiade setzt, wie jede Fremdsprachenolympiade, auf sehr gute sprachliche Ausdrucksfähigkeiten, doch sie bringt auch etwas Neues. In einer Gesellschaft, die in stetem Wandel begriffen ist, in der Mobilität in jeder Hinsicht zu einem Alltagsphänomen geworden ist, sind Kompetenzen wie kreatives Denken, soziales Miteinander, Teamgeist, Flexibilität besonders gefragt. Ein Thema , wie „Du kannst nicht alles machen, aber mach, was du kannst“, als Aufgabenstellung für Schüler der 10. Klasse, regt gerade zum Denken an, dazu, in einer bestimmten Situation aktiv zu handeln, um positive Veränderungen zu bewirken.

Und da eine Olympiade ohne Bewerter nicht funktioniert, ist auch die Deutscholympiade ohne  Zentralkommission unvorstellbar. Wir sind mit der Zeit zu einem wahren Team herangewachsen, dessen Grundwerte Korrektheit, Teamgeist, Vertrauen in das positive Potential der Veränderung, Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen unser hervorragendes Miteinander gewährleisten.

Die Gastfreundlichkeit der Gastgeber übertraf all unsere Erwartungen: ein Ausflug zum „lebenden Feuer“, ein Empfang in einer kleinen Dorfschule mit hausgebackenem Brot, Schafskäse und einem Kuchen, der einem das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ, der berühmte Wein aus Odobe{ti, versetzten uns für einige Augenblicke in eine Märchenwelt, von der wir, Großstädter, leider nur träumen können.

Letztendlich war jeder Gewinner: ob Schüler, Begleitlehrer oder Bewerter, wir haben wieder mal erkannt: Die Landesphase der Deutscholympiade ist das Projekt, welches vereint und durch Kreativität und Toleranz den Fortschritt sichert.

Beate Greif, Deutschlehrerin
Nationalkolleg „Dr. Ioan Meşota“, Kronstadt

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